Rock am Ring 2008

"Der Ring in Flammen"

Foto: WR

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Marek Lieberberg hätte es nicht treffender formulieren können: „Der Ring steht in Flammen“, sagte der Macher des Rock am Ring. Denn das Festival hätte kaum besser laufen können. Und hat zudem Rekorde gebrochen.

Mit 85.000 Zuschauern ist das größte deutsche Open Air bereits seit Monaten ausverkauft gewesen – tatsächlich dürfte die Zahl um einiges höher sein. Denn manche Musik-Fans haben auf gut Glück, ohne ein Ticket in der Tasche, die Reise in die Eifel angetreten. Um vielleicht doch noch „irgendwie“ reinzukommen. Doch auch wenn auf dem Schwarzmarkt eine Karte (zu überteuerten Preisen) ergattert werden konnte, war das nicht automatisch der Eintritt in den Nürburgring: Die Tickets waren gefälscht. „Wir haben drei Personen festnehmen können, die solche gefälschten Eintrittskarten verkauft hatten“, sagte Polizei-Direktor Gerd Bertram.

Dickes Lob von der Polizei

Unterm Strich fällt das Fazit der Polizei aber überaus positiv aus: 26 Verkehrsunfälle haben die Beamten seit Dienstag gezählt – dem Tag, an dem die Anreise zum Festival begann. „Das Festival wird größer und die Menschen kommen früher, um sich gute Plätze zu sichern“, sagt Bertram. Angesichts der Größe der Veranstaltung sei die Zahl der Zwischenfälle aber sehr gering. Deshalb gab’s von der Einsatzleitung auch ein dickes Lob an die Gäste: „Die Festival-Besucher haben sich äußerst diszipliniert verhalten“, so Bertram.

Auch die Rettungskräfte hatten nicht viel zu tun: Bei dem dichten Gedränge vor den Wellenbrechern brach sich ein jugendlicher Besucher zwei Rippen, bei einem Grill-Unfall auf dem Campinggelände erlitten zwei Gäste Verbrennungen zweiten Grades. Eine unangenehme Erfahrung machte ein junger Mann bei einem Zungen-Piercing: Nach dem misslungenem Versuch musste er ins Krankenhaus gebracht werden.

Campino nimmt Bad in der Menge

Am Sonntagabend endet das dreitägige Festival, auf der Hauptbühne spielen die Toten Hosen. Sänger Campino lässt sich trotz einer Beinverletzung den Auftritt bei Rock am Ring nicht nehmen und steigt mit einem Gipsverband auf die Bühne. Am Nachmittag hatte der Sänger bereits das Gelände „erkundet“ – ein kleiner Spaziergang und ein Bad in der Menge, sehr zur Freude der Fans.

Bevor die Toten Hosen spielen, wird das EM-Spiel der deutschen Elf auf der Hauptbühne übertragen. Es wird damit die größte Public-Viewing-Veranstaltung in Deutschland sein –bei einem Sieg Deutschlands endet das Festival vermutlich genauso euphorisch, wie es am Freitag begonnen hat. Am ersten Abend hatten die US-Rocker von Rage against the machine ein spektakuläres Konzert geboten – obwohl der Sound alles andere als gut war.

Die Stimme von Sänger Zack de la Rocha war viel zu leise, der Bass hingegen zu laut. Die Mischung stimmte nicht, und das ausgerechnet beim ersten deutschen Konzert der Band seit sieben Jahren. Doch die technischen Probleme hatten keine Auswirkung auf die Stimmung – im Gegenteil. Die Energie von „Rage“ sprang sofort auf das Publikum über, das eine grandiose, fast schon frenetische Party feierte. Da störte auch der Regen nicht, der während des Konzertes immer stärker wurde und in der Nacht einige Campingplätze unter Wasser setzte.

Brillantes Konzert von Metallica

Die Party wurde am nächsten Tag nahtlos fortgesetzt. Am Abend heizten zunächst die Punk-Rocker von The Offspring dem Publikum ordentlich ein, bevor mit Metallica der Höhepunkt des Ring-Festivals eingeläutet wurde - und zwar äußerst laut und brachial. Die Metal-Band holte etliche alte Songs aus der Schatzkiste. Harte, sehr harte Songs. Genau das wollten die Zuschauer hören, und James Hetfield & Co. ließen sich nicht bitten. Zwei Stunden spielten Metallica einen Hit nach dem anderen – ein brillantes, faszinierendes Konzert mit einer grandiosen Bühnenshow.

An diesen Auftritt dachte Marek Lieberberg, als er am Sonntag vom „Ring on fire“ sprach: Besser kann ein Konzert auf einem Festival kaum sein.

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Fotostrecken vom Festival: Festival-Auftakt, Rock am Ring 2008

Mehr zum Thema im Blog "Hart gerockt".

DerWesten war live vor Ort am Nürburgring. Täglich gab es einen Live-Blog auf Westropolis , zudem jede Menge Fotos, Berichte und im Gerockt-Blog sogar Videos. Im Festival-Spezial werden alle Fotos und Berichte für die Nachwelt festgehalten.

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