Als Toyota-Chef Akio Toyoda auf der Tokyo Motor Show 2011 den futuristischen Fun-Vii vorstellte, brachte er die Idee hinter dem Concept Car mit einem Satz auf den Punkt: Man habe gewissermaßen vier Räder an ein Smartphone geschraubt.

15 Jahre später ist aus der damaligen Marketing-Metapher in vielerlei Hinsicht Realität geworden. Software, Mikroelektronik und Daten bestimmen heute maßgeblich, was ein modernes Fahrzeug kann. Doch der Vergleich mit dem Smartphone greift inzwischen zu kurz. Denn nicht nur das Auto hat sich grundlegend verändert, sondern auch die Art, wie es entwickelt wird.

Wie tiefgreifend dieser Wandel ist und was er für die Zusammenarbeit in der Automobilindustrie bedeutet, wird auch auf der IZB 2026 in Wolfsburg eine zentrale Rolle spielen.

Autos und ihre Entwicklung werden immer komplexer

Die Komplexität beginnt lange vor dem fertigen Fahrzeug. Entwicklungsarbeit findet zunehmend in virtuellen Umgebungen statt. Künstliche Intelligenz wertet große Datenmengen aus, Simulationen beschleunigen Entwicklungsschritte und ermöglichen es, Funktionen frühzeitig abzusichern.

Der Wandel zur Elektromobilität verändert Komponenten, Lieferketten und Materialkreisläufe. Gleichzeitig verschiebt das Software Defined Vehicle den Schwerpunkt von einer vorwiegend bauteilgetriebenen Konstruktion hin zu einer vernetzten Fahrzeugplattform. Hard- und Software müssen deshalb von Beginn an zusammengedacht werden.

Fahrzeuge haben zudem deutlich längere Lebenszyklen als Smartphones. Ihre Software muss über Jahre gepflegt und aktualisiert werden und gleichzeitig hohe Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit erfüllen. Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren erhöhen die Komplexität zusätzlich.

Vor allem aber verteilt sich die dafür notwendige Kompetenz auf immer mehr Disziplinen und Unternehmen. Kaum ein Akteur kann sämtliche Technologien eines modernen Fahrzeugs allein beherrschen.

Besucher auf der IZB in Wolfburg informieren sich über Innovationen im Automobilsektor. Im Vordergrund steht ein transparentes Fahrzeugmodell, das Lenkung und andere technische Komponenten sichtbar macht.
Neue Technologien verändern das Fahrzeug und seine Entwicklung. Die IZB bringt Unternehmen zusammen, die an Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration arbeiten.© Wolfsburg AG

Von der Bauteil-Betrachtung zum Netzwerk-Denken

Für Zulieferer verändert das die eigene Rolle. Früher stand vor allem die Beherrschung der eigenen Komponente im Mittelpunkt. Heute müssen Unternehmen zusätzlich verstehen, in welche Systeme ihre Technologie eingebunden ist und welche Anforderungen daraus entstehen. Und sie müssen dieses Wissen möglichst früh in den Entwicklungsprozess einbringen.

Diese Entwicklung verändert auch das Bild einer Zulieferermesse. Längst geht es nicht mehr allein um Komponenten, sondern zunehmend um Technologien, Entwicklungskompetenz und die Frage, welche Partner gemeinsam Lösungen für das nächste Fahrzeug entwickeln können.

Aus klassischen Lieferanten werden Technologie- und Entwicklungspartner. Damit verändert sich auch die Frage, wie Innovation entsteht. Eigenes Know-how bleibt entscheidend. Ebenso wichtig wird jedoch die Fähigkeit, externes Spezialwissen zu finden und in die eigene Entwicklung einzubinden.

Netzwerke werden deshalb zur strategischen Ressource. Mittelständische Spezialisten brauchen Partner für neue Entwicklungsaufgaben. Start-ups benötigen industrielle Erfahrung und Zugang zur Serie. OEMs suchen den Kontakt zu neuen Technologien. Forschung braucht Unternehmen, die aus Erkenntnissen industrielle Anwendungen machen.

Je stärker sich diese Kompetenzen verteilen, desto wichtiger wird die Frage: Wie finden die richtigen Partner zueinander?

Warum persönlicher Austausch wichtig bleibt

Digitale Entwicklungstools und Videokonferenzen haben die Zusammenarbeit über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg erheblich erleichtert. Technologien lassen sich online recherchieren, erste Informationen sind schnell verfügbar und Projektteams können weltweit zusammenarbeiten.

Doch eine technologische Lösung zu finden und sich für eine Zusammenarbeit zu entscheiden, sind zwei verschiedene Dinge.

Wer arbeitet tatsächlich an einer Technologie, die zum eigenen Projekt passt? Wem lässt sich Entwicklungsverantwortung übertragen? Wie belastbar ist eine Lösung? Und passt ein möglicher Partner nicht nur technologisch, sondern auch hinsichtlich Entwicklungsprozessen, Geschwindigkeit und Anforderungen?

Solche Fragen lassen sich nur begrenzt über Websites, Präsentationen und Videokonferenzen beantworten. Gerade wenn Unternehmen erstmals zusammenarbeiten, bleibt der direkte Austausch wichtig. Vertrauen entsteht nicht automatisch mit dem ersten Kontakt. Es entwickelt sich im Gespräch über konkrete Technologien, Anforderungen und gemeinsame Projekte.

Fachmessen haben deshalb auch in einer zunehmend digitalen Industrie eine klare Funktion. Sie bringen in kurzer Zeit Menschen zusammen, die sich sonst möglicherweise gar nicht begegnen würden.

Die Internationale Zuliefererbörse, kurz IZB, in Wolfsburg hat sich auf diesen Austausch spezialisiert. 2026 feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Als Toyoda 2011 das Bild vom Smartphone auf vier Rädern prägte, hatte die IZB bereits einen festen Platz im Kalender der Automobilindustrie. Seitdem hat sich nicht nur das Fahrzeug grundlegend verändert. Auch die Zusammenarbeit zwischen OEMs, Zulieferern und Technologieunternehmen ist eine andere geworden.

Zahlreiche Fachbesucher verteilen sich auf der IZB rund um ein transparentes Fahrzeugmodell, an dem Sensoren und technische Komponenten sichtbar angebracht sind.
Die IZB in Wolfsburg bringt die internationale Automobilindustrie zusammen. Vom 27. bis 29. Oktober 2026 wird das Messegelände im Allerpark erneut zum Treffpunkt für OEMs, Zulieferer, Technologieunternehmen, Start-ups und Forschung.© Wolfsburg AG

Mit der Branche im Wandel: 25 Jahre IZB

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der IZB selbst. Aus dem klassischen Zusammentreffen von Herstellern und Zulieferern ist eine internationale Plattform geworden, auf der etablierte Unternehmen ebenso vertreten sind wie neue Technologieanbieter, Start-ups, Engineering-Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Mit modernen Formaten schafft die IZB zusätzliche Möglichkeiten für den gezielten Austausch. In den Volkswagen Group Hubs wird der Autobauer selbst zum Aussteller. Hier treffen Fachbereiche der Volkswagen Group auf Unternehmen und Technologien, die für aktuelle und künftige Entwicklungsfelder relevant sind. Die Connecting Area bringt Start-ups, Zulieferer, Forschung und Industrie zusammen. Und mit der Cross Industry Area richtet sich der Blick bewusst auf Technologien und Lösungsansätze aus anderen Branchen.

Denn Innovationen entstehen längst nicht mehr ausschließlich innerhalb traditioneller Branchengrenzen. Technologien aus Softwareentwicklung, Gaming, Elektronik oder anderen Industrien finden ihren Weg ins Fahrzeug. Virtuelle Welten helfen bei Entwicklung und Simulation, digitale Bedienkonzepte verändern das Nutzererlebnis.

Die IZB bildet damit auch ab, wie sich die Automobilindustrie selbst verändert: Die Grenzen zwischen klassischen Zulieferern, Softwareunternehmen, Entwicklungspartnern und neuen Technologieanbietern werden durchlässiger.

IZB 2026: Drei Tage für neue Verbindungen

Vom 27. bis 29. Oktober 2026 verdichtet sich dieser Austausch auf dem Messegelände im Wolfsburger Allerpark. OEMs, Zulieferer, Technologieunternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen treffen dort aufeinander.

Je komplexer das Fahrzeug wird, desto weniger entsteht es innerhalb eines einzelnen Unternehmens. Wettbewerbsvorteile hängen deshalb zunehmend auch davon ab, die richtigen Technologien und Partner frühzeitig zu finden.

Genau dafür braucht die Automobilindustrie Orte, an denen aus einem ersten Kontakt ein fachlicher Austausch und aus einem fachlichen Austausch eine Zusammenarbeit werden kann. Die IZB 2026 bietet dafür drei Tage in Wolfsburg.

IZB 2026 in Wolfsburg

27. bis 29. Oktober 2026

Messegelände im Allerpark
38448 Wolfsburg


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Wer die Technologien, Unternehmen und Partner kennenlernen möchte, die an der nächsten Generation des Automobils arbeiten, kann sich jetzt sein Fachbesucherticket für die IZB 2026 sichern.

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