Besondere Museen

Nicht nur für Star-Wars-Fans: Die Sternenkrieger im Museum

Ein Blick ins Museum, der die Herzen der Fans höherschlagen lässt.

Ein Blick ins Museum, der die Herzen der Fans höherschlagen lässt.

Foto: Ralf Rottmann

Mönchengladbach.   In der Filmfiguren-Ausstellung in Mönchengladbach dreht sich nicht alles um „Star Wars“ - Original-Kostüme und ein echter Oscar sind auch dabei.

Für echte Sternenkrieger ist der Weg nur ein Hyperraumsprung: Im Herzen von Möchengladbach, unweit des ehrwürdigen Abteiberg Museums, kreuzen sich die Lichtschwerter. „Stars Of The Galaxy“ nennt sich die Filmfiguren-Ausstellung, sie zeigt Charaktere, Figuren, Kostüme und Requisitien aus so ziemlich allen Ecken des Science-Fiction-Universums – und vor allem eben jene aus „Star Wars“. Da erstreckt sich ein Sternenzerstörer über gut zwei Meter Länge, massiv gebaut aus ca. 400 000 Legosteinen.

Eine Ausstellung für Sternenkrieger

In einem ehemaligen Hallenbad in Mönchengladbach ist über Jahre eine Ausstellung entstanden, die sich hauptsächlich um das "Star Wars"-Universum dreht. Es werden aber auch Filmfiguren und Exponate anderer Filme gezeigt.
Eine Ausstellung für Sternenkrieger

Da blickt man auf ein 300 Figuren umfassendes Diorama-Gewimmel des Raumhafens Mos Eisley auf dem Planten Tatoine, der Heimat von Luke Skywalker. Jener Jedi befand über seinen Heimatplaneten: „Wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf Tatooine am weitesten davon weg.“ Jeder Fan wird in dem kleinen Diorama bekannte Szenen entdecken – und sich ein paar Meter weiter ergötzen an einer Miniatur der berühmten „Cantina“-Szene. Noch besser: Unweit davon kann man sich zum Alien Greedo an den Tisch setzen wie einst Han Solo – und die Waffe auf ihn richten. Geschossen werden hier: Fotos.

Von solchen Fotospots gibt es nicht zu wenige in Mönchengladbach. Wir stehen in der Todesstern-Zentrale, einer lebensgroßen Wohnzimmer-Kulisse mit ebenso großen Figuren von Stormtroopern und ­C-3PO, nebenan keucht Darth Vader vor kalten Schalttafeln: „Das hier ist eine echte, ehemalige Wohnzimmer-Kulisse eines Fans. Bei den Fans passiert aber immer Folgendes: Die Freundin oder die Frau zieht ein und fragt: ,Willst du das so lassen? Dann überlege ich es mir noch einmal…‘ Und dann verkaufen die meisten.“

Im ehemaligen Schwimmbad

2006 reifte in den beiden Sammlern Thomas Manglitz und Markus Gerlach, der sich als Dioramen-Bauer Starconstrux nennt, die Idee, ihre privaten Sammlungen in ein Museum zu überführen. Sie fanden in Mönchengladbach das Kaiserbad, das leer stand. Und sie bauten es um zur Filmfiguren-Ausstellung auf mehr als 900 Quadratmetern.

Da kam einiges zusammen: Abgesehen davon, dass man sehr tief ins Universum der Sternenkrieger eintauchen kann, gibt es auch Anleihen aus anderen Fantasie-Welten: Spider-Man ist präsent, ebenso die Guardians Of The Galaxy. Eine ganze Abteilung widmet sich den Originalkostümen aus fantastischen Filmen: Hier hängt das Original-Brautkleid von Prinzessin Vespa aus „Spaceballs“, hier dreht sich eine Figur im Original-Lackkostüm von Kate Beckinsale aus „Underworld“. Und wer wollte, könnte in den Raumanzug steigen, in dem Ben Affleck in „Armageddon“ die Erde rettete.

Ein echter Oscar ist auch dabei

Glanzstück in dieser Abteilung: ein echter Oscar. „Da kam vor nicht allzu langer Zeit ein Beleuchter aus Gladbach zu uns. Er hat bei der Oscar-Verleihung vor zwei oder drei Jahren mal Promo-Fotos mit einer Firma gemacht. Da konnte er zwei Oscars abstauben, die nie verliehen worden sind. Einer steht im Filmmuseum in München. Den anderen haben wir.“

Was treibt jemanden an, eine solche Ausstellung privat zu organisieren und zu finanzieren? Als im Jahr 2011 die Schau eröffnet wurde, konnte Manglitz ja nicht ahnen, dass es mal neue „Star Wars“-Filme nebst Publikumsschub geben würde. „Es gibt zwei Sorten von Menschen, die einen haben das Sammel-Gen, die anderen haben es nicht. Ich habe irgendwann angefangen, diese lebensgroßen Star Wars Figuren zu sammeln. Und kam eines Tages an den Punkt, wo der Platz nicht mehr ausreichte.“

So lag es nahe, nach unendlichen Weiten für die Exponate zu suchen. Er fand sie im Kaiserbad – und will die Schau weiter ausbauen. Manglitz: „Wir werden die Ausstellung so lange machen, wie Disney ,Star Wars’-Filme produziert.“

>> DAS LIEBSTE AUSSTELLUNGSSTÜCK

Die klirrend kalte Welt des Eisplaneten Hoth ist der absolute Liebling von Museumschef Thomas Manglitz: Gebaut in das Schwimmbecken des Kaiserbads findet man einen 4,80 Meter hohen AT-AT-Kampfläufer, an dem sich ein kleiner Luke Skywalker emporwindet, um das Trampelvieh mit einem Thermaldetonator zur Explosion zu bringen.

„Das AT-AT hat der Sender Premiere 1999 gebaut, als die Special-Edition von Episode 4 im Pay-TV war. Der ist durch die komplette Welt gegangen“, so Manglitz. In der lebensgroßen Filmlandschaft ist auch ein liebevoll animierter Probe-Droid zu sehen, der Schneezottel namens Wampa, ein Snowspeeder der Allianz, die weiß gewandeten Snowtrooper und der gut geweißte Droide K-3PO. Thomas Manglitz hat aus seinem Lieblingsraum zugleich eine Party-Location gemacht: „Wir haben ein DJ-Pult, Lichteffekte und dicke Boxen – und dieser Bereich ist auch zugänglich, ohne dass man das Museum nutzen muss.“

>> DAS BESONDERE MUSEUM

Die Filmfiguren-Ausstellung „Stars Of The Galaxy“ ist mitten in Mönchengladbach, Berliner Platz 10, im ehemaligen Kaiserbad, an dessen Fassade noch Bilder von Schwimmern prangen.

Geöffnet ist es do. & fr., 12-18 Uhr, sa. 10-18 Uhr, so. 12-17 Uhr, Eintritt: Erwachsene 8 €, Kinder 7 €, Familien 23 €. Kindergeburtstage und Events unter: 02161/406 37 90 oder info@starsofthegalaxy.de

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