Vor dem Hintergrund der Kritik an den geplanten bundesweiten Schülerprotesten am Samstag haben mehrere Initiatoren ihre friedvolle Absicht betont. Die
„Zeit“ sprach mit mehreren Mitgliedern des Organisationsteams, wie sie am Donnerstag berichtete. „Wir wollen friedlich für unsere Sache kämpfen“, zitierte die Zeitung etwa den Schüler Konrad Schmitz, der die Proteste in Wuppertal organisiert.
Er lehne Extremismus ab, ob von links oder von rechts, sagte der 16-Jährige weiter. Das 18-jährige GenZ-Gründungsmitglied Akram Selo erhielt laut „Zeit“ nach eigener Aussage in den vergangenen Tagen viele Drohungen. Es gebe Menschen, „die denken, dass wir die Franzosen nachmachen wollen, die denken, wir wollen das Land zerstören“, sagte der Schüler. Er wies das zurück: Ziel der Initiative sei es, jungen Menschen, die sich vernachlässigt fühlten, eine Perspektive zu geben. Auch nach dem 31. Oktober werde man „sich dafür einsetzen, dass sich etwas verändert“.
Mitorganisator zieht sich zurück
Am Mittwoch machte dagegen einer der Mitorganisatoren, Gianni Matheja, seinen Rücktritt als Pressesprecher und Rückzug aus der Gruppe öffentlich. Inzwischen kämen unter dem Namen „GenZ regelt“ unterschiedliche Gruppen zusammen, deren Vorstellungen über Ziele und Formen des Protests auseinandergingen, schrieb er zur Begründung in den sozialen Medien. „Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe ich unter diesen Umständen nicht mehr ausreichend abgesichert.“
Auch die Bundesschülerkonferenz hatte sich von den Protestaufrufen distanziert. Sie will am 20. November eine eigene Demo abhalten.
Zugleich gibt es Stimmen, die vor einer voreiligen Kriminalisierung der jungen Menschen warnen, bevor diese demonstriert haben. „Ich halte es für einen Fehler, auf die sehr berechtigten Anliegen, die da formuliert werden, jetzt nur mit Warnungen vor Gewalt zu reagieren“, sagte Grünen-Chef Felix Banaszak dem RND. Ähnlich äußerten sich zuletzt auch die Linke und die Bildungsgewerkschaft GEW. (afp)