Eurobahn

Ab Sonntag Notfahrplan für RE 3 und RE 13

Foto: WP

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Dortmund. Die Eurobahn hat ein Ersatzkonzept für die Fahrten auf den Linien RE 3 (Hamm – Dortmund – Gelsenkirchen – Düsseldorf) und RE 13 (Hamm – Hagen – Düsseldorf – Mönchengladbach) präsentiert. Anlass: Die fehlende Zulassung für neue Züge im Maas-Rhein-Lippe-Netz, die Sonntag starten sollten.

Die Aussage „Fällt aus” hat für die Eurobahn eine ganz neue Bedeutung bekommen: Gestern sagte das Unternehmen der Keolis-Gruppe die geplanten Feierlichkeiten zur Betriebsaufnahme der Regionalexpress-Linien RE 3 und RE 13 in Düsseldorf ab. Anlass: Die Probleme bei der Fahrzeugzulassung der neuen „Flirt”-Wagen. Und die haben nicht nur Änderungen im neuen Fahrplan zur Folge, sondern auch den Ausfall eines ganzen Streckenabschnitts: Ab Sonntag - und mindestens bis zum 23. Dezember - kann das östliche Teilstück zwischen Hagen und Hamm nicht vom RE 13 bedient werden. „Hier können aber die Züge des RE 7 genutzt werden”, betont Eurobahn-Sprecher Marco Vogel. Ein kleiner Trost für die Kunden - aber wohl keiner für die Eurobahn. „Total ärgerlich” findet Vogel den Fehlstart für diesen Streckenabschnitt - zumal die Eurobahn „nur beteiligte Dritte” sei.

Probleme bei Radsätzen und Bremsen

Anlass für die Patzer zum Betriebsübergang ist wie berichtet die fehlende Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) für 14 der 18 neuen Züge. Beziehungsweise die Tatsache, dass der Fahrzeughersteller Stadler wichtige Unterlagen - unter anderem für wichtige Bauteile wie Radsätze und Bremsen - noch nicht eingereicht habe. Aus Sicherheitsgründen lässt das EBA daher den Betrieb der 14 längeren fünfteiligen Züge (90 Meter) zum Fahrplanwechsel nicht zu.

Lediglich die vier vierteiligen Züge (75 Meter) dürfen ab Sonntag Fahrt aufnehmen. Das tun sie auf dem RE3-Abschnitt Dortmund - Gelsenkirchen - Düsseldorf. Der Abschnitt Dortmund - Hamm wird durch Züge der Deutschen Bahn befahren, was zur Folge hat, dass die Fahrgäste dieser Linie in Dortmund umsteigen müssen (allerdings auf dem gleichen Bahnsteig zwischen Gleis 21 und Gleis 23).

Deutsche Bahn springt für Eurobahn ein

Weitere Einzelheiten aus dem Ersatzkonzept, das die Eurobahn gemeinsam mit der Deutschen Bahn und in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und dem Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) erarbeitete:

Der RE 13 wird auf dem westlichen Abschnitt Mönchengladbach - Venlo mit Zügen der Deutschen Bahn befahren. Hier wird das komplette Fahrplanangebot angeboten.

Der mittlere Abschnitt zwischen Mönchengladbach und Hagen wird zu den Pendlerzeiten morgens und nachmittags ebenfalls durch die Deutsche Bahn bedient, inkl. des neuen Haltes in Wuppertal-Vohwinkel. Pro Tag und Richtung werden zwischen Hagen - Düsseldorf - Mönchengladbach sechs Züge fahren. Sie haben in Mönchengladbach Anschluss von und nach Venlo. „Da der Bahnsteig in Ennepetal in Fahrtrichtung Hagen noch nicht fertig gestellt ist, ist ein Halt der Ersatzzüge der Deutschen Bahn in Ennepetal zur Zeit nicht möglich”, hieß es.

Ende nicht in Sicht

Wie lange die neuen Regelungen gelten - sprich wann die neuen Fahrzeuge zugelassen werden - ist derzeit überhaupt noch nicht absehbar. „Angesichts der Kürze der Zeit sind wir schon zufrieden, dass wir überhaupt dieses Ersatzkonzept erstellen konnten”, sagte Vogel. Dem Eisenbahnbundesamt mag er die Schuld für die ausstehende Zulassung nicht in die Schuhe schieben - schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Eurobahn um einen Konkurrenten der Deutschen Bahn handle. „Das sehen wir überhaupt nicht so, dass uns hier jemand Steine in den Weg legen wollte”, wies er Mutmaßungen zurück. „Mit der Bahn arbeiten wir sehr gut zusammen, und das EBA ist ein unabhängiges Amt. Der Zulassungsprozess ist einfach wirklich unglücklich gelaufen.”

Auch für die Eurobahn: Wie hoch der für sie entstandene Schaden ist - ganz zu schweigen vom Imageschaden - lasse sich zwar nicht beziffern. Doch ein Nachspiel könnte dies auch für den Hersteller mit Blick auf Regressforderungen haben: „Das sind Fragen, die die Rechtsabteilung klären wird”, so Vogel. „Sie hat den Fall auf dem Tisch.” Auch wenn es jetzt vorrangig erst darum gehe, die Fahrten sicherzustellen.

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