Eine Regionalbahn des Betreibers „Eurobahn“ ist am Sonntagabend wahrscheinlich wegen hoffnungsloser Überfüllung in der Nähe des Dortmunder Stadions liegen geblieben. Zuvor war das Weihnachtssingen des BVB mit 70.000 Besuchern zu Ende gegangen – was den Ansturm auf die Bahn erklärt. Der Zug stoppte laut Bericht der Feuerwehr auf offener Strecke, etwa 250 Meter östlich der Haltestelle „Signal-Iduna-Park“. In ihrer Verzweiflung hätten einige Fahrgäste die Türen geöffnet und seien über das Gleisbett in Richtung Bahnhof und angrenzende Parkplätze marschiert.

Überfüllte Bahn nach BVB-Weihnachtssingen: „Man wollte schon Scheiben einschlagen“

Eine Mutter berichtet unserer Redaktion am Folgetag von der beängstigenden Situation: „Es wurde immer wärmer und viele Leute waren wirklich sehr aufgebracht. Man wollte schon die Scheiben einschlagen oder die Türen aufbrechen, aus Angst zu ersticken.“ Zudem sei die Kommunikation suboptimal gewesen: „Die Durchsagen waren so leise, das hat man gar nicht gehört. Ich glaube, für einige Kinder (auch meine) war das recht schlimm, weil die das ja gar nicht richtig verstehen und sich Sorgen machen.“

Wegen der Lage im Zug hatten gleich mehrere Fahrgäste die Feuerwehr und den Rettungsdienst alarmiert. Nach Eintreffen der Einsatzkräfte sei das Gleisbett gesperrt und der Zug evakuiert worden. Eine leicht verletzte Person wurde ins Krankenhaus transportiert und ein alleinreisendes 11-jähriges Kind wurde der Polizei übergeben. Gegen 21 Uhr konnte der Zug seine Fahrt in Richtung Soest fortsetzen.

Bahnbetreiber äußert sich: Deshalb blieb der Zug stehen

Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt der Betreiber, dass man wegen des BVB-Weihnachtssingens extra ein Fahrzeug mit doppelter Kapazität eingesetzt habe: „Dennoch war das Fahrgastaufkommen so groß, dass der Zug sehr voll war und sehr viele Fahrgäste sich vor allem im Türbereich aufgehalten haben“, so eine Sprecherin von Eurobahn. Dem Triebfahrzeugführer sei dann während der Fahrt angezeigt worden, dass es Türstörungen gebe: „Daraufhin hat er richtig gehandelt und den Zug angehalten, weil eine sichere Weiterfahrt nicht mehr gewährleistet werden konnte. Einige Türen wurden daraufhin von Fahrgästen Not-Entriegelt.“

Solche Situationen habe man sehr selten: „Grundsätzlich empfehlen wir, derartige Veranstaltungen gut zu planen und ggf. auch mehrere Züge und Wege zur An- oder Abreise in Betracht zu ziehen“, so die Empfehlung der Eurobahn auch in Richtung des Veranstalters Borussia Dortmund.