Verkehr

Hangsicherung im Hönnetal

Die Bundesstraße B 515 zwischen Menden und Balve ist weiter gesperrt.

Die Bundesstraße B 515 zwischen Menden und Balve ist weiter gesperrt.

Foto: WR

Balve.   Im Hönnetal bei Balve haben nach einem Felssturz die Sicherungsarbeiten am Steilhang an der B 515 begonnen; die Bundesstraße bleibt vorerst komplett gesperrt.

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Anstrengende Arbeiten auf hohem Niveau: 30 Meter und höher hängt Martin Rickert, mit einem Seil gesichert, im Steilhang oberhalb der Bundesstraße B 515 bei Balve und lässt das lose Gestein laut ins Tal poltern. Gestern begannen die Hangsicherungsarbeiten im Hönnetal und schon am ersten Tag wurde klar: Die Bundesstraße zwischen Balve und Menden, von Berufspendlern wie (Wochenend-)Ausflüglern gern genutzt, bleibt nicht nur wochen-, sondern wohl monatelang gesperrt.

Schmal ist noch untertrieben. Keine zehn Meter ist das Tal zwischen dem Flüsschen Hönne auf der einen und dem Felshang, der sofort steil aufragt, auf der anderen Seite breit. Gerade genug Platz für eine Straße. Ein Gehweg? Fehlanzeige.

Oberhalb der Leitplanken ragen zum Hang hin in die Jahre gekommene Gitter auf. Als sich vor zehn Tagen in rund 30 Metern Höhe ein Felsstück löst und zu Tal stürzt, hat der Gesteinsbrocken so viel Schwung, „dass er glatt über die Schutzgitter hinweggesprungen ist“, berichtet Roland Raberg, Leiter der zuständigen Straßenmeisterei Iserlohn. 1,5 Meter hatte der Felsbrocken im Durchmesser, bevor er auf der Straße aufschlug und in drei Teile zersprang. Die Leitplanken und ein vorbeifahrendes Auto wurden beschädigt. Seit dem ist die B 515 komplett gesperrt. „Es besteht Lebensgefahr“, sagt Michael Overmeyer vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Bevor der Hang überhaupt gesichert werden kann, ist Martin Rickert gefragt. Ursprünglich gelernter Maurer, arbeitet er jetzt bei einem Schmallenberger Spezialunternehmen, das im Bergbau unter und über Tage tätig ist: In Balve klettert Rickert in den Hang und holt, wo überhaupt noch notwendig, mit der Brechstange loses Gestein aus dem zerklüfteten Kalksteinfels heraus. Mit dumpfem Knall schlagen die Steine im Tal auf. „Das lose Gestein ist von Laub, Moos und Mutterboden verdeckt“, berichtet Rickert von der gefährlichen Arbeit in der Wand. Auf 250 Metern Länge bearbeitet der kletternde Maurer mit seinem Kollegen den Hang. Meter für Meter. Erst danach kommt ein Laser-Abtaster zum Einsatz, der die Kalksteinformation erfasst und Aufschluss auf den Zustand gibt. Von diesem Ergebnis hängt ab, ob weitere und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden – bis hin zu aufwändigen Stahlverankerungen, die in den Fels gebohrt werden.

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