Zusammenfassung
- Wuppertal leidet unter hoher Lärmbelastung durch Tallage, dichter Bebauung und Verkehr, was Gesundheitsrisiken wie Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen kann.
- Der EU-verpflichtende Lärmaktionsplan in Wuppertal zielt darauf ab, Lärm zu reduzieren und Ruheorte zu schützen, um die Lebensqualität zu verbessern.
- Besonders sozial schwächere Familien sind durch Lärm und schlechte Luftqualität gefährdet, da sie oft in günstigeren, lauten Wohngegenden leben.
Verschiedene Faktoren begünstigen in Wuppertal die Lärmbelastung, zum Beispiel die Tallage, die hohe und dichte Bebauung und der viele Verkehr. Aber Lärm kann auf Dauer zum Gesundheitsrisiko werden. Das sagt Verkehrsingenieurin Leonie Kranz, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit am Wuppertaler Lärmaktionsplan arbeitet.
„Lärm ist erstmal immer subjektiv, jeder nimmt es unterschiedlich wahr“, sagt Kranz. „Der eine findet, dass die Kirchenglocken um 12 Uhr zum Alltag dazu gehören. Der nächste sagt dazu ‚Lärm‘.“
- Laute Geräusche können aber direkte und indirekte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, egal ob man sie als Lärm empfindet oder nicht, so Kranz.
Gehörschädigung bei lauten Geräuschen
Ein klassisches Beispiel für direkte Gesundheitsschäden sind Feuerwerk, Raketen und Böller. „Ein Böller ist circa 130 Dezibel laut. In direkter Nähe zum Ohr kann der Knall zu Gehörschäden führen.“ Sprich: Sehr laute Geräusche können taub machen. Auch Konzertgänger sollten sich vor zu lauter Musik schützen.
Der Stadtlärm in Wuppertal schädigt aber nicht direkt das Gehör, sondern birgt indirekte Risiken. Von andauerndem Lärm sind in Wuppertal aktuell 42.000 Menschen betroffen. Sie alle laufen Gefahr, chronische Stressreaktionen, Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – im schlimmsten Fall sogar einen Infarkt – zu erleiden.
„Viele wissen nicht, wie gesundheitsschädlich Lärm sein kann“
Grund dafür ist das Stresshormon Cortisol. Lärm löst im Körper einen Stresszustand aus, zu viel geht auf Dauer zudem auf das Herz. „An Lärm kann der Körper sich nicht gewöhnen, auch wenn man selbst die Umgebungsgeräusche nicht als störend empfindet“, erklärt Kranz. „Viele wissen nicht, wie gesundheitsschädlich Lärm sein kann.“
Das Umweltbundesamt zählt als zusätzliche Risiken
- Fehlgeburten,
- mentale Probleme und
- Auswirkung auf das allgemeine Wohlbefinden auf.
Kinder sind nochmal besonders betroffen: Unter Lärm leidet ihre Konzentration, das kann auch zu kognitiven Einschränkungen führen, die sich zum Beispiel in einer Lese-Rechtschreibschwäche äußern.
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Das können Lösungen gegen zu viel Lärmbelastung sein
Es gibt einen von der EU verpflichtenden Lärmaktionsplan in Wuppertal, durch den Lärm reduziert und Ruheorte geschützt werden sollen.
- Das kann zum Beispiel durch Tempo-30-Zonen,
- neuen Fahrbahnbelägen oder
- Schallschutz umgesetzt werden.
So soll die Lebensqualität vieler Wuppertalerinnen und Wuppertaler langfristig verbessert werden.
Am Lärmaktionsplan, an dem auch Leonie Kranz beteiligt ist, wird in den kommenden Jahren weiter gefeilt. Die nächste Lärmkartierung wird 2027 durchgeführt, da sollen noch mehr Straßen berücksichtigt werden. Bürgerinnen und Bürger können sich bei der Abteilung zum Thema Lärm in Wuppertal melden.




