Wenn es im Sommer richtig heiß wird, schnellt die Zahl der „Regelverstöße“ rund um den Sorpesee in die Höhe - hier ein illegales Feuerchen zum Grillen, dort ein verbotener Sprung ins Wasser... Doch wenn der Ruhrverband als Betreiber der Talsperre von einem „besonders krassen Beispiel rücksichtslosen Verhaltens“ spricht, dann muss es schon ein „Hammer“ sein.

Was ist passiert? Wie die Pressestelle des „RV“ mitteilt, haben noch Unbekannte aus alten Brettern und Rohren eine provisorischen Steg am Ufer errichtet. Dabei handelt es sich nach Auskunft des Unternehmens um Ordnungswidrigkeiten: „Errichtung einer Anlage am Gewässer ohne Genehmigung, lllegale Müllentsorgung). Doch damit nicht genug:

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Offenbar als Auftriebskörper wurden Kanister verwendet, die Reste hochgradig giftiger, extrem gewässergefährdender Natronbleichlauge enthielten. Und das geht gar nicht: „Wer ein Gewässer verunreinigt oder dies versucht, begeht eine Straftat, auch wenn es fahrlässig erfolgt“, stellt eine Sprecherin des Talsperrenbetreibers unmissverständlich fest.

„Fundort“ der abstrusen Konstruktion war eine Stelle am Südufer, nahe des Ortsteils Amecke, wie der Ruhrverband auf Nachfrage erklärt. Dort soll vor Kurzem eine Gruppe junger Leute dabei beobachtet worden sein, wie sie auf einem Parkplatz Bretter aus dem Kofferraum eines Pkw lud. Mit einem „Stegbau“ brachte der Zeuge diese Aktion aber nicht in Verbindung...

Giftige Kanister Sorpesee
Der „Steg“ wurde kurz nach Entdeckung aus dem Gewässer entfernt.© WP | Ruhrverband

Die Folgen: Der Ruhrverband hat das „Bauwerk“ schnellstmöglich aus dem Gewässer entfernt, „Anzeige gegen Unbekannt“ erstattet - und bittet dringend um Hinweise, wer den Behelfssteg errichtet haben könnte. Werden die Täter nicht ermittelt, würde die Allgemeinheit - wie so häufig - auch auf den Kosten für die Entsorgung des gefährlichen Mülls sitzen bleiben. Ebenfalls an der Sorpetalsperre gab es Beschädigungen an mehreren Bäumen. Auch in diesem Fall wurde Anzeige erstattet.

Talsperren-Knigge

„Business als usual“ meldet der Ruhrverband mit Blick auf die akute Hitzewelle: Große Probleme verursachten „Unbelehrbare, die trotz aller Warnungen in die Talsperren des Ruhrverbands springen“. An der Möhnetalsperre ignorierten einige Jugendliche derart hartnäckig die Ansprachen von DLRG und Ordnungsamt, dass die Polizei zur Amtshilfe hinzugezogen werden musste.

Der Ruhrverband weist zum wiederholten Male auf Folgendes hin:

- Verhaltet Euch rund um den Sorpe- und Möhnesee verantwortungsbewusst und nehmt Rücksicht auf eure Mitmenschen

- Hinterlasst keinen Müll und verursacht keine Schäden

- Badet nur an den ausgewiesenen Badestellen

- Befolgt das Grillverbot auf den Uferflächen und das absolute Rauchverbot im Wald.

Mehr zum „Talsperren-Knigge“ haben wir in diesem Artikel für Euch zusammengefasst:

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Wer noch genauer wissen will, was rund um die Talsperren erlaubt und verboten ist, regeln Freizeitordnung und Gemeingebrauchsverordnung der Bezirksregierung Arnsberg: https://ruhrverband.de/services/sport-und-freizeit-tipps/freizeitordnung. Verstöße gegen geltendes Recht bringt der Ruhrverband grundsätzlich zur Anzeige.