Uwe Schulz am WDR2-Mikro

Bug-Nachfolger mit Kopf und Bauch

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Foto: WR

Eigentlich wollte er niemals bei einem elektronischen Medium arbeiten. Das jedoch mag man kaum glauben, wenn man Uwe Schulz (41) im Radio hört. Im Morgen- oder Mittagsmagazin im WDR 2 etwa.

Jetzt ist ein weiterer prominenter Sendeplatz hinzugekommen: Mit Steffi Neu (37) teilt sich der gebürtige Bergkamener wöchentlich die Nachfolgesendung von „Bug am Samstag” zwischen 9 und 14 Uhr.

Den Wechsel habe es gegeben, so WDR-Sprecherin Stefanie Schneck zur WR, weil Thomas Bug Anfang März zur Aktuellen Stunde im WDR-Fernsehen wechselte. Doch mit den neuen Moderatoren - auch mit Jürgen Mayer und Heike Knispel für den Sonntag - habe man „einen ausgezeichneten Ersatz” gefunden.

So manch typischer WDR-2-Hörer allerdings - also der Generation zwischen 30 und 50 - wird jene Nachfolger indes nicht als Ersatz, sondern als wohltuende Ablösung von allzu flapsigen Moderationen empfinden. Was nicht heißt, dass es in den „neuen” Wochenend-Sendungen nicht auch bewusst locker und fröhlich zugeht. „Wir sind sozusagen die illustrierte Wochenendbeilage für ein Programm, das sehr von Aktualität und Informationen lebt”, sagt Schulz. „Eine Stimmungsmaschine im positiven Sinne”.

Was er dabei als seine eigene Stärke betrachtet? „Mein authentisches Interesse an allem was Politik, also Sache der Allgemeinheit, ist. Kombiniert mit der Freude, mit dem Radio auch Unterhaltung und Lebensgefühl zu verbreiten.”

Beim WDR hat der 41-Jährige, der Journalistik in Dortmund studierte, eine Sonderstellung: Er ist einer der wenigen fest angestellten Redakteure, die gleichzeitig auch immer wieder selbst vor dem Mikrofon stehen. Weil er es gerne macht - und zwar mit Kopf und Bauch. „Das gehört zu mir und zur Sendung”, sagt er. Wobei im Vergleich mit Steffi „sie mehr Bauch und ich mehr Kopf” sei. Dass er „ein Freund des klaren und offenen Wortes” sei, haben schon diverse, auch prominente Gesprächspartner zu spüren bekommen.

Nur wenige knallten anschließend jedoch wutentbrannt den Hörer auf - wie jener SPD-Politiker etwa, der gar nicht so detailliert auf den Streit um die Autobahn-Maut angesprochen werden wollte. Denn eigentlich sei er auch „sehr integrativ”, meint Schulz über Schulz. Und er hat immer wieder Freude an seinen Gesprächspartnern: An Bundesfinanzminister Steinbrück („sehr kooperativ, sehr locker”) und Ministerpräsident Rüttgers („am Frühstückstisch nach seiner Wahl - eine sehr angenehme Begegnung”) ebenso wie an jenem Fliegenforscher, der „total verschossen” in seine Tierchen gewesen sei.

Gerade diese Abwechslung, dieser „interessante Spagat zwischen Regionalbezug und Internationalem” reize ihn an seiner WDR-Moderation: „Da spricht man erst über die Irak-Krise und danach dann über Kurioses aus Rheda-Wiedenbrück.” Und die Nähe zu denjenigen, für die er arbeite: „Es klingt sehr schleimig”, meint er, „aber es haut mich immer wieder von den Socken, wenn ich Kontakt zum Hörer habe.”

Gleichwohl weiß er, dass er auf manche Menschen mitunter distanziert wirkt. Nicht jeder vermag manchmal wohl seine spezielle Form von Humor zu verstehen. Oder gar zu mögen. „Ironie und das, was man trockenen Humor nennt, polarisiert auch”, meint Uwe Schulz. Wie gut ist es da, wenn man auch Selbstironie beweisen kann.

Etwa bei der Frage, ob er es Bug mal nachtun und künftig im Fernsehen moderieren will: „Dafür bin ich nicht bestimmt”, sagt er lächelnd. „Ich habe ein Radiogesicht - das gehört nicht ins Fernsehen.”

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