Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Mittwoch, 8. Oktober, in den frühen Morgenstunden versucht, den flüchtigen Tatverdächtigen Kenan M. in Korbach festzunehmen. Das teilt die Polizei nun mit. Der 40-Jährige wird wegen eines Tötungsdelikts in Menden gesucht. Die Durchsuchung blieb jedoch erfolglos, doch die Ermittler bleiben hartnäckig.

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Spezialeinsatz in Korbacher Wohnsiedlung

Gegen 6 Uhr verschafften sich Beamte des hessischen Spezialeinsatzkommandos (SEK) Zugang zu einer Wohnung in einer Korbacher Wohnsiedlung. Die Siedlung liege etwas abseits, erklärt Annika Berg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg auf WP-Nachfrage. „In einem hier anhängigen Ermittlungsverfahren gegen Kenan M. wegen Totschlags besteht derzeit eine Fahndungslage“, sagt Annika Berg. Da konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort des Beschuldigten vorgelegen hätten, sei die Durchsuchung unter Zuhilfenahme des SEK erfolgt.

Die Hinweise waren konkret genug, dass man das Wohnhaus eines dritten Unbeteiligten durchsucht hat.

Annika Berg, Sprecherin Staatsanwaltschaft Arnsberg

„Die Hinweise waren konkret genug, dass man das Wohnhaus eines dritten Unbeteiligten durchsucht hat“, sagt Annika Berg weiter. Anwohner wurden durch einen lauten Knall geweckt. Zuletzt war in verschiedenen Medien spekuliert worden, Kenan M. könne sich vermutlich im Ausland aufhalten. Diese Vermutungen hätten durch Spekulationen der „Bild“-Zeitung Fahrt aufgenommen, so Berg. Sie selbst habe diese Informationen weder bestätigt, noch dementiert.

Die neuesten Hinweise hätten die Ermittler aber nach Korbach geführt. Die Person, dessen Wohnung durchsucht wurde, sei mit dem Flüchtigen verwandt, bestätigt Annika Berg. In welchem konkreten Verhältnis die Personen miteinander stehen, könne sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Durchsuchung war nach kurzer Zeit beendet: Der Gesuchte konnte nicht angetroffen werden.

Toter nach Schüssen in Menden - der Einsatz in Bildern

Schüsse in Menden
Am Freitagnachmittag ist es in Menden zu einem Streit mit tödlichen Schüssen gekommen.© Alex Talash | Alex Talash
Schüsse in Menden
Gegen 14 Uhr alarmierten Anwohner die Polizei, weil sie Schüsse vernommen hatten. © Alex Talash | Alex Talash
Schüsse in Menden
Ein 45-jähriger Mann verstarb noch am Tatort trotz intensiver Wiederbelebungsmaßnahmen. © Alex Talash | Alex Talash
Menden Schüsse
Eine zweite Person, ein 49-Jähriger, wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. © Alex Talash | Alex Talash
Schüsse in Menden
Nach Informationen der Staatsanwaltschaft befindet sich der Mann vorerst außer Lebensgefahr.© Alex Talash | Alex Talash
Schüsse in Menden
Beide Opfer stammen aus Fröndenberg.© Alex Talash | Alex Talash
Am Freitagnachmittag (22.08.2025) wurden in Menden ersten Ermittlungen zufolge durch Schussabgaben eine Person tödlich und eine weitere Person schwer verletzt. Gegen 14.00 Uhr alarmierten Anwohner der Alten Provinzialstraße die Polizei und machten Angaben zu Schussgeräuschen. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf zwei verletzte Personen, von denen eine trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort verstarb. Die schwerverletzte Person wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Der oder die Täter befinden sich derzeit auf der Flucht. Die Polizei fahndet im Rahmen eines Großeinsatzes. Am Tatort wurde eine Frau vorläufig festgenommen. In welchem Zusammenhang die Festgenommene mit der Tat steht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, für die eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen eingesetzt wurde.
Die Ermittlungsbehörden fahnden dem 40 Jahre alte Kenan M., ein montenegrinischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Menden.© Alex Talash | Alex Talash
Am Freitagnachmittag (22.08.2025) wurden in Menden ersten Ermittlungen zufolge durch Schussabgaben eine Person tödlich und eine weitere Person schwer verletzt. Gegen 14.00 Uhr alarmierten Anwohner der Alten Provinzialstraße die Polizei und machten Angaben zu Schussgeräuschen. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf zwei verletzte Personen, von denen eine trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort verstarb. Die schwerverletzte Person wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Der oder die Täter befinden sich derzeit auf der Flucht. Die Polizei fahndet im Rahmen eines Großeinsatzes. Am Tatort wurde eine Frau vorläufig festgenommen. In welchem Zusammenhang die Festgenommene mit der Tat steht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, für die eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen eingesetzt wurde.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Wohnanschrift des Gesuchten der Tatort.© Alex Talash | Alex Talash
Tödliche Schüsse Alte Provinzialstraße Menden
Die Frau, die am Freitag am Tatort überwältigt und festgenommen worden war, ist bereits nach wenigen Stunden aus dem Gewahrsam entlassen worden. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man „keine Tatbeteiligung feststellen“, wie die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilte. Es handle sich um die Ehefrau des Gesuchten, ebenfalls wohnhaft in Menden. Sie soll sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen haben.© Marvin Aleksa | Marvin Aleksa
Menden
Zu Motivlage und Hintergründen sind noch viele Fragen offen. An dem Haus am Tatort befindet sich eine Baustelle - dort hatte sich auch der spätere mutmaßliche Täter aufgehalten. Es soll an dem Ort zum Streit mit den beiden späteren Opfern gekommen sein. Nach Zeugenaussagen am Tatort waren die Opfer als Bauarbeiter auf der Baustelle tätig.© WP Menden | Corinna Schutzeichel

Schüsse auf mehrere Menschen abgegeben

Kenan M. ist also weiter auf der Flucht. Der Einsatz in Korbach steht im Zusammenhang mit den Schüssen an der Alten Provinzialstraße am Freitag, 22. August. Gegen 14 Uhr hatten Anwohner der Alten Provinzialstraße die Polizei alarmiert und machten Angaben zu Schussgeräuschen, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizei Hagen hieß. Vor Ort seien die Einsatzkräfte auf zwei verletzte Personen getroffen, von denen eine „trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort verstarb“.

Schüsse in Menden
Am Tag der Tat wird der Tatort weiträumig abgesperrt.© Alex Talash | Alex Talash

Getötet wurde ein 45-jähriger Fröndenberger und ein 49-jähriger Mann aus Fröndenberg wurde schwer verletzt. Im Gespräch mit der WP hatte der Überlebende die Situation geschildert: „Sofort hat er geschossen. Sofort.“ Mit einem Hubschrauber wurde er in eine Spezialklink geflogen. Sechsstündige Not-OP, Intensivstation. „Immer wieder sehe ich sein Gesicht vor mir“, sagt er. Das Gesicht eines Mannes, der eine Waffe auf ihn richtete – und abdrückte.

Nach bisherigem Ermittlungsstand handelt es sich bei den Angegriffenen um Handwerker, die für den Tatverdächtigen gearbeitet hatten und mit ihm in einen Streit geraten waren. Die Polizei geht von einer gezielten Tat aus, betont aber, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Unbeteiligte bestanden habe. Auch Wochen nach der Tat sind im Umfeld des Tatorts die Schussspuren an einem Garagentor zu sehen. Auf dem betroffenen Grundstück liegen noch Baumaterialien und Gerüstteile.

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Mutmaßlicher Täter ist weiterhin flüchtig

Kenan M. ist weiterhin flüchtig. Nach ihm wird per europäischem Haftbefehl gefahndet. „Wir bekommen weiterhin Hinweise, die wir prüfen“, sagt Annika Berg. Aktuell gebe es aber keine konkreten Hinweise zum Aufenthaltsort des Flüchtigen. Grundlegend wolle sie die Fahndungslage durch die Preisgabe von Details nicht gefährden.

Die Polizei warnte zuletzt, dass der 40-Jährige bewaffnet sein könnte, und bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer den Gesuchten erblickt, soll umgehend den Notruf 110 wählen und sich dem Mann nicht nähern. Die Ermittlungen dauern an, teilt die Polizei mit und sagt: „Vermeiden Sie eine Kontaktaufnahme mit dem Täter.“ Die Polizei weist darauf hin, dass eine Bewaffnung des Täters nicht auszuschließen ist.