Verlegung am 7. September

Stolpersteine gegen das Vergessen

Foto: WR

Vier Stolpersteine gegen das Vergessen werden am Montag, 7. September, gelegt. Zwei davon finden ihren Platz in der Jägerstraße in Lünen-Süd, die anderen beiden in der Cappenberger Straße.

Erinnern sollen die Steine an die NS-Opfer Siegmund Kniebel, der im Lüner Süden an der Jägerstraße 48 ein Textil- und Kurzwarengeschäft betrieb, und an Albert Bruch, der im Haus gegenüber, Jägerstraße 45a, ein Textil- und Konfektionshaus führte. Beide jüdischen Kaufleute wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in ihren Wohnungen erschossen. Albert Bruch starb durch einen Kopfschuss, Siegmund Kniebel starb durch einen Bauchschuss. Waldemar Elsoffer, der an der Cappenberger Straße 35c wohnte, wurde in der gleichen Nacht misshandelt und dann in der Lippe ertränkt. Bernhard Samson aus dem Haus der Cappenberger Straße 7 überlebte die Nacht zwar mit schwersten Kopfverletzungen, flüchtete schwer verletzt in die Dominikanische Republik, war so schwach, dass er vom Schiff getragen werden musste. Aber als auch seiner Ehefrau die Flucht gelang, war Bernhard Samson bereits seinen schweren Verletzungen erlegen.

Die vom Kölner Künstler Günter Demnig gestalteten Steine werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer verlegt. In Lünen-Süd werden fünf Minuten lang die Kirchenglocken läuten, bevor Pastorin Andrea Ohm um 16 Uhr die Begrüßungsrede vor dem Haus der Jägerstraße 48 halten wird. Während der Verlegung präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ihr Banner „Warum wir gegen Nazis sind”. Gegen 16.30 Uhr erfolgt der Wechsel auf die andere Straßenseite zum Haus 45a. Während der Verlegung spielen die Jungbläser des Posaunenchores Preußen. Ungefähr um 16.45 Uhr wird Stephan Wilhelm die Schlussworte sprechen. Die Trauerglocken werden bis 17 Uhr geläutet. Danach machen sich die Anwesenden gemeinsam auf den Weg zur Cappenberger Straße 35c. Elsoffers Sohn Werner war im Alter von 17 Jahren zunächst nach Großbritannien und anschließend nach Australien emigriert, wo seine Tochter Margot Pogos auch heute noch lebt. Bei der Verlegung des Stolpersteines vor dem ehemaligen Wohnhaus ihres Großvaters wird sie anwesend sein. Der vorerst letzte Stolperstein wird dann vor dem Haus Nummer 7 verlegt.

„Wir laden alle Lüner Bürger ein, bei der Verlegung dabei zu sein”, sagt Dr. Ulrich Seibel, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lünen-Süd, die neben der Katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie, und der Evangelischen Kirchengemeinde Preußen Initiator der Aktion ist.

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