Kein Endlager

Beim THTR bleibt Rechnung offen

Foto: Bilderberg

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Hamm-Uentrop. Die Zukunft des stillgelegten Reaktors in Hamm-Uentrop bleibt auf Jahre hinaus völlig ungeklärt. Aktuell verhandeln der Betreiber, die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG), das Land und der Bund über den Zeitraum 2010 bis 2017.

„Bis dahin soll der Bund ein Endlager anbieten können”, sagt Dr. Günther Dietrich, Geschäftsführer der HKG. Mit Betonung auf „soll”, denn bei der Verhandlungsrunde 1996 hatte es geheißen, 2009 stünde ein Endlager zur Verfügung.

So ist bis heute völlig unklar, wo die 6000 Kubikmeter radioaktiver Abfall, der beim Abriss des THTR 300 in Hamm Uentrop anfallen, für die nächsten mehreren tausend Jahre strahlen sollen. Der Schacht Konrad soll ab 2013 oder 2014 für nicht Wärme entwickelnden Atommüll bereitstehen. Der Ausbau des geplante Endlagers im Salzstock Gorleben, in das hochradioaktiver Müll gebracht werden soll, ruht seit dem Jahr 2000. Dort soll es nach Ende eines Stillhalteabkommens erst 2010 weitergehen. Das Lager Asse II, das derzeit für Schlagzeilen sorgt, habe nie als Endlager für THTR-Schrott zur Diskussion gestanden, heißt es beim Betreiber HKG.

Nach den Bestimmungen des Atom-Gesetzes hat der Bund Anlagen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle einzurichten, heißt es beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Strahlensicherheit. Ohne Endlager gibt es jedoch auch keinen Abbau, den erwartet der Bund jedoch vom Betreiber.

Nach Günther Dietrichs Einschätzung „kann der THTR auch auf unbegrenzte Zeit sicher im derzeitigen Zustand bleiben”, so der HKG-Geschäftsführer. Aktuell arbeiten nur zwei Menschen direkt als Angestellte der Betreibergesellschaft. Der Leiter und der zuständige Ingenieur. Für die Überwachung werde die Kraftwerkswarte des benachbarten RWE-Steinkohlekraftwerks genutzt. Auch Pförtner und das Sicherheitspersonal gehören zum Kohlekraftwerk.

Doch der Rückbau eines ehemaligen Kernreaktors „bis zur grünen Wiese” ist nicht nur eine Frage des Strahlenschutzes, sondern auch des Geldes. Allein die Abrisskosten des Reaktorgebäudes veranschlagt ein Gutachten aus dem Jahr 2007 mit 347 Millionen Euro, bestätigen Dietrich von der HKG und das Bundesumweltministerium.

Zurzeit fallen zudem Jahr für Jahr mehr als sechs Millionen Euro für den „Betrieb” des stillgelegten THTR an. Kosten, die sich derzeit Bund und Land teilen. Von den aktuell zu leistenden Endlagervorauszahlungen in Höhe von 500 000 Euro zahlen Bund, Land und Betreiber je ein Drittel. Diese laufenden Kosten sind Gegenstand der momentanen Verhandlungen.

2017 muss die Betreibergesellschaft dem Bund darlegen, wie lange der Betrieb im gesicherten Einschluss laufen kann und wie das THTR 300 „bis zur grünen Wiese” abgebaut werden kann.

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