Er gehört zu den weltbesten Schlagzeugern, hat mit Stars wie Peter Maffay oder Dr. John gespielt. Doch nun ist seine Bühne erst einmal die Küche: Tony Liotta hat eine Reihe von Kochvideos auf Youtube gestartet. Sechs Folgen sind schon produziert. „Doch das sind nur Appetithäppchen“, sagt der Dortmunder. Damit will er seinen Fans Lust machen auf eine große Fernseh-Show.

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Er träufelt Öl aufs Carpaccio, mischt Kräuter für die Nudelsauce, zeigt Tricks fürs perfekte Salatdressing – und fegt dabei mit den Jazzbesen zu den Grooves von Bassist Tlako lässig über die Töpfe. „Cook the beat“ heißt das Format, das Tony Liotta zusammengerührt hat. „Ich will Kochen und Musik miteinander verbinden“, so der 64-Jährige.

Gastronomie liegt dem Dortmunder im Blut

Beides liegt ihm im Blut. Er ist zwar von Kindheit an weltweit als Musiker unterwegs gewesen, stammt aber aus einer Gastro-Familie. Sein Vater war Koch, die Familie betrieb mehrere Restaurants, erst in den USA, dann in Deutschland. „Ich bin in der Küche groß geworden“, sagt Liotta. Die Leidenschaft fürs Kochen habe ihn danach nie verlassen. Kein Wunder: Schließlich ist Liotta gebürtiger Italiener.

Tony Liotta Drummer Dortmund Cook the Beat
Tony Liotta hat in seiner Drumschool im Aplerbeck Dutzende von Percussion-Instrumenten – auch Kochtöpfe.© Funke Medien NRW | Britta Bingmann

Doch schon als er noch Baby war, wanderten seine Eltern in die USA aus. Liotta wuchs in New York auf, in New Orleans und Louisiana, im Herzen des Jazz. Schon mit drei Jahren saß er am Schlagzeug, galt mit zehn Jahren als Wunderkind der Szene. Als er 17 war, zog die Familie zurück nach Europa, wurde schließlich in Dortmund heimisch. Bis heute ist Liotta zwar weltweit unterwegs, dabei aber ausgesprochen sesshaft: Seit 1978 betreibt er seine „Drumschool“ in Aplerbeck, eine internationale Schlagzeug- und Percussion-Akademie, zu der die Schüler von weither anreisen. Dort im Foyer, in einer improvisierten Küche, wurden auch die Koch-Videos gedreht.

Drummer, Dozent, Direktor und Therapeut

Tony Liotta gibt Kurse als Dozent an Universitäten, arbeitet als Musiktherapeut mit Kranken und ist Direktor des Modern Music Institute, einer privaten Hochschule für Musik in Deutschland und Dänemark. Warum jetzt noch eine Kochshow? „Ich kann einfach nicht stillhalten, muss immer in Bewegung sein“, sagt er. Musiker hätten nun mal eine andere Mentalität. „Und crazy Musiker wie ich noch mal auf einem ganz anderen Level.“

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Die Idee für die Show habe er schon seit mehreren Jahren im Kopf. Es habe sogar schon ganz konkrete Pläne gegeben. „Aber die waren finanziell nicht umsetzbar.“ Das soll diesmal anders sein. Mit seiner Youtube-Reihe will Liotta nicht nur Zuschauer gewinnen, sondern auch für das Projekt werben. Einen Sponsor hat er schon gefunden. Vincenzo von Gusto Mania Italiana, einem Feinkostgeschäft aus Hagen, kümmert sich um die Zutaten für die Gerichte. „Alles frisch, alles vom Feinsten“, lobt Liotta. Doch bei einem soll es nicht bleiben. „Vielleicht findet sich ja auch ein Fernsehsender, der ,Cook the beat‘ produzieren würde.“ Vielleicht sogar international? „Da sage ich nicht nein.“

Musik und Kochen sollen gleichrangig sein

„Das Kochen und die Musik sollen gleichrangig nebeneinander stehen.“

Tony Liotta

Dabei hat Liotta genaue Vorstellungen, wie die Show einmal aussehen soll: Es soll keine Kochsendung mit ein bisschen Klanguntermalung sein. „Das Kochen und die Musik sollen gleichrangig nebeneinander stehen.“ Zu jedem Gericht, das in der Pfanne schmort, soll es auch ein Lied geben. Für Liotta liegen die beiden Welten ohnehin nah beieinander. Am Herd ließe sich wie am Schlagzeug die Stimmung ausdrücken, eine Harmonie erzeugen. „Und die Aromen sind die Grooves.“

In den ersten Folgen seiner Appetizer-Videos steht Tony Liotta noch allein vor der Kamera, dann begleitet ihn der Bassist. Für die nächsten Teile verspricht der Drummer weitere Gäste und einige Überraschungen. „Das steigert sich, die Menschen sollen ja dran bleiben.“ Und bei der großen Show, die Liotta plant, soll es dann richtige Promi-Auftritte geben – am Herd wie am Mikro. „Und ich werde der Entertainer sein, der beides präsentiert.“

Es muss nicht italienische Küche sein

Was dann gekocht werden wird, da will er sich noch nicht festlegen. Bislang dreht sich bei Youtube alles um die italienische Küche, von der Liotta schwärmt und die er mit seinen Gerichten ehren will. „Ich gebe alles für den Teller.“ Aber wenn die Gäste in der Show andere Vorlieben haben sollten, „dann braten wir vielleicht ein Wiener Schnitzel.“

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Doch noch ist das Schnitzel nicht paniert. Erst einmal müssen sich möglichst viele Zuschauer für das Format erwärmen. Tony Liotta hat keinen Zweifel daran, dass das geschehen wird. Er denkt groß, so wie er es immer getan hat. Bislang ist er damit weit gekommen.