Mit fröhlichem Hallo und im Beisein von gleich mehreren Vertretern des ADAC und der Hagener Stadtverwaltung wurde im Juli eine Radservice-Station am Hengsteysee in Betrieb genommen, die der Automobilclub finanzierte, um Radlern auf dem Ruhrtalradweg Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Wer eine kleine Panne hat, kann sein Zweirad mit dem Werkzeug, das die Station bereit hält, wieder flott machen.

Aus der eher tristen Route am malerischen Südufer soll bekanntlich einer der schönsten Flussradwege in Deutschland und zugleich ein Vorzeige-Abschnitt des Ruhrtalradwegs werden - da ist so eine Servicestation für den ADAC nicht zuletzt auch Marketing in eigener Sache. Schließlich versteht sich Deutschlands größter Verein immer mehr als Mobilitätsclub, der auch die Belange von Radfahrern vertritt.

Hengsteysee
Die neue Servicestation des Wohnungsvereins befindet sich nur einen Steinwurf von der ersten entfernt.© WP | Hubertus Heuel

Da möchten auch andere Akteure nichts im Abseits stehen, der Ruhrtalradweg verspricht erhöhte Aufmerksamkeit. Doch mutete es wie eine Eulenspiegelei an, als gut zwei Monate nach der in leuchtendem Gelb gehaltenen Rad-Servicestation plötzlich eine zweite Fahrrad-Reparatursäule vor dem Strandhaus auftauchte - diesmal in Grünweiß-Tönen, aber doch in etwa identisch ausgestattet wie die in leuchtendem Gelb gehaltene Station des ADAC. Die beiden Service-Points trennen vielleicht gerade einmal 20 Meter.

Wie sich herausstellte, hatte sich der Wohnungsverein Hagen erhofft, dass mit dieser zweiten Säule ein wenig vom Prestige des Ruhrtalradweges auf ihn abfallen könnte. Dass sich an Ort und Stelle bereits eine Radservicestation befand, hatte von den Verantwortlichen in der Genossenschaft, die in Hagen rund 6000 Wohnungen zu ihrem Bestand zählt, niemand mitbekommen. Es hatte ihnen aber auch niemand gesagt.

Wie auch immer: Die grünweiße Säule soll wieder demontiert und anderswo aufgestellt werden - an einem Ort, an dem die Konkurrenz nicht schon vorher da war.