Kaum ist die fünfmonatige Generalsanierung vorbei, geht es für Bahnreisende zwischen Köln und Wuppertal direkt weiter: Eine fast 80 Jahre alte Brücke über die Wupper bei Leverkusen-Opladen muss saniert werden. Bis Ende September müssen sich alle Fern- und Regionalzüge an dieser Stelle ein einziges Gleis teilen. Jetzt verspricht die Bahn trotzdem, dass während der Bauarbeiten möglichst wenige Züge ganz ausfallen.
Konkret sollen wieder fast alle Regionalzüge auf der Strecke fahren, auch im Fernverkehr sollen nur noch wenige Züge ausfallen.
- Die Strecke ist aber nur eingleisig befahrbar. Daher kann es bis Ende September weiterhin häufiger zu Verspätungen kommen.
Reisende sollten ihre Verbindung deshalb kurz vor Abfahrt in der digitalen Fahrplanauskunft prüfen, raten die Bahnunternehmen auf zuginfo.nrw.
Zugverkehr in Wuppertal: Das sind die aktuellen Einschränkungen
Laut zuginfo.nrw ist der Abschnitt zwischen Opladen und Leichlingen bis mindestens Mitte September nur eingleisig befahrbar. Die Folge sind hohe Verspätungen und Teilausfälle:
- RE 7: Züge Richtung Krefeld werden von Wuppertal Hbf bis Neuss umgeleitet. Die Halte Solingen, Opladen, Köln Messe/Deutz, Köln Hbf und Dormagen entfallen, Ersatzhalte sind Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf Hbf. Richtung Hagen/Rheine fahren die Züge normal.
- RB 48: Die Züge zwischen Wuppertal-Oberbarmen, Köln und Bonn-Mehlem fahren nach Regelfahrplan. Die Verstärkerzüge nur zwischen Oberbarmen und Köln entfallen.
Der Schaden fiel am letzten Tag der Generalsanierung auf
Besonders bitter: Der Riss in der Stahlplatte der Brücke fiel ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung auf, die die Strecke Köln–Wuppertal–Hagen seit Februar für knapp 800 Millionen Euro fit machen sollte. Die 1949 errichtete Brücke wurde bei der Sanierung nicht erneuert – laut Bahn, weil bei den bisherigen Inspektionen (zuletzt Ende 2025) keine Schäden erkennbar gewesen seien.
Die Brücke besteht aus zwei Teilen, für jedes Gleis gibt es eine eigene Brücke. Ein Teil ist unbeschädigt, der andere wegen des Risses gesperrt. Ziel ist es, den beschädigten Teil bis Ende September so weit instand zu setzen, dass wieder beide Gleise befahrbar sind.
Die Wupper-Brücke bei Opladen muss grundlegend saniert werden
Mit der Reparatur bis Ende September ist es aber nicht getan: Auch danach werden Züge noch lange nur mit verminderter Geschwindigkeit über die Wupper-Brücke fahren können. Nötig ist eine umfassende Sanierung, die eigentlich erst in den 2030er-Jahren geplant war, nun aber vorgezogen wird. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.
Die Generalsanierung sollte den Zugverkehr eigentlich „verlässlicher und leistungsfähiger“ machen, Störungen und Verspätungen sollten sich „deutlich reduzieren“. Doch neben der maroden Brücke sorgten zuletzt auch mehrere Störungen an Signalen und Weichen in Wuppertal und Hagen für Probleme auf der frisch sanierten Strecke.
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NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) spricht deshalb von einer „nicht hinnehmbaren Entwicklung“. Die Kritik vieler Fahrgäste sei „sehr nachvollziehbar“. Von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) fordert er eine gründliche Aufarbeitung des Sanierungskonzepts. „Monatelange Sperrungen sind an sich schon eine Zumutung für Fahrgäste und den Güterverkehr“, so Krischer. Wenn der Zugverkehr am Ende trotzdem nicht verlässlich funktioniere, müsse das Konzept „konstruktiv-kritisch beleuchtet“ werden. (mit dpa)



