Die Vitrea-Akutklinik in Bad Berleburg entwickelt ihr medizinisches Portfolio weiter: Im Fachbereich Gastroenterologie bietet Sektionsleiter Bozhidar Angelov ab sofort Kapselendoskopien an. Das berichtet das Akutkrankenhaus in einer Pressemitteilung. Mit dieser modernen Untersuchungsmethode sei es erstmals möglich, insbesondere den Dünndarm zuverlässig zu untersuchen. Dieser Abschnitt des Verdauungstraktes war bisher nur schwer zugänglich.
Sie stellt mehr als eine Momentaufnahme dar und ist daher diagnostisch von hohem Nutzen.
Bozhidar Angelov, Sektionsleiter der Gastroenterologie
Gerade einmal elf Millimeter ist die Kapsel lang, die Patientinnen und Patienten zur Abklärung einer Blutarmut oder einer unklaren Blutung herunterschlucken müssen. Nach der Passage der Speiseröhre gelangt sie in den Magen und tritt anschließend – ähnlich einem kleinen U-Boot – ihre Reise durch den Körper an. Vom Magen gelangt sie in den Zwölffingerdarm und von dort weiter in den Dünn- und schließlich in den Dickdarm. Ihre Reise endet in der Toilette.
Auch interessant
Auf ihrem Weg filmt eine in der Kapsel verbaute Kamera das Innere der Organe, die sie passiert, und erfasst so Veränderungen oder Anomalien, die mit anderen Untersuchungsmethoden unentdeckt geblieben wären. Die Bilder sendet sie live an einen Empfänger, den die Patienten bei sich tragen. Diesen Empfänger – und nicht etwa die Kapsel selbst – geben sie nach der etwa zehnstündigen Passage durch den Körper an den Sektionsleiter zur Auswertung zurück.
Auch interessant
Kein Ersatz für Magen- und Darmspiegelung
Dabei ersetze die Kapselendoskopie keine Magen- oder Darmspiegelung – sie ergänze diese vielmehr und erweitere so die diagnostischen Möglichkeiten. „Bei der Kapselendoskopie handelt es sich um eine neue Untersuchungsmöglichkeit, um Anämien – sprich Blutarmut – abzuklären, die ihren Ursprung möglicherweise im Dünndarm haben“, erklärt Bozhidar Angelov, Sektionsleiter Gastroenterologie in der Vitrea Klinik Bad Berleburg. „Sie stellt aufgrund der langsamen Passage im Vergleich zu einer Spiegelung mehr als eine Momentaufnahme dar und ist daher diagnostisch von hohem Nutzen.“
Auch interessant
Auch wer Probleme beim Herunterschlucken einer Tablette habe, müsse sich keine Sorgen machen: In diesem Fall könne die Kapsel mittels eines Endoskops in den Magen eingebracht werden und wandere dann von dort aus weiter. Für die Patienten sei das Verfahren meist gut verträglich: Die Vorbereitung sei minimal und auch eine Sedierung in der Regel nicht erforderlich.
Auch interessant
„Wir haben mit der Anschaffung der Kapselendoskopie einen wichtigen Schritt in der Diagnostik des Verdauungstraktes nach vorne gemacht und haben nun die Genehmigung erhalten, diese Leistung auch ambulant zu erbringen“, so der Sektionsleiter. Voraussetzung hierfür ist die Überweisung eines Haus- oder Facharztes.







