Ob sanfte Ausläufer des Bergischen Landes in Düsseldorf, idyllische Wege entlang der Mosel in Trier oder der Englische Garten mitten in München – viele Städte in Deutschland haben einige schöne Wandergebiete zu bieten. Wir stellen einige vor.

Düsseldorf: Naturschutzgebiete mitten in der Stadt

Wandern in der Großstadt? In Düsseldorf ist dies gut möglich. Denn trotz aller Urbanität bietet die Rheinmetropole in ihren Wäldern und Naturschutzgebieten tolle Möglichkeiten für ausgedehnte Spaziergänge im Grünen. Hier sind einige unserer Favoriten: Der zu Rath gehörende Aaper Wald ist trotz seiner Nähe zur Stadt Lebensraum für Rehe, Füchse und Steinmarder. Informationen zu den tierischen Bewohnern sowie dem alten Baumbestand erfahren Wanderer auf dem als A2 gekennzeichnete Waldlehrpfad (ca. 3,8 Kilometer, Gehzeit: eine knappe Stunde).

Urban panoramic cityscape view of Dusseldorf old town and transportation waterway of the whole of Germany - the Rhine River, along which large barges and small ships are sailing
Wer Düsseldorf zu Fuß erkundet hat, kann sich am Rhein oder in der Altstadt mit gutem Essen und einem leckeren Bier belohnen.© Getty Images/iStockphoto | frantic00

Im Osten Düsseldorfs sind sanfte Ausläufer des Bergischen Landes zu spüren, so auch im Grafenberger Wald. Der städtische Forst bietet Wanderrouten von unterschiedlicher Länge. Ihnen gemein sind die Steigungen, die im sonst eher flachen Düsseldorf den Puls höherschlagen lassen. Alte Kopfweiden und Pappelreihen, saftige Wiesen und Ackerflächen – und ein Schloss. Der Himmelgeister Rheinbogen ist ein gut erhaltenes Beispiel für die typische niederrheinische Kulturlandschaft. Zugleich ist das unter Naturschutz stehende Areal ein Hort für selten gewordene Pflanzen und bedrohte Vögel. Der Rundweg ist acht Kilometer lang.

Trier: Entlang der Mosel

Die Moselsteig-Seitensprünge sind Rundwanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die entlang des Moselsteigs auf einen Abstecher einladen. So verbinden diese Routen die Flusslandschaft der Mosel auch mit den Wiesen und Wäldern der angrenzen Mittelgebirge. Einige der Moselsteig-Seitensprünge sind nur einen Steinwurf von Trier entfernt. Wer gerne draußen aktiv ist, erwandert die Weinlandschaft entlang von Moselsteig, Seitensprüngen und Traumpfaden.

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In Trier warten Kultur, Geschichte und ganz viel Natur entlang der Mosel.© LiborK - stock.adobe.com | Libor

Unweit der Mündung der Saar in die Mosel verläuft zum Beispiel ab Wasserliesch der 16 Kilometer lange Seitensprung „Wasserliescher Panoramasteig“ mit spektakulären Ausblicken und abwechslungsreicher Landschaft. Mit vielen Orchideenarten im Naturschutzgebiet Perfeist bietet dieser Weg Wanderern eine weitere landschaftliche Besonderheit. Der Moselsteig-Seitensprung „Longuicher Sauerbrunnen“ verbindet auf gut 13 Kilometern touristisch interessante Bereiche und bietet viele Höhepunkte: die römische Villa Urbana, herrliche Aussichten, ein Biotop mit einzigartiger Vegetation und seltenen Tieren, alte Baumbestände, schöne Weinberge und natürlich den namensgebenden Longuicher Sauerbrunnen. Dies ist eine Quelle, die aus den devonischen Schichten des Hochwaldes gespeist wird.

Mainz: Hiwweltouren im Weinanbaugebiet

Hiwwel heißen die Hügel in Rheinhessen. Sie sind in weiten Teilen mit Reben bedeckt, Rheinhessen ist flächenmäßig das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Wer diese Landschaft in der Nähe von Mainz bei einer Wanderung erleben will, für den gibt es die neun Hiwweltouren. Mit ihrer Länge zwischen sieben und 13 Kilometern eignen sie sich auch gut für Halbtagestrips. Ein Teil der Hiwweltouren ist an das Mainzer Busnetz angeschlossen und somit nur eine kurze Fahrt vom Hauptbahnhof entfernt.

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Hiwweltouren in der Nähe von Mainz.© riebevonsehl - stock.adobe.com | Thomas Riebesehl

Eine der schönsten Touren führt durch das idyllische Selztal, die zehn Kilometer lange „Hiwweltour Stadecker Warte“. Namensgeber ist ein Aussichts- und Beobachtungsturm, der ganzjährig frei zugänglich ist. Die Anreise ab Mainz dauert mit dem Bus eine halbe Stunde – die Wanderung ist gut mit einem Städtebesuch kombinierbar. Die Stadecker Warte ist eine Rundwanderung mit Aussicht. Bei guten Voraussetzungen sieht man kilometerweit, etwa am Wingerthaus Schindegaul. Es lohnt sich dabei, Wegzehrung mitzunehmen. Die Rastplätze sind ein Erlebnis. Liebevoll wurden sie angelegt, mit Pergolen und Tischen aus rheinhessischem Sandstein. Rund drei Stunden sind Naturfreunde auf dieser Hiwweltour unterwegs, die nur rund 100 Höhenmeter Differenz umfasst.

München: Stadtwandern quer durch die Bayernmetropole

Man sagt „München ist ein Dorf“ – und das lässt sich am besten bei einer Wanderung zu Fuß erkunden. Die zwölf Kilometer lange Ost-West-Passage führt einmal quer durch München vom Prinzregentenplatz in Bogenhausen, durch den Englischen Garten, das Kunstareal und den Königsplatz bis zum Schloss Nymphenburg und bringt Besuchern die Stadt auf eine langsamere, intensivere Art näher.

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Bei einer Stadtwanderung durch München kann man die bayerische Metropole ganz neu entdecken.© FleischiPixel - stock.adobe.com | Michael Fleischmann

Wer sich ausreichend Zeit für die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges nehmen möchte, teilt die Passage in drei Etappen ein und lässt sich von einer Touren-App (z.B. komoot) leiten. Die drei Kilometer lange erste Etappe der Ost-West-Passage beginnt beispielsweise am Prinzregententheater, das mit Klassizismus-Elementen beeindruckt. Durch die parkartigen Maximiliansanlagen führt der Weg vorbei an einer der nobelsten Gegenden Münchens mit palastartigen Jugendstilvillen. In nur wenigen Minuten sind Wanderer im Englischen Garten, einer der größten innerstädtischen Parks der Welt. Es lohnt sich aber auch, die Stadtluft hinter sich zu lassen und eine gemütliche Wanderung vor den Toren der Metropole zu planen: Die Berge und Seen sind zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert.

Berlin: Schönste Routen von der Innenstadt bis Brandenburg

Mit ausgedehnten Wald- und Wasserflächen finden Wanderfreunde in der Hauptstadt etliche Möglichkeiten zur Naherholung in der Großstadt-Natur. Interessant ist etwa der Havelhöhenwanderweg: Der zehn Kilometer lange Weg (ca. 4-5 Stunden) führt entlang der Havel vom Pichelsberg nach Süden durch den Grunewald bis zum Strandbad Wannsee. Neben den landschaftlichen Reizen gehören der 55 Meter hohe Grunewaldturm, die Waldausstellung „Wald.Berlin.Klima“, das Schildhorndenkmal und die idyllische Havelinsel Lindwerder zu den Highlights der Wanderung. Zum Abschluss der Tour können sich Wanderer im Strandbad Wannsee erfrischen. Die zweistündige Bergwanderung durch den Grunewald bietet hingegen etwas mehr Steigung als viele andere Wanderungen in Berlin. Naturfreunde laufen vom S-Bahnhof Grunewald bis zur Teufelsseechaussee, dann wandert man entgegen dem Uhrzeigersinn über die zwei Berge und wieder zurück zum Bahnhof. Von der Teufelsseechaussee aus wird zunächst der Drachenberg bestiegen – eine hervorragende Aussicht folgt. Von dort aus geht es zum Teufelsberg. Auf dessen Gipfel erwartet Wanderer ein malerisches Panorama mit einer verlassenen Abhöranlage.

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In Berlin lädt der Grunewald zum Wandern ein.© benbro - stock.adobe.com | Benjamin Brosdau