Schüsse eine regelrechte Hinrichtung

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Witten/Hagen. Der seit Jahren in Berlin lebende Wittener Jurist und Immobilienmakler Friedhelm Sodenkamp ist mit mehreren Schüssen getötet worden.

Er machte gerade einen Spaziergang mit seinem Hund am Spreekanal, als die Schüsse fielen. Der Fall ruft einen mysteriösen Mord in Hagen wieder in Erinnerung: Fast genau vor zwei Jahren war Wolfgang Schepp, ein Geschäftspartner Sodenkamps, ebenfalls erschossen worden. Auch von diesem Täter fehlt jede Spur. Schepp und Sodenkamp kannten sich laut Kripo über Udo Krollmann, der mit Sodenkamp eine Firma namens Alpha-Immobilienverwaltung in Berlin leitete. Von einer Verbindung zwischen beiden Mordfällen geht die Polizei momentan aber nicht aus.

Während sie die Hagener Tat als Raubüberfall bezeichnet, spricht sie bei dem Berliner Fall von einer regelrechten Hinrichtung. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Michael Grunwald von der Staatsanwaltschaft Berlin. Sodenkamp war in Witten als Rechtsanwalt tätig, wurde aber laut Anwaltskammer Hamm 1994 aus dem Verzeichnis gelöscht. Es habe Probleme wegen Betrügereien auf Kosten von Klienten gegeben, heißt es aus Wittener Anwaltskreisen. Wegen verschiedener Fälle, vor allem Bagatelldelikte, sei vor Jahren gegen ihn ermittelt worden. In Berlin lebte er seit drei Jahren. Ob Sodenkamp Verbindungen zur organisierten Kriminalität und zum Rotlicht-Milieu hatte, wie die "Bild" berichtet, dazu wollte Grunwald aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Sein Kompagnon Udo Krollmann, der in Herdecke lebt, ist im Hagener Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Ihm gehört beispielsweise im Hagener Ortsteil Wehringhausen ein Haus, das als Bordell genutzt wird. Im selben Haus ist Krollmanns Haus- und Grundstücksverwaltung tätig. Gemeinsam mit dem Mordopfer Sodenkamp hatte er eine ganze Reihe von Unternehmen, von der Immobilienverwaltung, über Textilversand bis hin zu Bank- und Finanzberatung. Diese schienen gute Geschäfte zu machen, wie aus Berlin zu hören ist: Die Umsätze sollen sich von 2005 bis heute zum Teil verdreifacht haben. Krollmann kündigte an, eine Belohnung für die Ergreifung der Mörder von Friedhelm Sodenkamp auszusetzen.

Auch für Hinweise auf die Mörder des Hagener Immobilienmaklers und Kunstsammlers Wolfgang Schepp, der beinahe auf den Tag genau vor zwei Jahren ermordet wurde, gibt es eine Belohnung: 150 000 Euro. Die Täter, die mehrere hunderttausend Euro in Bar am Tatort übersahen, bleiben dennoch bis heute unbekannt.

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