Als ich noch Basketball gespielt habe, standen wir nach dem Training an lauen Abenden gern noch hier draußen und nahmen ein Getränk aus dem Kühlschrank. Der Discounter an der Schwerter Straße hat bis 0 Uhr geöffnet. Und von hier kam jeder immer gut nach Hause.

Bis irgendwann eine ganz besondere Sorte Mann diesen Parkplatz als Treff und Startpunkt für ihre große Gockel-Show entdeckt hat. Protzige Karren, polierte Karossen, deren Auspuff wie Schiffshörner klingen. Gefahren von gegelten Kerlen, die versuchen, so böse zu gucken, als wenn sich dich mit einbetonierten Füßen im Fluss versenken wollen. Dazu aufgedonnerte Mädels, die sich im Habitat der PS-Prollos richtig wohlfühlen.

Illegale Autorennen und Drifts gefährden Anwohner an der Schwerter Straße

Das Schaulaufen ist die eine Sache. Die tödliche Gefahr, die von diesem Treffpunkt ausgeht, eine andere. Regelmäßig rollen die wummernden Karren vom Parkplatz auf die Schwerter Straße, wo zwischen Geitebrücke und dem Boeler Kreisel gerne auch mal auf über 100 Stundenkilometer beschleunigt wird. Die Wartenden auf dem Parkplatz goutieren es mit anerkennenden Blicken.

In den Kreisverkehren am Boeler Ring und an der Dortmunder Straße wird dann mehrere Runden gedriftet, dass es bis in alle Nachbarschaften quietscht. Die PS-Cowboys kommen in dunkler Nacht aus dem Stall und vollführen Manöver, die sie immer schon mit zwei Reifen auf den Boeler Friedhof schicken.

Eine Frage der Zeit, bis ein Unglück geschieht oder unbeteiligte Dritte zu Schaden kommen. Weil ein paar Tiefbegabte den Kick suchen. Oder die Anerkennung. Dämliche Raserei . . .