IG Metall sieht „führende Position”

Honsel: Trotz Flaute "auf gutem Wege"

Foto: ddp

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Meschede. Die Autokrise hat auch den Mescheder Spezialisten für Leichtmetallguss, Honsel, hart getroffen - von einer Insolvenz ist das Unternehmen allerdings nach wie vor weit entfernt.

„Honsel ist nicht insolvent - und ist auch nicht in der Gefahr, insolvent zu werden,” erklärte das Unternehmen gestern zu einer falsch formulierten Meldung in der WR-Ausgabe vom Samstag.

Der Einbruch bei den Aufträgen, den die Autoindustrie zeitgleich auch an die Zulieferer weiterreicht, hat auch Honsel Probleme mit der Auslastung seiner Kapazitäten bereitet. Prompte Reaktionen, wie sie auch bei Konkurrenten stattfanden, waren der Abbau von Leiharbeit im Unternehmen und Kurzarbeit. Mit den Banken wurde in den letzten Wochen ein Stillhalteabkommen geschlossen, das durch Aussetzung von Zinszahlungen für Kredite Erleichterung schafft; der Haupteigentümer RHJI schoss Liquidität ins Unternehmen ein. Und so sieht Honsel angesichts seiner technologischen Führungsrolle bei Leichtmetallprodukten im Fahrzeugbau beste Chancen, in eine sichere Zukunft zu gehen - wenn auch „in Anpassung an die veränderte Marktlage”: „Wir sind auf gutem Wege.”

Auch die IG Metall sieht für Honsel „gute Chancen zur dauerhaften Sicherung der Arbeitsplätze” (rund 3500 an den deutschen Standorten in Meschede, Nürnberg, Soest und Nuttlar - weitere Werke gibt es in Frankreich, Spanien, Mexiko und Brasilien). Denn „mit den Druck- und Kokillengußprodukten ist die Leichtmetallgießerei unbestritten europaweit in einer führenden Position”. So handele es sich bei Honsel „um einen durchweg gesunden Betrieb mit großen Zukunftsaussichten am europäischen und weltweiten Markt”.

Dass Honsel eine einzige Idylle sei, sagt die Gewerkschaft ausdrücklich nicht. So drückten Schulden von fast 490 Millionen Euro, weil vor allem den jüngste Eigentümer, der Finanzinvestor RHJI (Ripplewood), das Unternehmen den Aufkauf bezahlen lasse. So verlangt die IG Metall von dem Finanzinvestor, mindestens 150 Millionen Euro in das Unternehmen zu stecken und so dessen Schuldenlast erträglicher zu machen.

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