Bergbau

Viele Zechenschächte im Ruhrgebiet unsicher

Der Bergbau hat das Ruhrgebiet geprägt. Jetzt drohen seine Hinterlassenschaften eine Aufgabe der Zukunft zu werden.

Der Bergbau hat das Ruhrgebiet geprägt. Jetzt drohen seine Hinterlassenschaften eine Aufgabe der Zukunft zu werden.

Foto: WAZ

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Dortmund.Der Bergbau bleibt für die Region schwere Last. Eine Überprüfung von 1800 alten Bergbauschächten durch die Bezirksregierung Arnsberg brachte ein alarmierendes Ergebnis: 200 Schächte wurden als „nicht sicher“ eingestuft.

20 Zechenschächte in der Region gelten als „risikobehaftet“. Die früheren Fördereinrichtungen liegen unter anderem in Dortmund, Hattingen, Sprockhövel, Wetter, Witten und Essen. Dort könnte es zu spürbaren Erdabsenkungen und Schäden an Gebäuden kommen.

Die Namen und Standorte hält die Bezirksregierung jedoch unter Verschluss: „Wir wollen weder Panik noch Massentourismus auslösen“, sagte ein Sprecher auf WR-Nachfrage. Die betroffenen Anwohner würden allerdings in Kürze schriftlich benachrichtigt.

Mehr für die Sicherheit tun

„Entscheidend ist, dass wir für die Sicherheit der Menschen im Ruhrgebiet noch mehr tun wollen. Wir wollen nicht mehr nur auf spektakuläre Tagesbrüche reagieren – wie in der Vergangenheit in Siegen“, sagte gestern Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann, der damit das Präventivprogramm „Risikomanagement“ auf den Weg brachte. In den 20 Risiko-Schächten, die auf der Prioritätenliste ganz oben stehen, müssen in den kommenden Monaten voraussichtlich Hohlräume verfüllt werden. Dies soll die Sicherheit von Gebäuden an der Oberfläche gewährleisten. Eine akute Gefahr für die Bürger bestünde nach Informationen der Behörde jedoch derzeit nicht.

Neue Mitarbeiter eingestellt

Für die Umsetzung des Programms hat die Landesregierung drei neue Mitarbeiter eingestellt und in diesem Jahr zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von zwei Millionen Euro bereitgestellt. Ein Ende ist nicht in Sicht, wie ein Sprecher mitteilte: „Die Hinterlassenschaften des Bergbaus benötigen Betreuung. In 50 oder 100 Jahren sind es wieder neue Aufgaben, vor die wir in dem Bereich gestellt werden.“

Der „wilde Bergbau“, also nicht registrierte Schächte, sind nicht Teil des Programms, die Dunkelziffer bleibt deshalb weiter hoch. Erst am vergangenen Samstag sorgte ein solcher Schacht in Mülheim für Aufregung: Dort wurde ein U-Bahnhof wegen einer Absackung gesperrt. Bei anschließenden Bohrungen stießen die Experten auf Lockerungen und Hohlräume in sieben Metern Tiefe.

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