Die ARD setzt die Schlagersendung „Immer wieder sonntags“ ab. In diesem Jahr werden die letzten 13 Live-Ausgaben des Formats mit Moderator Stefan Mross produziert, wie der SWR in Baden-Baden auf Anfrage bestätigte. Zum Finale gibt es zusätzlich am 6. September noch eine Extra-Ausgabe, am 13. September eine Best-of-Show.

„Die Einstellung von ‚Immer wieder sonntags‘ ist eine schmerzhafte Entscheidung, die wir sehr sorgfältig abgewogen haben und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt. Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl“, erklärte Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor Information.

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„Immer wieder sonntags“ wird seit 1995 im Ersten ausgestrahlt, damals noch von Max Schautzer moderiert. Seit 1998 ist das Gelände des Europa-Park-Erlebnisresorts in Rust (Ortenaukreis/Baden-Württemberg) fester Austragungsort der Open-Air-Live-Sendung. Im vergangenen Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen Marktanteil von rund 17 Prozent.

Max Schautzer moderierte bis einschließlich 2003. Seit 2005 ist Stefan Mross Moderator der Sendung, nachdem Sebastian Deyle 2004 für ein Jahr die Moderation übernommen hatte. Insgesamt wurden bisher 378 Folgen in 31 Staffeln produziert.

Schlägerei, Schlüpfriges, Schwächeanfall – Stefan Mross sorgte für Schlagzeilen

Die Zusammenarbeit zwischen Mross und der ARD verlief in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos. Nach einer Schlägerei in einem Hotel und bundesweiten Schlagzeilen zu dem Vorfall prüfte der SWR im Frühjahr 2023, ob Mross nicht ersetzt werden sollte. Das Amtsgericht Leipzig hatte im November 2022 einen Strafbefehl gegen ihn erlassen. Schlussendlich durfte Mross weiter moderieren.

Schlagzeilen gab es auch nach einer Sendung im Jahr 2022, als Mross während der Sendung ein Mädchen interviewte und sie fragte „Was ist das Besondere, auf einem (M)Ross zu reiten?“ Gegenüber RTL erklärte der SWR damals, man habe mit Mross über die Szene gesprochen. „Er hat den betreffenden Wortwitz spontan gemacht - und ohne jede Absicht, damit seinen jungen Gast oder das Publikum zu verletzen. Dass der Witz zu Irritationen geführt hat, tut dem Moderator unserer beliebten Unterhaltungssendung sehr leid.“ Der SWR beließ damals die Sendung in der Mediathek.

Der Schlagerstar sorgte rund um die Sendung aber auch für emotionale Schlagzeilen, die viele Fans bewegten. So sprang im vergangenen Jahr beispielsweise seine erste Ehefrau, Stefanie Hertel (46), für ihn ein, nachdem seine Mutter gestorben war. In der darauffolgenden Ausgabe „Immer wieder sonntags“ sang Mross im Gedenken an sie gerührt einen Song.

Mross sang auch selbst und schlüpfte in komische Rollen

Der 50-Jährige führte als Gastgeber in all den Jahren nicht nur durch die Sendung, sondern sang häufig selbst oder schlüpfte in komische Rollen wie die des französischen Spitzenkochs „Maître Stephane“ oder des italienischen Magiers „Stefano Mrossini“ – ganz zur Freude des Publikums. 

Jahrelang wurde in der Show auch gekocht – bis zu einem Vorfall 2014. Mross probierte eine sehr scharfe Currywurst-Soße und erlitt einen Schwächeanfall. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik. Der Wurst-Test gehörte zur Sendungsrubrik „Herausforderung für Stefan“. Eine Sprecherin des SWR versprach nach dem Vorfall, dem Moderator keine Aufgaben mehr stellen zu wollen, die mit der Verkostung von Speisen und Getränken zu tun haben. Die Zuschauer schätzten an Mross, dass er sich immer neuen Aufgaben stelle, sagte die Sprecherin damals.

fmg/dpa