Christian Hengstebeck ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Besser lässt sich der Leiter der Olper Feuerwehr nicht beschreiben: Hier ist jemand Chef der freiwilligen Wehr, bei dem Hobby und Beruf eins sind. Aus einer „Blaulicht-Familie“ stammend, war für ihn als Jugendlicher klar, dass er, sobald möglich, Mitglied der Olper Feuerwehr werden würde, und als das gelungen war, da folgte schon bald die Konsequenz, auch hauptberuflich Feuerwehrmann zu werden. Nach einer technischen Ausbildung bei der früheren Olper Firma Fröhling wechselte er fast übergangslos als Beamter in den feuerwehrtechnischen Dienst und arbeitete nach dem Ende der Ausbildung als Berufsfeuerwehrmann. Inzwischen ist er in Olpe in Doppelfunktion im Einsatz: einerseits als ehrenamtlicher Leiter der Feuerwehr, andererseits als Chef des Amts für Feuerschutz und Gefahrenabwehr der Stadtverwaltung mit festem Arbeitsplatz im Haus der Feuerwehr. „Die Motivation, Menschen zu helfen, ist natürlich dabei. Bei mir kommt die Faszination der Technik hinzu, mich begeistert unser Maschinenpark und was mit Hilfe der Geräte alles geleistet werden kann“, erklärt Christian Hengstebeck.

Hengstebeck am Steuer des Rüstwagens seiner Wehr: Der Umgang mit Technik zur Unterstützung der Menschen ist seine Leidenschaft.
Hengstebeck am Steuer des Rüstwagens seiner Wehr: Der Umgang mit Technik zur Unterstützung der Menschen ist seine Leidenschaft.© Jörg Winkel | Jörg Winkel

Gleichzeitig hat er großes Verständnis dafür, dass nicht jeder und jede sich dafür begeistern kann, Feuerwehrmann oder -frau zu werden. „Es ist nicht für jeden etwas, ständig auf Abruf zu sein und im Falle eines Einsatzes nach vorn zu müssen, in die Flammen, an den Unfallwagen. Es ist ja auch nicht so, dass wir ständig Menschen aus Unfallwagen schneiden und die dann gesund nach Hause spazieren – da sterben uns auch Leute unter den Händen weg, und das ist hart“, so der Olper. Was aber jeden und jede begeistern könne, das sei das Gemeinschaftsgefühl, die Kameradschaft, die in einer Feuerwehr herrsche. Und hier freut Hengstebeck sich, dass es seit einigen Jahren die Möglichkeit gibt, bei der Feuerwehr aktiv zu werden, ohne in die erste Reihe zu müssen.

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Denn seit 2016 gibt es außer der aktiven Wehr, den Jugend- und Kinderfeuerwehren und der Ehrenabteilung auch einen neuen Zweig: die Unterstützungsabteilung. „Hier können Menschen Mitglied werden, die bereit sind, mit anzupacken, uns zu unterstützen, die aber nicht beim Alarm mit ausrücken und die die feuerwehrtechnische Ausbildung nicht absolvieren müssen.“ Die Bandbreite ist groß: Da sind zum Beispiel Mitglieder, die sich um die Versorgung der Einsatzkräfte kümmern. „Klar, wenn große Einsätze anstehen, dann unterstützt uns das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Leuten und seiner Ausrüstung. Aber um mal eben eine Erbsensuppe warmzumachen oder auch, um für eine Fortbildung ein Frühstück vorzubereiten, sind wir froh und dankbar, wenn das unsere Unterstützer übernehmen.“ Und inzwischen hat Hengstebeck auch die Möglichkeit, die Unterstützer mit dem Titel „Feuerwehrmann“ oder „Feuerwehrfrau“ zu versehen und sie ganz offiziell zu Mitgliedern der Wehr zu machen. Einer davon ist beispielsweise einer der Ärzte, die die Einheit Oberveischede mit ihren „First Respondern“ unterstützen. 142 Aktive zählt die Olper Wehr, zwölf Männer und Frauen gehören der Unterstützungsabteilung an. Und da hier stetiger Bedarf ist, freut sich die Feuerwehr über weitere Helferinnen und Helfer, die sich vorstellen können, einzusteigen. „Das kann zum Beispiel die Fahrzeugwartung und -pflege sein“, erklärt Christian Hengstebeck, aber auch die Mithilfe bei Kinder- oder Jugendfeuerwehrbetreuung oder eben die Versorgung der Einsatzkräfte.

Um die ganze Bandbreite dessen zu zeigen, was in Olpe unter dem Dach „Feuerwehr“ existiert, haben Hengstebeck und seine Leute ihre diesjährige Jahresübung ganz anders aufgezogen als sonst. Am Samstag, 27. September, wird auf dem Olper Wochenmarkt zunächst ein Infostand der Feuerwehr aufgebaut, der ab 9 Uhr besetzt ist, und wenn die Markthändler abgebaut haben, baut die Feuerwehr auf und zeigt, was sie hat und kann: zum einen die verschiedenen Nachwuchsabteilungen wie „Löschknirpse“ und Jugendfeuerwehr, aber auch die beiden Nachwuchsorchester und der Musikzug und natürlich die Einsatzabteilung mit ihren verschiedenen Sparten, die vom Weg- oder Herbeischaffen großer Wassermengen über alle Arten der Brandbekämpfung und -verhütung bis zur einfachen Rettung aus Höhen und Tiefen reicht. Ab 14 Uhr werden Einsatzfahrzeuge präsentiert, Einsätze geübt und nicht zuletzt Fragen beantwortet. Bis etwa 17 Uhr dauert das Programm, das von Vorträgen des Musikzugs untermalt wird.