Massenschlägerei auf der Intensivstation

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Iserlohn. Tumultartige Szenen im Krankenhaus: Rund 40 Angehörige einer verstorbenen Patienten haben in der Nacht zu gestern auf der Intensivstation des Iserlohner Krankenhauses Bethanien randaliert und sich dort eine Schlägerei mit der Polizei geliefert.

Eine 56-jährige türkische Patientin war am Abend mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte konnten der Frau jedoch nicht mehr helfen, sie starb an Herzversagen.

Zwölf Angehörige, Männer und Frauen, die die Frau begleitet hatten, reagierten auf die Nachricht mit Wut. Sie warfen Stühle und Behandlungstische im Aufnahmezimmer des Krankenzimmers um. Dabei wurden nach Angaben des Krankenhaus-Geschäftsführers Horst Hennig Bilder zerstört, die Tür zur Intensivmedizin wurde gewaltsam geöffnet.

Die Situation eskalierte, als die Polizei auf der Intensivstation versuchte, die Trauernden zu beruhigen. Die Beamten wurden von den Frauen und Männern mit Faustschlägen und Tritten attackiert, so dass sie schließlich Verstärkung anforderten.

Doch auch die Trauergemeinde wuchs: Plötzlich hatte es die Polizei mit rund 40 Angreifern zu tun und konnte den Tumult erst nach eineinhalb Stunden mit dem Einsatz von Pfefferspray beenden. Gegen neun Frauen und Männer der randalierenden Trauergemeinde wurde Anzeige wegen Widerstand, Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung erstattet.

Die Krankenhausleitung sprach gestern von einem "ungewöhnlichen Vorgang". Geschäftsführer Hennig sagte: "Es kommt immer wieder zu heftigen Reaktionen von Schmerz, Trauer und Verzweiflung, aber dies ist sicherlich eine bisher nicht dagewesene Ausnahmesituation." Man wolle heute in einem Gespräch klären, "welche Maßnahmen wir ergreifen". Auf jeden Fall solle der Ausländerbeirat der Stadt eingeschaltet werden.

Bei der Randale auf dem Krankenhausflur war nach Angaben der Polizei ein Sachschaden in Höhe von 1500 Euro entstanden. Medizinisches Gerät sei aber nicht beschädigt worden, so Hennig. Die durch den Einsatz des Pfeffersprays verletzten Angehörigen seien noch am frühen Morgen ambulant behandelt worden.

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