Seit dem Start der Glasfaserarbeiten im Rahmen des Förderprogramms „Hellgraue Flecken“ gibt es viele Beschwerden über die Umsetzung durch das Unternehmen Muenet und dessen Generalunternehmer GIG – vor allem in Hattingen, Breckerfeld und Ennepetal. Kritisiert werden mangelnde Abstimmungen, kurzfristige oder fehlende Informationen, das Auftreten vor Ort sowie die Qualität der Arbeiten. Erste Konsequenzen gibt es jetzt nach einem Krisengespräch zwischen Landrat Jan-Christoph Schaberick und der Muenet-Geschäftsführung.
Das Coesfelder Telekommunikationsunternehmen hat auf die Bitte um Stellungnahme seitens der Redaktion nicht geantwortet. Die Ergebnisse des Gesprächs schildert allein die Kreisverwaltung:
- Glasfaserverlegung in Hattingen: „Wir müssen durch die Felder“
- „Unter aller Sau“: Krisentreffen mit Muenet nach Beschwerden über Glasfaserausbau
Muenet habe demnach zugesagt, die schriftliche und mündliche Kommunikation zu verbessern, die Kanäle für die Erreichbarkeit neu zu sortieren und Abläufe auf den Baustellen in Zusammenarbeit mit den beauftragten Firmen anzupassen. Verbesserungen erhoffen sich die Verantwortlichen zudem durch bereits erfolgte personelle Wechsel auf den Positionen der Bauleiter.
Mit Blick auf die bereits verlegten rund 80 Kilometer Glasfaser und die davon rund 1000 betroffenen Grundstücksinhaber bewertete das Unternehmen Zahl und Art der aktuellen Beschwerden im Gespräch als „kleiner und undramatischer, als es erscheinen mag“, berichtet der Kreis.
Entscheidend ist nicht, was im Besprechungsraum vereinbart wird, sondern was Bürgerinnen und Bürger vor Ort erleben.
Jan-Christoph Schaberick, Landrat EN-Kreis
„Wer Eingriffe auf Grundstücken vorbereitet und vornimmt, muss rechtzeitig und stets verständlich kommunizieren, respektvoll auftreten und nach Abschluss der Arbeiten für einen bestmöglichen Zustand der Flächen sorgen“, sagt Jan-Christoph Schaberick. Weder Kosten- noch Zeitdruck seien als Erklärungen für Abweichungen von diesen Maßstäben akzeptabel.
„Die Zusagen müssen jetzt bei den Grundstücksbesitzern und auf den Baustellen ankommen. Entscheidend ist nicht, was im Besprechungsraum vereinbart wird, sondern was Bürgerinnen und Bürger vor Ort erleben“, macht Schaberick deutlich. Er verspricht: Die Kreisverwaltung werde die Entwicklung verfolgen, Hinweise dokumentieren und Muenet weiterhin mit aufkommenden Problemen konfrontieren.
Einig seien sich beide Parteien darin, dass der Glasfaserausbau für die Zukunftsfähigkeit des Ennepe-Ruhr-Kreises eine wichtige Rolle spiele und der Gesetzgeber den ausführenden Firmen daher zurecht weitreichende gesetzlich festgeschriebene Rechte gegeben habe. „Aber gerade deshalb muss das Verlegen der Leitungen so erfolgen, dass die Menschen vor Ort nachvollziehen können, was wann passiert und an wen sie sich mit ihren Fragen und Hinweisen wenden können. Hier muss Muenet liefern“, so der Landrat.
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Grundstücksbesitzer müssen den Ausbau dulden
Die Tiefbaufirma GIG verlegt für Muenet seit April Glasfaser in ländlichen Gebieten. Die GIG-Geschäftsführung hat auch betont, dass man unter anderem aus Zeitdruck den kürzeren Weg „durch die Felder“ nehmen müsse. Zudem müssen die Grundstücksbesitzer den Ausbau dulden, da per Gesetz schnelles Internet zur Grundversorgung zählt. Und: Es gibt Entschädigungszahlungen.
Im Förderprojekt ‚Hellgraue Flecken‘ sind im Ennepe-Ruhr-Kreis 4786 Anschlussadressen erfasst. Für ihren Anschluss an das Glasfasernetz stehen rund 50 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land NRW zur Verfügung. Der Kreis hat das Förderprojekt federführend für die neun Städte beantragt. Gegenüber dem Unternehmen sowie die von ihm beauftragten Tiefbauer haben Kreis und Städte allerdings kein direktes Weisungsrecht. Als Konzessionsnehmer ist Muenet erster Ansprechpartner für Beschwerden von Betroffenen.



