„Das Geheimnis ist die Mama-Sauce“, meint Luca Invernizzi. Der 27-Jährige ist Geschäftsführer des Blue-Mama-Standorts an der Dortmunder Voßkuhle – dort, wo früher Frittenlabor und ein Asia-Imbiss standen. Seit gut einem Jahr steht der kleine Foodtruck hier, davor ein Jahr lang an der Total-Tankstelle neben dem Wittekindshof direkt an der B1.
Für die Mittagspause – ohne Kleckern und Suppenkoma
Google-Bewertung: 4,9 Sterne. Das ist mehr als solide. Aber schmeckt der Burger wirklich so gut? Wir haben den Fleischburger „Blue Mama“ getestet – also die Basisversion plus Cheese, Bacon und geschmorte Zwiebeln. Das Patty (mehr zu Fleisch und Sauce weiter unten) ist saftig, zart und wunderbar „rindfleischig“. Sehr gut. Die Signature-Sauce schmeckt tatsächlich so gut wie versprochen – würzig, cremig, süß. Die perfekte Ergänzung zum Fleisch. Andere Saucen gibt‘s ohnehin nicht, und das ist auch gut so. Die Schmorzwiebeln runden den Burger wunderbar ab. Und wichtig für die Mittagspause (viele Kunden kommen ja aus den Büros rundum): Der Burger macht satt, aber nicht pappsatt – und die Gefahr von Flecken auf dem Businesshemd ist gering, weil er sich tatsächlich „mit einer Hand“ essen lässt, wie Luca sagt.
Sieben Standorte hat Blue Mama inzwischen, viele davon Foodtrucks. Aber die Geschichte begann nicht im Ruhrgebiet, sondern im Sauerland: In Attendorn gründeten Albert Rasche und Aljoscha Köpsel 2021 den ersten Wagen. Luca war ihr erster Mitarbeiter. Daraus wurde ein bewusst geschlossenes Franchise, erklärt er: „Man kann sich da nicht einfach bewerben. Wir kennen uns, wir wissen, was wir an diesen Burgern haben, was wir von diesen Burgern wollen.“ Eigentlich sei er gelernter IT-ler, sagt er. Aber das war nicht sein Ding. Heute brennt der Attendorner so sehr für Blue Mama, dass er täglich 90 Kilometer aus seiner Heimat nach Dortmund pendelt.

„Mama-Sauce“ und frisches Fleisch aus Herscheid
Aber eigentlich ist es doch nur ein weiterer Burgerladen, oder? Nein, das findet Luca nicht. Dahinter stecke Anspruch: Das Fleisch stamme aus Herscheid, von einem Betrieb mit eigener Schlachterei und Weidehaltung. Direkt vom Hof, ohne je eingefroren zu sein.
Das Herzstück der Burger sei aber die Mama-Sauce. Zutaten: geheim. „Es ist eben was ganz Eigenes – wie eine Barbecue eine Barbecue ist, ist die Mama-Sauce eben die Mama-Sauce.“ Ansonsten bleibe er geheimnisvoll. Was drin ist, wissen weniger als zehn Menschen, meint er. Ihre Entwicklung habe Jahre gedauert. Firmengründer Albert sei eben Perfektionist: „Wenn er den Hauch eines Gramms noch anpassen kann, dann macht er das. Er ist ein unglaublicher Feinschmecker.“
Basisburger in vier Styles – und dreimal Veggie
Und was gibt‘s alles am Foodtruck an der Voßkuhle? Die Karte baut auf vier klassischen Fleischburgern auf: Hamburger, Cheesy, Bacon Cheesy und „Blue Mama Special“ mit allem plus geschmorte Zwiebeln. Dazu kommen drei vegetarische – wegen des Brioche-Buns ausdrücklich nicht vegane – Varianten: Falafel, Hähnchen-Imitat mit crosser Panade und Haferflocken-Patty mit Brokkoli und Spinat. Wer es scharf mag, bekommt kleingehackte Jalapenos dazu. Dazu gibt‘s klassische Pommes.
Mindestens genauso wichtig wie Fleisch und Sauce sei der Teamgeist: „Alle arbeiten verdammt gerne hier. Personalprobleme haben wir nicht, obwohl das in der Gastro ein Riesenproblem ist.“ Und das, meint Luca, springe auch auf die Gäste über: „Wenn jemand gerne seinen Job macht, ist das was anderes, als wenn jemand den Burger lieblos auf den Tisch klatscht. Wir sind immer Feuer und Flamme.“
Expansion im Ruhrgebiet – aber wo?!
Und das Konzept zahlt sich offenbar aus. Dortmund sei der Test gewesen, ob das südwestfälische Kleinstadt-Konzept auch gegen große Konkurrenz in der Großstadt besteht. „Es funktioniert“, meint Luca. Eine weitere Expansion sei schon beschlossene Sache – vor allem im Ruhrgebiet hält Blue Mama Ausschau nach dem nächsten Standort. Wo genau, das verrät Luca Invernizzi noch nicht.



