Ob Grippe, Scharlach oder Magen-Darm – wenn ein Kind krank zu Hause bleibt, wird es im Regelfall nicht von seinem Vater, sondern von seiner Mutter betreut. Laut einer aktuellen Studie der AOK wurden Kinderkrankentage 2025 in rund drei von vier Fällen von weiblichen Versicherten der Krankenkasse beantragt. Die von Männern beantragten Tage machten bei der AOK Rheinland/Hamburg und Westfalen-Lippe zwischen 24 und 27 Prozent aus.
Wer sich zu Hause um das kranke Kind kümmert, entscheiden die Eltern. Oft sei es „automatisch Frauensache“, erklärt Iris Kröner, Personalvorständin der AOK Nord/West, in einer Pressemeldung. Stattdessen sei es wünschenswert, dass Männer häufiger von ihrem Rechtsanspruch auf Kinderkrankentage Gebrauch machen würden. In Familien mit einem Kind liegt der jährlich bei 15 Tagen pro Elternteil – egal ob Mutter oder Vater. Bei mehreren Kindern stehen Eltern auch mehr Kinderkrankentage zu.
Weg zu fair verteilter Care-Arbeit bei Kinderkrankentagen scheint langwierig
Dass laut der AOK-Studie trotzdem nur rund ein Prozent der Männer, aber vier Prozent der Frauen mit Anspruch auf Kinderkrankentage diese auch nutzen, sei sozialer Ungleichheit geschuldet, erklärt Ulrike Dell von der AOK Rheinland/Hamburg. „Solange Betreuung, Organisation und emotionale Verantwortung überwiegend auf Frauen lasten, bilden Kinderkrankentage nicht nur eine individuelle Entscheidung ab, sondern spiegeln auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.“ Die Ursache liege in der ungleich verteilten Care-Arbeit, also der Sorge- oder Pflegearbeit in den Familien.
Aber: Die Studie zeigt einen Trend zur Angleichung der Kinderkrankentage von Vätern und Müttern. Während 2015 noch weniger als 18 Prozent der Zahlungen von Kinderkrankengeld in der AOK-Region Rheinland/Hamburg an Männer gingen, sei dieser Wert seitdem auf rund 24 Prozent gestiegen. Ein Anstieg um 33 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre.


