Perry Rhodan

Wim Vandemaan aus Buer schreibt „Perry Rhodan“-Romane

Wim Vandemaan aus Buer gehört zu den Autoren, die die Zukunft von Perry Rhodan in den Händen halten. Das 3000. Heft erscheint am 15. Februar und heißt „Mythos Erde“.

Wim Vandemaan aus Buer gehört zu den Autoren, die die Zukunft von Perry Rhodan in den Händen halten. Das 3000. Heft erscheint am 15. Februar und heißt „Mythos Erde“.

Foto: Kai Kitschenberg

Gelsenkirchen.   Ein Team aus mehreren Autoren denkt die Geschichte um Weltraumheld Perry Rhodan bis zu drei Jahre voraus. Wim Vandemaan ist einer von ihnen.

Wenn Wim Vandemaan anfängt, einen Perry-Rhodan-Roman zu schreiben, dann schreibt er ihn etwas ins Blaue hinein. Denn die ungefähre Handlung liegt zwar fest, aber die Romane unmittelbar vor seinem sind ja noch nicht fertig, an denen schreiben Kollegen noch. Der Fluch des wöchentlichen Erscheinens! Die Pest der zusammenhängenden Handlung! Was aber auch beweist: Die Zukunft der Menschheit ist auch eine Frage von guten Absprachen.

Auf den stimmigen Fortgang derselben schauen dabei eigentlich recht viele Leute. Zunächst die zwei „Exposé-Autoren“, die die Handlung planen und der Realzeit etwa zwei, drei Jahre voraus sind. Jetzt, da das Heft 3000 erscheint, ist bis 3050 festgelegt, was passiert; bis 3099 gibt es die Handlungslinien „und für 3100 folgende eine Geschichte“, so Vandemaan.

Eine Physikerin prüft die Stimmigkeit des Planeten

Sodann derzeit zehn Autoren allein für die Hauptserie;.darunter ist eine Physikerin, die „guckt, dass sich unser neuer Planet auch richtig rum dreht und die Technik in sich stimmig bleibt“, sagt der Bueraner Vandemaan. Des Weiteren ein Chefredakteur, Lektoren, Titelbild- und Risszeichner: Letztere stellen das Innere gewaltiger Raumschiffe bis ins Detail dar; jenes Detail allerdings, in dem bekanntlich der Teufel steckt.

Denn wenn er etwa eine Flucht aus einem Raumschiff beschreibe, sagt Vandemaan, gucke er vorher lieber in den Zeichnungen nach den Fluchtwegen. „Sonst hauen mir die Leser auf die Finger und schreiben: Seit wann gibt es in diesem Raumschifftyp dort einen Fluchtweg?“

Im Gespräch hat Vandemaan (59) allerdings nicht ,Fluchtweg’ gesagt, sondern ,Antigrav-Schacht’, aber das ist Perry-Rhodan-Sprache und unverständlich. Jedenfalls für die wenigen Männer, die niemals Perry Rhodan gelesen haben. Man ahnt es schon: Die Leserschaft ist zu 80 Prozent männlich, mehrheitlich 40 bis 50 Jahre alt und naturwissenschaftlich interessiert.

„Ist es das, was die Serie will?“

Nach 2999 Heften wissen die Autoren freilich auch, was nicht geht. „Sexszenen sind heikel. Folterszenen hassen unsere Leser, da steigen sie aus“, sagt der Germanist Vandemaan. „Sie möchten auch nicht, dass Hauptfiguren nachhaltig verletzt werden.“ All diese Erfahrungen tragen die Autoren mit sich, sie wollen ja nicht Totengräber sein: „Wir haben die Serie nicht erfunden. Bei allen Ideen muss man immer gucken: Ist es das, was die Serie will?“

Was der Leser will, ist ihm hingegen klar: „Unsere Leser haben einen Hang zum Komplexen“, sagt Vandemaan. Das werde verbunden mit der „einfachen Grundstruktur einer Freundschaftsgeschichte“. Perry Rhodan, Reginald Bull, Atlan („unser Winnetou“), der Mausbiber Gucky („eigentlich eine Witzfigur, aber er ist auch der letzte Überlebende seines Volkes“), Icho Tolot, anzusehen wie eine Bestie, aber totgut . . . „Altleser stellen oft die Frage: Lebt Icho Tolot noch?“

Die Frage hat mir ein Kollege übrigens auch mitgegeben. Also: Ja, er lebt noch. Die Serie will das.

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