Kunst-Eier

Annemarie Lüttgenau verziert selbst Schneckeneier

Foto: DETTLAFF;Ursula

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Halver. Mit ihrem Hobby hat Annemarie Lüttegenau schon Starköche zum Grübeln gebracht. Das war in der Fernsehsendung NRW-Duell mit Bernd Stelter. Sie bemalt Schneckeneier. Kein Wunder, dass den Meistern der Kochtöpfe diese Antwortmöglichkeit als zu abwegig erschien.

Für die winzigen Eier benutzt sie selbstverständlich eine Lupe, ein Hilfsmittel, ohne das auch der Betrachter nicht auskommt. Die mit bloßem Auge kaum sichtbare filigrane Malerei ist ein Symbol dafür, dass die Wipperfürtherin ihr Hobby, das Bemalen von Eiern, immer weiter verfeinert. So hat Ostern bei ihr immer Saison.

Annemarie Lüttgenau verwendet üblicherweise Hühner-, Gänse-, Nandu- und Straußeneier, in der Hauptsache jedoch Enteneier. 1987 entdeckte sie ihr Hobby. Der Besuch der Ostereierausstellung im Kölner Gürzenich gehörte damals zum Pflichtprogramm. Klar, dass sie nach Halver kam, als Frauke und Werner Sinnwell gemeinsam mit Rudi Olson die erste Ausstellung in Halver machten.

Bemaltes Ei als Bewerbung

„Ich habe ein von mir bemaltes Ei in der Tasche gehabt und es Frauke Sinnwell gezeigt”, erinnert sich Lüttgenau. „Sie schaute es sich an, und sagte: Ich komm dich besuchen, wenn ich darf." So kam es, dass Annemarie Lüttseit 1998 zu den Ausstellerinnen im Heimatmuseum zählt.

Detailtreue ist ihr wichtig

Die große beleuchtete Vitrine mit den vielen Anschauungsobjekten gab es damals noch nicht. Die kam erst viel später dazu. Vögel, Blüten, Blätter dienen oft als Motive für die Aquarelle. „Die ersten Vögel hatten noch solche Füße”, lachte sie. Detailgetreue ist ihr wichtig. Deshalb dienen ihr Sachbücher häufig als Vorlage. Vor einigen Jahren angesagt, mittlerweile etwas aus der Mode gekommen, sind bunte Teddybären. Ausgefallene Muster sind Scherenschnitte. Auch Hummel-Motive brachte sie aufs (Hühner)Ei.

Andere Exponate verzierte sie mit gestickten Rosen. Wo sie Batiktechnik verwendet, arbeitet sie das Muster – beispielsweise Gräser und Samen mit dem Skalpell heraus. „Wenn es vom Muster her passt, ist auf jedem Ei ein kleiner Tannenbaum. Das ist mein Markenzeichen”, verriet Annemarie Lüttgenau.

Auftragsarbeiten

„Können Sie auch Schutzengel malen?”, erkundigte sich irgendwann eine Kundin am Ausstellungsstand. „Das weiß ich nicht, aber ich werd´s probieren”, antwortete sie. „Er strahlte richtig Freude aus”, erzählt sie.

Auftragsarbeiten aus Anlass von besonderen Familienfesten hat sie regelmäßig auf ihrem Wohnzimmertisch. Manchmal setzt sie dabei ein Ei in ein anderes. Die voll bewegliche Hochzeitskutsche vor einer alten Kirche zum Beispiel oder das Haus in der Nähe von Kürten mit dem blühenden Vorgarten. Letzteres war ein Geschenk zur Silberhochzeit. Lüttgenau fuhr extra dort hin und fotografierte das Objekt.

Während der vorösterlichen Zeit liegt Albert Sixtus´ Häschenschule auf dem Tisch. Von dem bunten Entenei, in dessen Innenleben der Unterricht stattfand, hat sie nur Fotos. „Das schwierigste war, Scharniere für die Außentore zu bekommen”, erzählt sie.

Optiker hilft weiter

Ihr Optiker half ihr weiter: „Frau Lüttgenau, kommen Sie zu mir, wenn Sie etwas brauchen”, lud er sie ein.

So kunstvoll, wie Annemarie Lüttgenau bekommen nur wenige die bunten Eier hin. Eierfärben gehört jedoch in vielen Familien zum Pflichtprogramm – immer noch.

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