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Fahrplanwechsel startet mit Regional-Express-Chaos

Foto: WAZ FotoPool

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Dortmund. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag drohen erhebliche Probleme auf den Regionalexpress-Linien RE 3 und RE 13. Der neue Betreiber Eurobahn, der die Linien im Maas-Rhein-Lippe Netz von der DB übernimmt, hat Ärger mit dem Eisenbahn-Bundesamt. Die neuen Züge vom Typ Flirt dürfen nicht fahren.

Zu erheblichen Beeinträchtigungen im Zugverkehr kann es zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember der Regional-Expresslinien im Maas-Rhein-Lippe Netz (RE 3 und RE 13) an diesem Sonntag kommen. Grund: 14 der 18 neuen Flirt-Fahrzeuge, die die Eurobahn als neuer Betreiber einsetzen will, haben noch keine Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes erhalten, weil Unterlagen fehlen - unter anderem für sicherheitsrelevante Bauteile wie Radsätze und Bremsen.

Auf der Internet-Seite des Unternehmens, dort, wo der Countdown sekündlich heruntergezählt wird, klingt es noch verheißungsvoll: „Am 13. Dezember 2009 wird die eurobahn die Linien RE 3 'Rhein-Emscher-Express' und RE 13 'Maas-Wupper-Express' übernehmen.” Doch die aktuellen Informationen klingen alles andere als erfreulich: Von „verzögerter Fahrzeugzulassung” ist da die Rede und dass der geplante Start verschoben wird. Die Züge der RE 13 im Abschnitt Hamm - Mönchengladbach fallen Sonntag gar ganz aus. Wann sie überhaupt wieder fahren, ist noch völlig offen.

„Das ist unheimlich ärgerlich für uns”, sagt Marco Vogel, Sprecher der eurobahn. „Als die Meldung hereinkam, war das wie ein Schock für das gesamte Team, das eineinhalb Jahre auf diesen Tag hingearbeitet hat. Wir stehen im Prinzip bereit, es ist alles gemacht und könnte losgehen - aber es fehlen die Fahrzeuge.” Genauer gesagt: 14 von 18 neuen Züge des Typs „Flirt”. Trotz intensiver Bemühungen des Herstellers Stadler sei es nicht möglich gewesen, eine rechtzeitige Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) zu erhalten.

Doch dort weist man den Schwarzen Peter zurück: „Das Eisenbahn-Bundesamt ist für die Verzögerungen in keiner Weise verantwortlich”, sagt Sprecher Ralph Fischer. Richtig sei eher, dass der Hersteller technische Probleme noch nicht habe lösen können und mehrere Nachweise, die für die Zulassung dringend erforderlich seien, bislang nicht eingereicht wurden. „Aus Sicherheitsgründen ist es dem EBA daher nicht möglich, die neuen Fahrzuge bis zum Fahrplanwechsel am Sonntag zuzulassen.” Dabei fehlten nicht nur Unterlagen über sicherheitsrelevante Bauteile wie Radsätze und Bremsen, sondern auch notwendige Versuchsfahren seien bisher nicht abgeschlossen worden.

Bereits im März habe das EBA den Hersteller auf geänderte Anforderungen für einzelne Bauteile hingewiesen habe. Auch für diese Komponenten seien die Dokumente weiter unvollständig gewesen. Sobald das Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Unterlagen vorlege, werde das EBA unverzüglich mit der Prüfung beginnen mit dem Ziel, die Fahrzeuge so schnell wie möglich zuzulassen.

Doch eurobahn-Sprecher Marco Vogel ist skeptisch. „Kernproblem” sei vor allem der Regionalexpress 13 zwischen Hamm und Mönchengladbach. Während die Deutsche Bahn auf anderen Strecken einspringe oder man die vier neuen Züge einsetzen könne, habe man hier noch keine Ersatzlösung gefunden. „Und ich fürchte, in diesem Jahr wird das auch nichts mehr”, so Vogel.

In Düsseldorf will das Unternehmen heute weitere Einzelheiten bekanntgeben. Doch eines ist für Vogel bereits klar. „Die Kunden werden enttäuscht sein. Eingie auch erbost. Und ich kanns verstehen.”

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