Helmeringhausen feiert am 3. Oktober sein 980-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum hat Rudolf Hillebrand eine 196 Seiten starke Dorfchronik geschrieben. Das Buch trägt den Titel „Helmeringhausen – eine Chronik“ und erzählt die Geschichte des Ortes von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1046 bis heute. Das teilte die Dorfgemeinschaft mit. Die erste Auflage mit 100 Exemplaren ist bereits vergriffen. Weitere 50 Bücher sind nach Angaben der Dorfgemeinschaft erhältlich.
Lesen Sie auch
Vier Jahre lang hat Hillebrand an der Chronik gearbeitet. Wie viele Stunden er dafür am Schreibtisch, in Archiven und bei Gesprächen verbrachte, kann er selbst nicht mehr sagen. „Ich kann es wirklich nicht beziffern“, sagt der Autor. Er habe das Buch weder im Auftrag eines Vereins noch aufgrund eines Amtes geschrieben, sondern „einfach aus Spaß“.
Umfangreiche Recherchen
Für seine Recherchen wertete Hillebrand 14 Literaturquellen aus. Hinzu kamen Protokollbücher der örtlichen Vereine, Zeitungsausschnitte und alte Gerichtsakten. Beim Heimatbund der Stadt Olsberg sichtete er weiteres historisches Material. Auch eine Magisterarbeit über das soziale Zusammenleben in Helmeringhausen floss in das Buch ein. Zudem sprach Hillebrand mit Zeitzeugen und Angehörigen. Manche Unterlagen waren in Sütterlin geschrieben und mussten zunächst übertragen werden. Dabei unterstützte ihn seine Cousine.
Die Recherchen führen auch zu den früheren Standorten des Dorfes. Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1046 lag Helmeringhausen nach Darstellung der Chronik im Bereich der heutigen Straße Unterm Hagen in Bigge. Das damalige Dorf brannte vermutlich ab. Einen schriftlichen Beleg dafür gibt es laut Dorfgemeinschaft allerdings nicht.
Die Bewohner zogen anschließend den Berg hinauf und siedelten zwischen den heutigen Orten Bigge und Helmeringhausen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlegten sie das Dorf erneut. Der heutige Standort versprach ihnen nach Hillebrands Recherchen mehr Sicherheit.
Chronik kostet 20 Euro
Unterstützung erhielt der Autor von Dieter Pfennigwerth aus Essen, der das Buch gestaltete. Die Bürgerstiftung „Wir in Olsberg“ beteiligte sich finanziell an der Herstellung. Die Chronik kostet 20 Euro und ist bei Ortsvorsteher Winfried Henke erhältlich.
Mit dem Buch holt Helmeringhausen zugleich eine Feier nach, die während der Corona-Pandemie ausfallen musste. Das 975-jährige Bestehen konnte das Dorf nicht gemeinsam begehen. Nun plant die Dorfgemeinschaft für Samstag, 3. Oktober, ein umfangreiches Programm.
Geplant sind eine Schnade, Führungen und weitere Aktionen im Dorf. Eine Ausstellung zeigt die Geschichte Helmeringhausens. Später stehen ein Kartoffelbraten und ein gemeinsames Beisammensein in der Schützenhalle auf dem Programm. Die Dorfgemeinschaft lädt dazu alle Interessierten ein. Uhrzeiten nennt die Mitteilung noch nicht.
Eine Woche später kommt die Apfelpresse nach Helmeringhausen. Am Samstag, 10. Oktober, können Interessierte Saft aus ihren eigenen Äpfeln pressen lassen. Anmeldungen nimmt Sven Flenner von der Kolpingsfamilie Helmeringhausen per WhatsApp unter 0151 24001732 entgegen.





