Erst sollte die Realschule Vohwinkel 2027 fertig sein, dann 2028 – und jetzt wird es frühestens Herbst 2029. Das Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) kann das Schulgebäude an der Blücherstraße im besten Fall zu den Herbstferien 2029 an den Stadtbetrieb Schulen übergeben, teilte die Stadt Wuppertal nun mit. Die Kosten steigen demnach durch die neuen Verzögerungen um weitere rund 2,1 Millionen Euro.
Damit liegen die veranschlagten Kosten für die Schule mittlerweile bei mindestens 46,7 Millionen Euro. Im Sachstandsbericht des GMW der aktuellen Schulbauten aus dem April, in dem die neuen Maßnahmen noch nicht veranschlagt waren, ging die Stadt noch von 44,6 Millionen Euro Kosten aus. Ursprünglich mal veranschlagt waren 32,47 Millionen Euro.
Der Boden unter der Realschule in Vohwinkel macht die größten Probleme
Die historischen Fundamente sind laut Mitteilung der Stadt nicht tragfähig genug für die geplante Aufstockung des Gebäudes. Dazu komme ein extrem schwieriger Baugrund. Der Untergrund wechselt ständig zwischen hartem Kalkstein und tiefen, mit Lehm gefüllten Spalten. Unter einem Gebäudeteil soll die Bodenplatte sogar fast hohl liegen und stark verrostet sein.
Rund 100 Mikropfähle müssen deshalb nun tief im Fels verankert werden, um das Gebäude mit den neuen Lasten sicher zu gründen. Jeder einzelne Fundamentpunkt muss dafür individuell erkundet werden.
So setzen sich die Mehrkosten zusammen
- Erdbau und Spezialtiefbau: rund 720.000 Euro mehr
- Längere Miete Ausweichquartier (Yorckstraße), Baustelleneinrichtung, Gerüste: rund 1,16 Millionen Euro
- Zusätzliche Planungsleistungen: rund 220.000 Euro
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Warum es überhaupt so weit kam
Der Wuppertaler Rat beschloss die Gesamtsanierung bereits im Mai 2023. Ursprünglich sollte das Projekt über Bundesfördermittel finanziert werden. Weil das Förderprogramm aber einen Neubau ausschloss, entschied sich die Stadt für die Sanierung des Bestands. Nach der Entkernung traten jedoch gravierende Abweichungen von den alten Bauplänen zutage: Tragende Bauteile mussten aufwendig saniert, der Beton komplett instand gesetzt werden.
Die Folge der Verzögerungen: Die Fördermittel konnten nicht mehr genutzt werden. Wuppertal muss die Maßnahme nun komplett über Kredite finanzieren.
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Weitere Risiken drohen der Stadt Wuppertal
Die Fundamentprobleme sind nicht die einzige Baustelle auf der Baustelle. Weitere Risiken könnten den Zeitplan und die Kosten noch weiter belasten, heißt es in der Mitteilung:
- Rostende Decken: In den Bestandsdecken liegen ungeschützte Eisenträger, die korrodieren. Ob alle Decken saniert werden müssen, ist noch unklar.
- Abweichende Ostfassade: Die alten Fundamente an der Ostseite weichen stark von den Plänen ab.
- Statik am Limit: Die komplexe Situation verzögert die Prüfung der Statik erheblich. Das beauftragte Büro arbeitet wegen ständig neuer Erkenntnisse am Anschlag.
- Erdfallgefahr: Das Grundstück ist für Erdfälle bekannt – der Boden brach in der Vergangenheit bereits mehrfach ein. Die Verwaltung untersucht, ob Unterspülungen den Bau weiter gefährden.
Auch beim Einbau der Gebäudetechnik gibt es Mehraufwand. Für die alten Decken existieren keine zugelassenen Befestigungen. Experten mussten erst die Tragfähigkeit alternativer Halterungen testen.
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So geht es für Schüler und Lehrer an der Realschule Vohwinkel weiter
Die Schüler und Lehrkräfte der Realschule Vohwinkel bleiben vorerst im Ausweichquartier an der Yorckstraße untergebracht. Mensa und Fachraumtrakt sind während der Sanierung weiterhin in Betrieb. Im besten Fall können alle zu den Herbstferien 2029 in ihre neue Schule einziehen, im schlechtesten Fall dauert es noch länger.
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