Tagung in der Katholischen Akademie Schwerte kritisierte Stadtplanung

Architekten klagen an

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Schwerte. „Das Gefühl von Heimat muss künftig wieder eine besondere Rolle im Städtebau bekommen.”

Diese Forderung erhob Prof. Christoph Mäckler, Architekt, Hochschullehrer und Direktor des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst an der TU Dortmund bei der Tagung „Mut zur Baukultur” am Samstag in der Katholischen Akademie Schwerte. Und er nannte zwei „extreme Beispiele”: Dortmund und Münster.

Während die Westfalenmetropole „in den letzten Jahren immer noch viel zu wenig für den Städtebau tut, außer, dass die Straßen kräftig ausgebaut werden”, demonstriere die Domstadt vorbildlich, „wie man sich mit seiner Stadt und ihrer Geschichte identifizieren kann.” Während der Prinzipalmarkt mit seiner Vielfalt täglich Scharen von Einheimischen und Touristen anziehe, fehle am Friedensplatz in Dortmund „eine Gestaltung, die etwas zu tun hat mit der Geschichte der Stadt”.

„Das Rathaus würde ich nicht als Rathaus bezeichnen, es ist nicht erkennbar, dass dort der gewählte Repräsentant der Bürgerschaft sitzt”, kritisierte der . „Den Stadtraum als Lebensraum zurückgewinnen”, heißt seine Forderung, „unter kräftiger Verhaftung mit der Geschichte”.

Ziel sei, „Straßen und Plätzen wieder eine ansprechende Gestalt zu geben, damit der Bürger sich mit der Schönheit seiner Stadt identifizieren kann. Das gibt Heimat.” Ein „geschundener Stadtkörper” verlange geradezu nach einem ganzheitlichen Städtebau. Mäckler: „Wir müssen wieder lernen, mit unserer Architektur das Alte fortzuschreiben, ohne Retro-Architektur zu produzieren.”

Für „eine Umkehrung des Blicks” plädierte auch Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien. So dürfe nicht länger auf die Stararchitekten geschielt werden, angesagt sei vielmehr eine „notwendige Hinwendung zum Alltäglichen.” Seine Vision für Nordrhein-Westfalen: „Weg mit der Hierarchisierung des Verkehrs, einhergehend mit einem dramatischen Straßenrückbau.”

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