Kraut & Rüben

Was die Wale mit den Nüssen zu schaffen haben

Startklar: die Walnussfruchtfliege.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Startklar: die Walnussfruchtfliege. Foto: Getty Images/iStockphoto

Niederrhein.  Was denn die Nüsse an unserem Baum mit Walfischen zu tun hätten, wollten meine Kinder wissen, als sie klein waren.

Eine hervorragende Gelegenheit, um einmal klarzustellen, dass Wale gar keine Fische sind, sondern nur so tun (es hat immerhin Jahrhunderte gedauert, bis man sie als Säugetiere erkannte, die eher zufällig ihr Leben im Wasser verbringen). Habe den Kindern das begreiflich gemacht, indem ich darauf verwies, dass doch auch ihrem Vater unter Wasser auf Dauer die Puste ausgehen würde und er dann prustend an die Oberfläche komme. Prompte Gegenfrage, klar: „Dann bist Du also so eine Art Walfisch an Land?“

Bevor ich mich weiter in den Untiefen der Erziehung verirre: Ich wollte eigentlich noch mal auf die Nüsse zu sprechen kommen. Ich habe ja die frühzeitige Vermatschung und Einschwärzung der grünen Außenschale unserer Walnüsse am vergangenen Wochenende ganz nonchalant auf die seltsam verkehrten Wetterverhältnisse in diesem Jahr zurückgeführt. Das war, wie alle einfachen Erklärungen, von massiver Unkenntnis begünstigt. Ich wusste doch nicht, welchen Sturmfluten von Krankheitserregern und Schädlingen die gewöhnliche Walnuss ausgesetzt sein kann!

Ein eingewanderter Schädling

Ganz oben auf der Liste, darauf haben mich Frau Rumey und andere Leser aufmerksam gemacht, steht die aus Amerika bei uns eingewanderte Walnussfruchtfliege. Das muss eine inzwischen nicht mehr ganz so entfernte Verwandte der Kirschfruchtfliege sein, die schon dafür sorgt, dass unsere Kirschen hin und wieder mit einer kleinen weißen Eiweiß-Einlage versehen sind. Ganz so wie die Kirschfruchtfliegen lassen sich die Larven der Walnussfruchtfliege zusammen mit den geschädigten Früchten zu Boden fallen und graben sich einige Zentimeter tief ein, um dann im Jahr darauf von Juli bis September zu schlüpfen – manche sollen auch zwei oder drei Jahre im Boden bleiben, um dann auszufliegen und die grüne Schale der noch unreifen Walnüsse mit neuen Walnussfruchtfliegen-Eiern zu „impfen“.

Man muss also ab Juli den Boden unterm befallenen Walnussbaum abdecken – so kommen die Jungfliegen nicht aus dem Boden. Umso leichter sind die befallenen Schalen zu beseitigen, die in den Restmüll oder verbrannt werden müssen, damit die Larven nicht überleben. Und die Walfische an Land gesund bleiben.

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