Polizeichef wirft Politikern "Wichtigtuerei" vor

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Bochum. Der Streit um die Absage der Loveparade 2009 in Bochum nimmt kein Ende. Gestern hat der Bochumer Polizeipräsident Thomas Wenner in einem Offenen Brief Politikern Wichtigtuerei vorgeworfen.

Von Michael Schmitz "Es reicht. . . " beginnt das Schreiben, mit dem Wenner auch auf Christoph Zöpel zielt. Der frühere Landesminister (SPD) hatte die Absage der Millionenparty wegen Sicherheitsbedenken durch die Stadt als Desaster bezeichnet und den Verantwortlichen "zu enges Denken" vorgeworfen. Diesen Rückschlag hätte man vermeiden können, so Zöpel, wenn man das Projekt als Metropole Ruhr angegangen wäre.

Wenner wirft Politikern, Journalisten und vor allem dem in dem Brief ungenannten Zöpel vor, "die Metropole Ruhr als Monstranz ihrer Popularität" vor sich herzutragen und die Verantwortlichkeit für die Sicherheit von 1,5 Millionen Menschen auszublenden. "Wir haben unsere Bedenken schon im Sommer nach der Loveparade in Dortmund geäußert und bekamen zu hören: Ach, das wird schon gehen. Dabei ist die Gefahr, dass es nicht gutgeht, in Bochum ungleich höher. Der Bahnhof ist katastrophal klein", sagte Wenner.

Nach seinen Angaben hat es bereits in Dortmund heikle Situationen beim Abstrom der Menschen Richtung Hauptbahnhof gegeben. "Wir mussten zusehen, dass die Massen gehalten werden konnten", sagte er. Wenn sich Politiker wie Zöpel nun bei ihrer Kritik an der Absage um die Sicherheitslage überhaupt nicht daran scherten, "dann reicht es langsam".

Bochums Polizeipräsident ist bekannt für deutliche Worte. Ende 2003 hatte ein russischer Dealer im Revier kaltblütig fünf Menschen getötet. Wenner kritisierte damals, ebenfalls in einem Offenen Brief, die Politik. Diese Gewaltbereitschaft sei ein "Fanal für das Scheitern einer deutschstämmigen Einwanderungspolitik".

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