„Die Andere Seite der Nacht“ heißt die neue Ausstellung des Dortmunder Kunstvereins, die sich ab Samstag, 14. Februar, dem Thema Träumen widmet. Für Kuratorin Rebekka Seubert ist die Schau dabei auch „eine Einladung, den archaischen Moment des Schlafs als persönlichen und gesellschaftlichen Wert neu zu verhandeln“. Immerhin macht Schlaf etwa ein Drittel der menschlichen Lebenszeit aus.

Die Ausstellung will dabei das Potenzial des Traums ergründen, der Körper und Gefühlswelt in der Dunkelheit zusammenbringt. Die sieben zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler Javkhlan Ariunbold, Anne Bourse, Die Welttraumforscher, Rosanna Graf, Jean Katambayi Mukendi, Rasha Omar und Fion Pellacini zeigen in diesem Zusammenhang ihre Werke.

[Jeden Mittwoch kostenlos in Ihrem Postfach: Unser Kulturnewsletter mit allem Wissenswerten rund um Bühnen, Konzerte, Ausstellungen und Literatur aus dem Ruhrgebiet. Dazu gibt‘s handgemachte Eventtipps. Hier können Sie den Kultur-Newsletter bestellen.]

Dabei werden auch die Besucher selbst Teil der Ausstellung: Die gesamte obere Etage des Kunstvereins wird dafür in eine Ruhezone verwandelt, einen sogenannten „Nap Room“, in dem geschlafen werden darf. Drei Betten samt Nachttischen laden zum kurzen Schläfchen ein. Wer mitmacht, kann aus einem „Traummenü“ wählen, das die Kuratorin selbst zusammengestellt hat. Neben sphärischen Klängen können die Besucher zwischen verschiedenen Traumprotokollen wählen. Wer tatsächlich einschläft und sogar träumt, kann sein Erlebtes im Anschluss ebenfalls einsprechen.

Zusammen schlafen während der „Earth Hour“ am 28. März

Das wohl größte Experiment wagen die Initiatoren während der „Earth Hour“ am Samstag, 28. März: Zusammen mit dem Künstlerkollektiv Bompas & Parr soll bei „Dreaming Together“ die ganze Stadt gemeinsam träumen. „Mit dieser utopischen Idee wollen wir der Frustration begegnen, dass man Träume nur allein erlebt“, erklärt Rebekka Seubert. Ein Projekt, das Bompas & Parr im vergangenen Herbst bereits im Londoner The Groucho Club umsetzen und den „Akt des Schlafens“ so zu einer kulturellen Erfahrung machen wollten. Aller Voraussicht nach über einen Online-Link soll in Dortmund jeder die Gelegenheit haben, Teil des Kunstprojekts zu werden.

Lesen Sie auch

Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant; mit einer musikalischen Lesung (19. März), einem Filmabend (30. April) und einem Themenabend zur Kulturgeschichte des Träumens (26. März) mit dem Kunsthistoriker Hans Ulrich Reck: Zur Eröffnung am 14. Februar gibt‘s ab 20 Uhr ein DJ-Set von PVLM.

Die andere Seite der Nacht, 14. Februar bis 17. Mai, Dortmunder Kunstverein, Rheinische Straße 1. Der Eintritt zur Ausstellung und allen Veranstaltungen ist frei.