Greta Smykalla hat am Berufskolleg Bergkloster Bestwig ihre Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen. Mit dem Jugendprogramm „Erasmus+“ ging die 23-Jährige aus Neheim für sechs Monate an eine deutsche Schule auf Teneriffa. Das berichtet das Berufskolleg - und macht andere junge Menschen auf die Möglichkeit aufmerksam.
Drei Koffer, 3000 Kilometer, sechs Monate. Als es frühmorgens zum Flughafen ging, war Greta Smykalla aufgeregt – und hatte Angst vor dem Unbekannten. „Ich bin alleine gereist, das erste Mal von zu Hause ausgezogen, mit meinen drei Koffern in das wohl größte Abenteuer meines Lebens“, erzählt sie in dem Beitrag.
Am Berufskolleg Bergkloster Bestwig hat Smykalla die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Über das europäische Förderprogramm „Erasmus+“ ging sie für ein halbes Jahr nach Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Dort arbeitete sie am Colegio Alemán, einer deutschen Schule mit rund 60 Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren.
Die Angst verflog schnell. Am 3. Januar empfingen sie die 25 Grad warme spanische Sonne und ein herzlicher Vermieter. „Ich habe mich frei gefühlt“, sagt Smykalla.
Vom ersten Tag an gebraucht
An der Schule unterstützte sie die Klasse 1/2, bereitete Morgenkreise vor, arbeitete mit Kleingruppen und unterrichtete einzelne Kinder. Vom ersten Tag an übernahm sie den Spanisch-Unterricht für Anfänger – und lernte dabei selbst mit den Kindern. Als die Klassenlehrerin vier Tage fehlte, leitete sie die Klasse allein. „Nachdem ich die Tage gut gemeistert habe, war ich sehr stolz auf mich.“
Angekommen fühlte sie sich schon in der ersten Woche. Da sagte ein Mädchen zu ihr: „Wenn du im Sommer wieder gehst, werden wir dich alle bestimmt ganz dolle vermissen.“ Für Smykalla ein großer Moment der Wertschätzung.
Der Schulalltag auf Teneriffa verlief gelassener als in Deutschland, ohne Hektik und Unruhe. Manche Kinder sprechen vier Sprachen fließend. Höhepunkte des Halbjahres: der Karneval mit großem Umzug durch Puerto de la Cruz, das Inselfest „Día de Canarias“ mit einstudierten Volkstänzen – und eine Klassenfahrt mit 17 Kindern in ein Bergdorf auf 1500 Metern.
Nach Feierabend erkundete sie mit anderen Praktikantinnen und Praktikanten die Insel: Strände, ein Surfkurs, eine Tour auf den Teide, den höchsten Berg Spaniens. Und die größte Herausforderung des halben Jahres? „Den Rückflug nach Deutschland zu buchen“, sagt Smykalla.
Dreimal ist sie mit Erasmus+ gereist. Schülerinnen und Schülern, die über ein Auslandspraktikum nachdenken, rät sie: „Reist so viel ihr könnt und solange ihr könnt! Eine Zeit, die euch niemand nehmen kann.“ Auf kurz oder lang möchte sie sich ein Leben in Spanien aufbauen. Ihr Fazit: „Diese sechs Monate waren weit mehr als ein Praktikum – sie haben meinen Blick auf die Welt erweitert, mich persönlich wachsen lassen und mir Erinnerungen geschenkt, die ich für immer mitnehme.“
https://erasmus-plus.ec.europa.eu/


