Projekt

Revier plant eine A40 für Radler

Ein Vorgeschmack auf die Autobahn für Radler gab es beim Still-Leben auf der A 40 im Jahr 2010. Foto: Jakob Studnar

Ein Vorgeschmack auf die Autobahn für Radler gab es beim Still-Leben auf der A 40 im Jahr 2010. Foto: Jakob Studnar

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Dortmund.Auf dem Fahrrad zügig durchs Ruhrgebiet: Revierstädte und der Regionalverband Ruhr (RVR) planen für Berufspendler eine rund 60 Kilometer lange „Rad-B1“ von Duisburg bis Dortmund. Eine schnelle, städteverbindende Strecke für Radfahrer, so die Hoffnung der Planer, könnte auch die ständig von Autos verstopfte A 40 entlasten.

Fünf Meter breit, asphaltiert, weitgehend kreuzungsfrei, steigungsarm, in den Abendstunden beleuchtet: Ein Traum nicht nur für leidenschaftliche Radfahrer. „Wenn wir viele Autofahrer zum Umstieg auf das Rad bewegen wollen, müssen wir ihnen hochleistungsfähige Wege anbieten“, sagt der Dortmunder Mobilitätsexperte Winfried Sagolla. Er rechnet mit bis zu zwei Millionen potenziellen Nutzern entlang des Radschnellwegs Ruhr (RSR). Leichte und bessere Räder sowie die steigende Zahl von motorisierten Elektrofahrrädern und Pedelecs, die den Radler beim Strampeln unterstützen, ermöglichten Quantensprünge bei der Distanzbewältigung. Leicht seien grenzübergreifende Pendlerdistanzen von zehn bis 20 Kilometern möglich.

„Wenn wir über neue Mobilität sprechen, gehört auch das Radfahren dazu“, sagt RVR-Sprecher Jens Hapke. Der RVR finanziert eine Studie, die noch in diesem Jahr den Trassenverlauf des Radschnellwegs Ruhr von Essen über Bochum nach Dortmund klären soll. Die Fachleute sind sich einig, dass diese Strecke möglichst nah an der B1/A40 verlaufen sollte, um Alltagsnahverkehr aufs Rad zu verlegen. Von Essen aus soll der RSR auf der alten Trasse der Rheinischen Bahn bis Duisburg führen.

Die Stadtplaner der Ruhrgebietsstädte befürworten das Projekt, vom Lenkungskreis Ruhr 2030, in dem die Baudezernenten sitzen, wurde der RSR zum Leitprojekt für das Ruhrgebiet erkoren. Das Projekt soll bald in die politischen Gremien der Städte gereicht werden und bis 2021voll umgesetzt sein. Verkehrsexperten rechnen mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag, den das Land und die Städte stemmen müssten.

Fahrradlobbyisten wie Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC ) in Bremen sind naturgemäß begeistert von dem Projekt. Das Ruhrgebiet mit seinen zahlreichen Menschen sei prädestiniert für einen Radschnellweg. „So etwas gibt es in Deutschland noch nicht.“

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