Zeichentrick

SpongeBob verlässt SuperRTL und geht zurück zu Nick

Foto: IKZ

Berlin/Köln. Des einen Freud, des anderen Leid: Ab Mittwoch ist der bekannteste Schwamm der Welt nur noch bei Nick zu sehen. Bisher teilte sich der Berliner Sender vom US-Konzern Viacom die Rechte an SpongeBob mit Super RTL in Köln.

Beinahe pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum der wohl derzeit beliebtesten Trickfilmfigur der Welt kehrt SpongeBob wieder zu dem Sender zurück, der die Serie des US-Grafikers Stephen Hillenburg 1999 startete. Auch in Deutschland strahlte der Sender die Episoden aus, der damals noch Nickelodeon hieß. Allein, das Gastspiel scheiterte schnell.

Kein Wunder, dass die Amerikaner ihre Lizenzen zügig weiterreichten. SpongeBob trieb seine Späße fortan bei Super RTL. Dort avancierte der ebenso fröhliche wie naive Unterwassermann zur tragenden Programm-Figur.

Der doppelte Schwammkopf

Als Nick im Jahr 2005 einen – diesmal erfolgreichen – Neustart hinlegte, gehörte auch SpongeBob wie selbstverständlich zum Sortiment. Der doppelte SpongeBob halbierte die Zuschauer-Zahl nicht. Im Gegenteil: Beide Sender, Nick wie Super-RTL, zehrten vom Ruhm des gezeichneten US-Imports. Und nun, seit dem 1. Juli, macht SpongeBob seine Faxen wieder exklusiv für Nick.

Kein Wunder, dass die Berliner jubilieren. Laut Nick-Sprecherin Silke Döring lässt der Sender seine trickreiche Trickfigur „hochleben“.

Am Mittwoch gönnt Nick SpongeBob eine Sonderprogrammierung von 6 bis 20.15 Uhr. Dazu gehört auch „SpongeBob Schwammkopf: Der Film“, der zweimal, um 9.15 Uhr und 18.15 Uhr, läuft.

Party mit internationalen Gästen

Zudem feiert Nick Schwammkopf am 14. Juli mit „internationalen Partygästen“.

Obendrein steigt am 18. Juli eine Geburtstagsfeier zu SpongeBobs Zehnjährigem im Movie Park im Bottroper Ortsteil Kirchhellen.

Und Super RTL? Der kleine Kölner Sender aus der großen RTL-Gruppe gibt sich tapfer. Programmchef Carsten Göttel zum Nachrichtenportal DerWesten.de: „SpongeBob ist ein schönes Format, aber ersetzbar.“ Göttel verweist darauf, dass Super RTL mit Live-Action-Sendungen beim ganz jungen Publikum punkte. Dazu kommen Göttel zufolge erfolgreiche Programme wie „Hannah Montana“, „Zack & Cody“, „Teen Buzz“ sowie die Eigenproduktion „Katrin und die Welt der Tiere“.

Durchweg Programme, die Eltern nur dann sehen, wenn die Kinder darauf bestehen. Bei SpongeBob ist das anders. Populär-Philosoph Christian Ankowitsch weiß, warum: „Wie immer bei großer Kunst hat auch SpongeBob mehrere Ebenen. Die erste ist die kindliche Ebene, leicht verständlich. Es gibt auch eine zweite und dritte, über die man nachdenken kann.“ Ankowitsch fügte im Gespräch mit DerWesten.de hinzu, SpongeBob sei so etwas wie der gute Mensch der Tiefsee: „Er ist unzeitgemäß, bis tief in seine Seele liebenswert. Er ist so gut, dass er doof ist. Im Prinzip lebt er nach christlichen Maximen: Wenn man ihn auf die linke Backe schlägt, würde er auch die rechte hinhalten.“

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