Das war ein guter Tag für die Demokratie in Düsseldorf. Sechs Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt blies am Samstagnachmittag (12. September) während einer XXL-Demonstration gegen Rechts mächtig Gegenwind Richtung AfD. Die Veranstaltenden von „Prüf NRW“, „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) und dem „Düsseldorfer Appell“ hatten im Vorfeld mit rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Am Ende verdreifachte sich die Zahl beinahe: Mehr als 25.000 Menschen zogen durch die Innenstadt bis zur Abschlusskundgebung im Rheinpark und setzten damit ein deutliches Zeichen in der NRW-Landeshauptstadt.

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Um 14 Uhr sollte der Tross ab dem DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße eigentlich losziehen. Doch die Abfahrt verzögerte sich, weil immer mehr Menschen aus Richtung des nahe gelegenen Hauptbahnhofs zur Demo strömten. Die innerstädtischen Straßen voller Leute zwischen drei und 93 Jahren. Als später die Spitze der Großdemo gerade erst die Königsallee passiert hatte, waren die Teilnehmer am Ende des Zugs am DGB-Haus noch gar nicht losgezogen. „Ich hätte nicht erwartet, dass es so voll wird“, meinte Nicole Weschke aus Düsseldorf-Oberbilk, die selbst erst im letzten Moment entschieden hatte, in die City zu kommen. „Anscheinend hat das Ergebnis der Sachsen-Anhalt-Wahl dann doch viele Menschen mobilisiert.“

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Angeheizt von den Moderatorinnen auf den beiden Lautsprecher-Wagen skandierte der Tross immer wieder laustark: „Nazis raus“ oder das Motto der Demo, „Kein Schritt zurück“. Auf Plakaten waren Sprüche wie „AfD-Verbot jetzt!“ „Kein Platz für Rattenfänger“ „EkelhAfD“ oder „Jetzt können wir herausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten“ zu lesen. Es wehten viele Regenbogenfahnen. Die Polizei sprach am Abend von einem sehr friedlichen Verlauf der Großdemo.

Demo Düsseldorf
Glücklich über die tolle Teilnehmerzahl in Düsseldorf: die Demo-Mitveranstaltenden Christine Brinkmann und Oliver Ongaro.© NRZ | Stephan Wappner

Wir werden der AfD weder die Parlamente noch die Straßen überlassen

Oliver Ongaro, Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“

„Das war wirklich der Wahnsinn“, meinte anschließend Mitveranstalter Oliver Ongaro. Angesichts aktueller antidemokratischer Tendenzen und Wahlerfolge rechtsextremer Kräfte hätten die Menschen in Düsseldorf „ein unübersehbares Band der Solidarität“ gezeigt, so der Streetworker und DSSQ-Sprecher weiter. „Die AfD ist gefährlich. Sie plant den schrittweisen Umbau der Institutionen des demokratischen Staates. Wir werden der AfD weder die Parlamente noch die Straßen überlassen. Gegen den Rechtsruck braucht es eine starke antifaschistische Zivilgesellschaft.“

Demo Düsseldorf
Demo in Düsseldorf: Die junge Band „Crimson Bloom“ rockte auf der Bühne im Rheinpark.© NRZ | Stephan Wappner

Auf dem Wagen der „Prüf NRW“-Initiative sprachen unter anderem Superintendent Heinrich Fucks für den Düsseldorfer Appell, Fabian Vierchow von der Hochschule Düsseldorf und Birgit Spenger von Verdi. Ebenfalls am Mikro: die Dozentin Bahar Aslan aus NRW. Sie wurde überregional bekannt, nachdem ihr ein Lehrauftrag an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen nach einem polizeikritischen Beitrag in sozialen Medien entzogen wurde und sie dagegen erfolgreich gerichtlich vorging. Bei der Abschlusskundgebung im Rheinpark gab es auf der Hauptbühne Redebeiträge von Schauspielerin Anna Betz, Caro Baum aus dem Zakk und Jana Goller aus der Poetry Slam-Szene. Musik gab es von der jungen Band „Crimson Bloom“ und von der Indie-Formation „Haller“.

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Und dann hat an diesem Tag ja auch noch die Fortuna das Derby gegen den MSV Duisburg mit 2:1 gewonnen. Auf dem Fuß- oder Radweg von der Arena zurück hielten viele rot-weiße Fans an und kamen zur Wiese vor der Bühne. Abseits vom Trubel unterhielten sich später Düsseldorfer DGB-Chefin Sigrid Wolf und Superintendent Fucks. Ernst, aber aufgeräumt und mit einem angedeuteten Lächeln um die Mundwinkel. „Das war ein guter Tag für die Demokratie und ein guter Tag für Düsseldorf“, sagten sie.