Nahrungsaufnahme am Mittag – da geht er auf die Jagd, der Reporter. Nach Essbarem in Hagen. Und weil man ja nie richtig Pause macht, auch nach starken Geschichten.

Die erste gleich vor dem Rathaus. Freitag ist Hochzeitstag. Und da trifft man auch illustre Gesellschaften wie diese hier: die Frauen in feinsten Kleidern, aufgebrezelt, herausgeputzt. Die Männer in Anzügen, von denen einige bedenkliche Falten werfen und noch dem Schnitt der frühen 90er entsprechen, andere hingegen eng anliegen, weil deren Träger im Hüftbereich in den letzten Jahren doch ein wenig zugelegt haben. Noch schnell eine Zigarette. Über allem steht Romantik. Das traute Paar, das junge Glück, die große Liebe. Unsere herzlichsten Wünsche sollen es begleiten.

Viele Düfte auf dem Markt

All das weckt kurz die Erinnerung an einen Augusttag, an dem die Sonne vor dem Standesamt in Lüdenscheid schien. Das Paar, das sich im Jahr 2000 dort das Ja-Wort gab, hat die Silberhochzeit hinter sich. Wir sind glücklich.

Es duftet verführerisch. Nicht vor dem Standesamt, sondern auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Markttag in der Innenstadt. Köstlichkeiten satt – im wahrsten Sinne. Mache einen Bogen um den Feinkoststand, kann den Waffeln gerade noch widerstehen, schlage zu beim Bäcker. Kulinarisch kann man einen Freitag im September auch genießen.

Die Bettlerin auf dem harten Pflaster

Wie krass ist da der Gegensatz mit Blick auf jene Dame, die zusammengekauert auf dem harten Pflaster an der Badstraße sitzt und einen Pappbecher in der Hand hält. Freiwillig macht das niemand. Wie sie heißen mag? Welche Geschichte ihr Leben geschrieben hat? Und wie sie ausgerechnet hier, in unserer Stadt, gelandet ist? Diese Fragen bleiben unbeantwortet in meinem Kopf zurück.

Dieser Freitagmittag in Hagen – zum Ende hält er auch Betrübliches parat.