Die Stadt Wuppertal hatte dem Eigentümer des einsturzgefährdeten Hauses am Wiedener Kreuz eine vierwöchige Frist zum Abriss gesetzt. „Um die anhaltende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dauerhaft zu beseitigen, hat die Stadt nun unter strenger Einhaltung aller gesetzlichen Fristen die förmliche Abrissverfügung mit einer Fristsetzung von vier Wochen erlassen“, heißt es in einer neuerlichen Mitteilung der Stadt Wuppertal.
Trotz intensiven Austauschs habe der Eigentümer bislang kein belastbares Konzept vorgelegt, wie die Gefahr beseitigt werden kann, teilte die Stadt mit. Für eine Sanierungslösung reiche es nicht aus, unverbindliche Vorschläge oder Absichtserklärungen einzureichen, heißt es. Ein Konzept müsse zwingend durch eine fundierte statische Berechnung nachweisen, dass die Lösung von dauerhafter Substanz ist – und nicht nur für das nächste Jahr hält.
Innerhalb der Frist bestehe für den Hauseigentümer allerdings weiterhin die Möglichkeit, einen Sanierungs- und Rettungsplan einzureichen. Dieser muss nachvollziehbar darlegen, wie die Gefährdung beseitigt und das Gebäude gesichert werden kann.
„Dem Eigentümer ist ausreichend Gelegenheit gegeben worden, eine tragfähige Lösung vorzulegen“, erklärt Dezernent Gunnar Ohrndorf. „Da dies bislang nicht geschehen ist, mussten wir jetzt die notwendigen ordnungsrechtlichen Schritte vorbereiten.“
Eigentümer wehrt sich: „Es wird keinen Abriss geben“
Für Eigentümer Eckehardt Rogge kam die Abrissverfügung laut einem Bericht der Westdeutschen Zeitung völlig überraschend. Er habe erstmals das Gefühl gehabt, dass es wirklich vorangehe: Bereits am 1. Juni habe er ein Sanierungskonzept eingereicht, eine Eingangsbestätigung erhalten und auf Rückfragen der Stadt geantwortet. Für die von der Stadt geforderte zusätzliche Sondierung sei bereits ein Geologe beauftragt gewesen.
„Das ist völlig widersinnig. Ich bin die ganze Zeit in Kontakt mit der Stadt“, sagte Rogge der WZ. Seine klare Ansage: „Das wird nicht passieren. Es wird keinen Abriss geben.“ Ein Abriss würde ihn seine Altersvorsorge kosten, der Rest des Hauses sei in perfektem Zustand.
Wiedener Kreuz in Wuppertal seit vier Wochen eingeschränkt befahrbar
Seit dem 12. Mai ist das Wiedener Kreuz – eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Vohwinkel – wegen des einsturzgefährdeten Hauses eingeschränkt. Zwar konnte mit einer Behelfsampel die meistgenutzte Fahrtrichtung wiederhergestellt werden, aber die Ampel bewältigt die Fahrzeugmengen nur schwer.
„Die Bürgerinnen und Bürger müssen derzeit große Umwege in Kauf nehmen. Auch für die heimischen Landwirte und etliche Unternehmen ist diese Situation ein echtes Problem“, betont Ohrndorf. Eine vollständige Freigabe der Kreuzung sei erst möglich, wenn die Gefahrenquelle beseitigt ist.
Rückblick: Was am Wiedener Kreuz passiert ist
Am 12. Mai entdeckte der Hauseigentümer ein Loch im Keller seines Fachwerkhauses. Die Feuerwehr stellte fest: Die Bodenplatte war größtenteils weggesackt, das Loch bis zu zwei Meter tief, eine tragende Kellerwand teilweise eingestürzt. Beide Häuser an der Kreuzung wurden evakuiert – im Haupthaus lebte eine Familie mit zwei Kindern. Verletzt wurde niemand.
Ein Gutachten ergab zwar, dass die Straßen und Gehwege nicht unterspült sind. Das Haus selbst ist aber weiterhin akut einsturzgefährdet und kann laut Experten nicht abgestützt werden. Bei einem Einsturz drohen Trümmerteile auf die Fahrbahn zu stürzen. Wer kann, sollte den gesamten Bereich weiterhin großräumig umfahren.



