Die Oscars stehen vor einem Wendepunkt: In dieser Preisverleihungssaison hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eine neue, rigorose Regel eingeführt, die das Abstimmungsverfahren grundlegend verändert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Oscars müssen Mitglieder der Academy bestätigen, dass sie wirklich alle (!) in einer Kategorie nominierten Filme gesehen haben, um ihre Stimme abgeben zu dürfen. Laut einer E-Mail, die „NBC News“ vorliegt, steht die Einhaltung der neuen Vorgaben im Mittelpunkt – und könnte das gesamte Abstimmungssystem revolutionieren.
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Die neue Regel, die im April eingeführt wurde, verpflichtet die mehr als 10.000 stimmberechtigten Mitglieder dazu, alle fünf nominierten Filme jeder Kategorie, sowie alle zehn Filme der Kategorie „Bester Film“, vor der finalen Abstimmung zu sehen. Die Academy betont in ihrer Mitteilung, dass die Einhaltung dieser Vorgabe auf Vertrauen basiert und keine detaillierten Nachweise wie Kinokarten oder Quittungen erforderlich sind. Mitglieder, die Filme über den Academy Screening Room (ASR), das Streamingportal der Organisation, ansehen, werden automatisch verifiziert. Für Filme, die anderweitig gesichtet werden – beispielsweise bei Filmfestivals oder in Kinos – müssen Mitglieder diese manuell als „gesehen“ markieren.
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Mit neuer Regel soll Werke fairer bewerten werden
Die neue Regelung soll sicherstellen, dass alle nominierten Werke fair bewertet werden und favorisierte Filme nicht einfach alle Stimmen absahnen, unabhängig von ihrer Qualität im Vergleich mit anderen Filmen der Kategorie. Die Academy will damit ein Phänomen eingrenzen, bei dem einige Mitglieder einzig aufgrund ihrer persönlichen Präferenzen für einen Film stimmen, ohne andere Filme der Kategorie gesehen zu haben.
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Der Verdacht auf solche Praktiken war insbesondere bei den diesjährigen Auszeichnungen laut geworden. Neons „Anora“ gewann 2025 in fünf Kategorien, darunter Bester Film, Beste Regie (Sean Baker) und Beste Hauptdarstellerin (Mikey Madison). Es bleibt jedoch unklar, ob die Wähler, die mehrfach für „Anora“ abstimmten, tatsächlich auch die weniger prominenten nominierten Filme gesehen haben, wie etwa Amazon MGMs „Nickel Boys“ oder Sony Pictures Classics’ „I’m Still Here“, die ebenfalls in wichtigen Kategorien vertreten waren.
Mitglieder finden Umsetzung problematisch
Drei Mitglieder der Academy, die anonym bleiben wollten, äußerten gegenüber „NBC News“ ihre Unterstützung für die Intention der Richtlinie, hielten die Durchsetzung jedoch für problematisch. Sie merkten an, dass ein bloßer Start eines Films im Streamingdienst nicht zwingend bedeute, dass dieser auch vollständig angesehen werde.
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Die Academy selbst äußerte sich nicht zur neuen Richtlinie und lehnte eine Stellungnahme ab. Dennoch scheint der Zeitpunkt der Regeländerung ein Hinweis darauf zu sein, dass die Organisation auf die veränderten Sehgewohnheiten ihrer Mitglieder reagiert. Seit der Bereitstellung der Filme über den Academy Screening Room im Jahr 2019 hat die Academy Zugriff auf Daten darüber, welche Mitglieder die Filme ansehen und wer dies nicht tut.
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Neue Oscar-Kategorien kommen
Zusammen mit dieser Regeländerung bringt die Academy weitere Neuerungen rund um die Oscars auf den Weg. So wird erstmals 2026 ein Preis für herausragende Leistungen im Casting eingeführt, gefolgt von einem Preis für Stuntdesign, der 2028 zum ersten Mal vergeben werden soll.
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Die Oscar-Nominierungen für die 98. Preisverleihung werden am 26. Januar bekannt gegeben, während die Zeremonie selbst am 15. März stattfindet. Moderiert wird die Oscar-Verleihung auch 2026 wieder von Conan O‘Brien.






