Bundestagswahl

Wählen - wie geht das?

Foto: ddp

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Berlin. Wählen ist an sich einfach. Man muss nur einige Regeln beachten, damit der Urnengang nicht aus formalen Gründen umsonst war. So machen Sie es richtig:

Wozu brauche ich die Wahlbenachrichtigung?

Wer am Sonntag wählen will, muss seine Wahlbenachrichtigung in das Wahllokal mitbringen. Diese kam mit der Post und besagt, in welchem Wahllokal man abstimmen darf. „Wer seinen Wahlschein verloren hat, sollte im Wahlamt seiner Gemeinde (im Rathaus) anrufen, um zu erfahren, in welchem Wahllokal er für die Abstimmung registriert ist”, rät der Bundeswahlleiter. Dort muss man dann Personalausweis oder Reisepass vorlegen, um den Stimmzettel zu erhalten.

Wie viele Stimmen habe ich und was bedeuten sie?

Auf dem Stimmzettel kann der Wähler zwei Kreuzchen (erlaubt sind auch Kreise, Häkchen oder Punkte) setzen. Mit der Erststimme wählt er den Direktkandidaten aus dem Wahlkreis. Diese sind in der linken Spalte des Stimmzettels aufgelistet. Die Zweitstimme geht an die Partei. Man kann also mit der Erststimme einen Direktkandidaten der Partei X wählen und mit der Zweitstimme die Partei Y. Das nennt man Splitten. Der Wähler kann auch nur ein Kreuz setzen und verzichtet damit auf seine zweite Stimme. Ungültig wird der Stimmzettel jedoch, wenn man zwei Direktkandidaten oder zwei Parteien wählt, also zwei Kreuze in der linken oder rechten Spalte setzt. Gleiches gilt für Notizen à la „Den Kandidaten XY finde ich doof.”

Was, wenn ich mich vertan habe?

Wer sich verwählt hat, kann vom Wahlleiter einen neuen Zettel bekommen. Dazu muss er vor dessen Augen seinen alten Schein zerreißen.

Darf ich mir bei der Wahl helfen lassen?

Hilfsbedürftige Wähler dürfen in die Kabine auch einen Angehörigen mitnehmen, der ihnen beim Kreuzchensetzen hilft. Wer hilfsbedürftig ist, entscheidet der Wahlleiter vor Ort. Kinder hingegen dürfen nicht mit in die Wahlkabine, sofern man sie einen Augenblick alleine lassen kann.

Wie lange kann ich wählen?

Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Bis dahin muss man zwar nicht gewählt haben, aber im Wahlraum sein - nach Möglichkeit nüchtern. Wer zu betrunken ist, kann des Lokals verwiesen werden.

Wann ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen?

Ab 18.01 Uhr gibt es erste Hochrechnungen, doch die Auszählungen können bis Mitternacht dauern. Neben einem Bundeswahlleiter und 16 Landeswahlleitern sind etwa 600000 Wahlhelfer im Einsatz. Dafür bekommen sie 21 Euro „Erfrischungsgeld”.

Wieviele Abgeordnete werden gewählt?

Es gibt 299 Wahlkreise, in denen je ein Direktkandidat in den Bundestag gewählt wird. Weitere 299 Kandidaten ziehen über die Landeslisten ins Parlament ein. Je mehr Zweitstimmen die Partei bekommt, desto mehr Abgeordnete kann sie über die Landeslisten nach Berlin entsenden. Damit sitzen 598 Abgeordnete im Parlament - für den Fall, dass es keine Überhangmandate gibt.

Was ist ein Überhangmandat?

Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr direkt gewählte Abgeordnete stellt, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen. Ein Beispiel: Partei X dürfte nach ihrem Zweitstimmenergebnis zehn Abgeordnete aus dem Bundesland XY nach Berlin schicken. Doch 14 Direktkandidaten haben in ihrem Wahlkreis gewonnen. So gibt es vier Überhangmandate. Nach aktuellen Wahlprognosen könnte die Union dieses Mal bis zu 20 Überhangmandate bekommen, was einer schwarz-gelben Koalition die erforderliche Mehrheit bringen könnte. In der aktuellen Legislaturperiode gab es neun Überhangmandate für die CDU und sieben für die SPD. Inzwischen sind drei CDU-Überhang-Abgeordnete ausgeschieden. Deren Plätze werden nicht wiederbesetzt.

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