Ja oder Nein? Rund 440.000 Dortmunderinnen und Dortmunder haben in den letzten zwei Wochen Post bekommen: Die Stadt hat die Unterlagen zum Bürgerentscheid über eine mögliche Olympia-Bewerbung verschickt. Bis zum 19. April kann abgestimmt werden.

Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden mit der Abstimmung darüber, ob sich Dortmund an einer gemeinsamen Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beteiligen soll. Mit Dortmund bewerben sich 16 weitere Städte an Rhein und Ruhr gemeinsam um die Austragung der Sommerspiele.

So sieht das Konzept aus

Das Besondere des gemeinsamen Konzeptes: 50 der 54 geplanten Wettbewerbe würden in einem Radius von 40 Kilometern stattfinden. „Das heißt: Alles wäre etwa in einer Stunde erreichbar“, so Christopher Braun vom Olympiastützpunkt Westfalen bei einer Diskussionsveranstaltung in Arnsberg. Damit diese Rechnung aufgeht, müssten die Verkehrswege allerdings entsprechend ertüchtigt werden, meint der Koordinator mit Blick etwa auf die Rheinbrücken oder Zugstrecken.

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Für Olympia Rhein-Ruhr sollen im Revier keine Stadien gebaut werden.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Stadien müssten hingegen nicht gebaut werden. „Wenn wir eins haben, dann große Sportstätten“, meint der Koordinator mit Blick etwa auf die Schalke-Arena, den Signal-Iduna-Park und die Westfalenhalle. Lediglich in Köln müsse ein Olympia-Stadion errichtet werden. Die Arena, in einem bislang strukturschwachen Viertel in spezieller Modellbauweise geplant, solle allerdings anschließend in ein Quartier mit Wohnungen und Park umgebaut werden. Das sei nachhaltig.

Für die Spiele sollen 14 Millionen Zuschauer-Tickets zur Verfügung stehen – ein neuer Rekord. Braun: „Wir haben schon bei der Universiade 2025 bewiesen: Wir können groß!“

Das sind die Konkurrenten

Außer dem Ruhrgebiet mit Köln als „Leading City“ bewerben sich auch Berlin, München und Hamburg um die Austragung der Spiele. Während in München bereits zwei Drittel der Bevölkerung für Olympia gestimmt haben, gibt es in Hamburg deutlichen Widerstand. Dort soll bis zum 31. Mai ein Referendum laufen. In Berlin sind die Bürger laut jüngsten Umfragen positiv gestimmt. Einen Bürgerentscheid soll es nicht geben.

Ist München damit der stärkste Konkurrent fürs Revier? „Der Olympiapark ist ein echtes Pfund“, gibt Christopher Braun zu. Allerdings entspreche dort längst nicht mehr alles den aktuellen olympischen Normen. „Da müsste einiges umgebaut werden.“

Bürgerbescheid ausschließlich per Brief

Übrigens: Die Kosten für die Durchführung des Ratsbürgerentscheids liegen bei rund 1,2 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen 85 Prozent. Der verbleibende Eigenanteil der Stadt Dortmund in Höhe von rund 180.000 Euro wird aus dem bestehenden Haushalt gedeckt.

Der Ratsbürgerbescheid im Ruhrgebiet erfolgt ausschließlich per Brief – Wahllokale werden nicht geöffnet. Die Wahlbriefe können portofrei per Post zurückgeschickt oder persönlich im Kommunalen Wahlbüro abgegeben werden. Wichtig ist, dass sie spätestens bis 18. April 2026 bei der Stadt eingegangen sind.

Abstimmungsberechtigt ist, wer am 19. April 2026 mindestens 16 Jahre alt ist, die deutsche oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzt und seit mindestens 16 Tagen vor dem Abstimmungstermin in Dortmund wohnt (es zählt die Hauptwohnung). Wer noch keine Unterlagen bekommen oder weitere Fragen hat, kann sich an das Kommunale Wahlbüro der Stadt Dortmund wenden: Telefon 0231 50-10931 oder per Mail: wahlen@dortmund.de.