Vier Wochen nach der gescheiterten Wiederwahl von Stadtdirektor Matthias Nocke nimmt die Nachfolger-Suche Fahrt auf. Wuppertals Politiker haben am 23. Februar (Montag) im Rat den Fahrplan für die Nachfolge-Suche verabschiedet. Die Beigeordnetenstelle für den Geschäftsbereich „Kultur und Sport & Sicherheit und Ordnung“ wird im bisherigen Zuschnitt wieder ausgeschrieben.

Besonders die neue Ratskooperation von SPD und CDU haben sich dafür stark gemacht, Nockes Dezernat so, wie es war, wiederzubesetzen. Aber auch Grüne und Linkspartei argumentierten, dass es das Dezernat brauche, um den Themen mehr Gewichtung zu verleihen.

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Der Fahrplan ist ambitioniert:

  • Bis 30. März 2026: Eine Auswahlkommission unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff entscheidet über die Beauftragung einer Personalberatungsagentur. Das Anforderungsprofil und der Ausschreibungstext werden freigegeben
  • Bis 30. Mai: Die Personalberatungsagentur sichtet Bewerbungen, spricht Kandidaten an, führt Gespräche. Die Kommission trifft ihre Auswahlentscheidung
  • 15. oder 22. Juni 2026: Wahl im Rat

Nockes Amtszeit endet offiziell am 28. März 2026. Seinen letzten Arbeitstag aufgrund von zahlreichen Urlaubstagen hatte er allerdings schon am 18. Februar (Mittwoch).

Nocke-Nachfolge in Wuppertal: So ist die Auswahlkommission zusammengesetzt

Neben Oberbürgermeisterin Scherff als Vorsitzender bilden sieben stimmberechtigte Mitglieder die Kommission.

SPD: 2 Mitglieder; CDU: 2 Mitglieder; AfD: 1 Mitglied; Bündnis 90/Die Grünen: 1 Mitglied; Die Linke: 1 Mitglied; Fraktionen ohne stimmberechtigtes Mitglied können jeweils ein beratendes Mitglied entsenden

Wuppertals Politiker verweigerten Matthias Nocke die Wiederwahl deutlich

Der Wuppertaler Rat hatte Nocke Ende Januar mit nur 31 von 77 Stimmen die Wiederwahl verweigert – obwohl CDU und SPD zusammen 42 Sitze haben und beide Fraktionen behaupten, geschlossen für ihn gestimmt zu haben. Nocke selbst sagte nach der Niederlage: „Ich hatte eigentlich eher eine andere Erwartung, eine positive Erwartung.“

AfD will Nockes Dezernat streichen

Die AfD beantragt laut Ratsvorlage, das Dezernat für Sicherheit, Kultur und Sport zu streichen und die Zuständigkeiten auf Wuppertals andere Beigeordneten-Stellen zu verteilen. Sie begründet es mit der schwierigen Finanzsituation in Wuppertal.

Als neuer Stadtdirektor ist Kämmerer Thorsten Bunte (SPD) im Gespräch. SPD-Fraktionschef Benjamin Thunecke verwies zuvor auf die bisherige Praxis, wonach der dienstälteste Beigeordnete die Funktion übernimmt.