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Früher konnten wir Musik anfassen – das neue Hören und Sehen

Röhrenfernseher, Verstärker, Schallplatten und -spieler: In Wohnzimmern stapelten sich früher die Geräte wie bei Schauspieler Claus Wilcke 1980.

Foto: Getty Images

Röhrenfernseher, Verstärker, Schallplatten und -spieler: In Wohnzimmern stapelten sich früher die Geräte wie bei Schauspieler Claus Wilcke 1980.

eSSEN:   Viele nutzen heute Medien anders als früher, schauen Netflix statt Fernsehen, hören Spotify statt CDs. Wie sich die Menschen deshalb verändern.

Ich bin ein Sammler. Bis heute habe ich die erste Single, die ich mir gekauft habe. „Help“ von den Beatles. Und auf dem Boden steht eine Kiste mit „5 Freunde“- Büchern. Ich horte alte Jahrgänge von Illustrierten und alle Fotos von jedem, der auch nur entfernt mit mir bekannt oder verwandt ist. Bis meine Tochter geboren wurde, hatte ich einen Raum, in dem ich Tausende Schallplatten, CDs und Videos lagerte.

Als daraus das Kinderzimmer wurde, habe ich die Sachen hin und her geschleppt, von oben nach unten und wieder zurück, habe einen Teil zu meinen Schwiegereltern in die Nachbarstadt gebracht, einen anderen in das Gästezimmer von Freunden und schließlich einen Lagerraum gemietet. Bis im neuen Haus mehr Platz war. Dann habe ich alles zurückgeholt.

Wohnungen werden luftiger

Ich muss das vorausschicken, damit man versteht, wie hart mich die Worte meiner 21-jährigen Tochter getroffen haben, die gerade eine neue Studentenbude bezieht. Drei Kartons schiebt sie neulich in mein Büro und sagt. „Brauche ich nicht mehr. Kannst du alles verkaufen, zur Not auch wegwerfen.“ Worauf sich folgender Dialog entwickelt.

Ich: „Brauche ich nicht mehr?“

Tochter: „Nee, brauche ich nicht mehr.“

Ich: „Da sind Bücher, CDs und DVDs drin.“

Tochter: „Ich weiß, ich war es, die sie da reingelegt hat.“

Ich: „Wie kann man Bücher, CDs und DVDs nicht mehr brauchen?“

Tochter: „Nehmen nur unnötig Platz weg.“

Ich: „Und wenn du davon mal etwas hören, lesen oder sehen willst?“

Tochter: „Spotify, Amazon, Netflix. Nutzt du selber doch auch alles.“

Ich: „Aber ich habe auch noch CDs im Keller.“

Tochter: „Eben, im Keller. Hier oben hat du ja nicht mal mehr ein Abspielgerät.“

Im Grunde hat sie ja Recht. Das Haus ist anders geworden. Schleichend, nach und nach und Zimmer für Zimmer. Verschwunden sind die Bücherregale, Vergangenheit die mannshohen CD-Ständer. Und wo bis vor wenigen Jahren der alte Bauernschrank stand, der gnädig das Kabelgewirr von Stereoanlage, Videorekorder und Fernseher verbarg, ist heute nur noch eine weiße Wand, an der ein Flachbildschirm hängt, eingerahmt von Boxen, die sich über das Smart-Phone steuern lassen und Musikdienste sowie zehntausende Internet-Radiosender aus aller Welt abspielen.

Wenn man dann in Gedanken die Wohnungen von Freunden und Bekannten durchgeht, dann stellt man fest, dass es bei vielen ähnlich aussieht. „Die Digitalisierung hat das Wohnen in den letzten Jahren stark verändert“, bestätigt Christiane Varga, Zukunftsforscherin mit dem Schwerpunkt Wohnen. „Vor allem bei jüngeren Menschen.“

Junge Menschen brauchen mobile Technik

Denn denen kommt die neue Technik gerade recht. Schon weil sie viel mobiler sind, als ihre Eltern es je waren. Auslandsjahr, Gastsemester, Zwölf-Monatspraktikum, „viele ziehen ja heutzutage immer wieder um“. Und das geht nun mal einfacher mit leichtem Gepäck. Seit einigen Jahren boomen in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet deshalb auch die so genannten „Storages“, Lagerräume in großen Hallen, die man als Privatperson mieten kann, um derzeit nicht benötigtes Hab und Gut zu deponieren.

Varga allerdings sieht für die Zukunft bereits ein Abflauen des Trends. Trennung von Partner, Um-, Aus- und Zusammenzug, „es gibt immer mehr Anlässe, zu denen sich die Menschen fragen, was sie wirklich brauchen und dann aussortieren“. Nicht, um sie einzulagern, sondern um sie zu verkaufen oder zu verschenken.

Große Bibliotheken oder lange Reihen von Filmklassikern im Wohnzimmer würden ohnehin langsam, aber sicher an Bedeutung verlieren, ist Vargas überzeugt. „Das sind nicht mehr die Prestigeobjekte, die sie vor Jahren mal waren.“ Jungen Menschen, sagt Varga, sei es nicht mehr wichtig, Dinge zu besitzen. „Ihnen ist es wichtig, Zugang zu Dingen zu haben.“ Es reicht, wenn sie einen kennen, der eine Bohrmaschine hat, sie wollen sich keine eigene in den Keller legen, nur um einmal im Jahr ein paar Löcher zu machen. Ähnlich ist das für junge Menschen mit der neuen CD ihrer Lieblingsband. Die wollen sie nur hören, nicht gleich kaufen.

CD-Absatz ist eingebrochen

Natürlich lässt sich das mit Zahlen belegen. 2017 machte die Musikindustrie in Deutschland im ersten Halbjahr knapp ein Viertel ihres 740 Millionen-Umsatzes mit Streaming. Der kontinuierliche, aber sich nicht speichernde Datenfluss hat damit die digitalen Downloads – also die Musik, die Käufer dauerhaft auf ihrer Festplatte herunterladen – auf Rang drei verwiesen.

Auf der anderen Seite ist der CD-Absatz in den vergangenen Jahren um gut 60 Prozent eingebrochen. Noch ist sie nicht tot, bei jüngeren Menschen aber liegt sie längst im Sterben. Was wohl auch erklärt, warum der Umsatz mit CD-Spielern allein im vergangenen Jahr um gut 10 Prozent zurückgegangen ist. Und die gute alte Vinyl-Schallplatte, der ja gerne ein Comeback angedichtet wird, hat sich in den ersten sechs Monaten rund 1,6 Millionen mal verkauft. Was bei aller nostalgischen Freude dann doch eher Nische als Trend ist.

Die Welt kostet 9,99 Euro

Trend ist, dass die Welt 9,99 Euro kostet, wenn überhaupt. Dafür gibt es jeweils 30 Millionen Songs bei Musik-Streaming Diensten wie Spotify oder Napster. Oder Tausende Serien und Filme bei Amazon Prime und Netflix. Wann man will, wo man will. Man kann dafür Bücher auf seinen E-Book-Reader lesen und bei Anbietern wie Readly auch in 2100 internationalen Zeitungen und Zeitschriften blättern. Und bei Audible lässt sich dafür jeden Monat ein Buch hören.

Für den seltenen Fall, dass es kein Internet gibt, da wo man ist, kann man sich immer mehr davon auch herunterladen auf sein Smart-Phone, sein Tablet oder seinen Computer und dann offline hören oder sehen – natürlich nur so lange man Abonnent des jeweiligen Dienstes ist. Kündigt man, ist alles weg. Aber es kündigt ja kaum einer. Im Gegenteil. Allein der weltweite Spotify-Kundenstamm ist den vergangenen vier Jahren von zehn auf 70 Millionen geklettert. In Deutschland nutzen mittlerweile 44 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren einen der großen Musik-Streaming-Dienste. Und alleine Netflix zählte Ende 2017 weltweit mehr als 117 Millionen Kunden.

Die Langeweile ist vorbei

Die Langeweile ist damit so gut wie ausgestorben. Der Zug hat Verspätung, das Wartezimmer beim Arzt ist überfüllt. Egal. Wer vielseitig interessiert und technisch auf relativ neuem Stand ist, der kann sich heute mit einem multimedialen Schutzwall vor Leerlauf schützen und jede Minute mit Zerstreuung und Anregung füllen. Ob das für Kinder gut ist, darüber streiten Experten noch.

Den Siegeszug der digitalen Medien können solche Diskussionen nicht mehr stoppen. Und wenn nach ihren Kindern viele Eltern oder Großeltern noch nicht umgestiegen sind, dann liegt das oft nur daran, dass das Internet in ihrem Haus zu langsam ist, vor allem aber daran, dass im vergangenen Jahr erst 42 Prozent der deutschen TV-Haushalte über einen Smart-TV verfügen, also über ein Fernsehgerät mit Internet-Zugang. Das wird sich beides bald ändern.

Viele sehnen sich aber auch wieder nach Dingen zum Anfassen

Schlecht ist das für Radiomacher und TV-Sender, ja vielleicht sogar für Möbelhersteller. Aber, sagt Christiane Varga, „jeder Trend hat einen Gegentrend, der sich irgendwann Bahn bricht.“ Ähnlich sieht das Trendforscher Matthias Horx: „Je mehr digitalisiert und vernetzt wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach Dingen zum Anfassen, nach Realität und schönem Design.“

Varga glaubt zwar an eine „neue Luftigkeit“ in den Wohnungen – auch bedingt durch das Fehlen überfüllter Regale und vollgestopfter Schränke. „Aber es wird immer Menschen geben, die sich verweigern.“ Auch da stimmt Horx zu: „Wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank. Deshalb boomen schönes Papier und Lichtschalter, die ,Klick’ machen“, hat er jüngst gesagt.

Möbel müssen funktional sein

„Möbel müssen künftig vor allem funktional sein“, blickt Varga in die Zukunft. Oder eine persönliche Bedeutung für den Besitzer haben. „Sie müssen eine Geschichte in sich tragen.“ Und auch Regale werden nicht komplett verschwinden. Weil es immer noch Dinge gibt, die man dort hineinlegt. „Der Mensch ist ein haptisches Wesen, manche Dinge will er anfassen.“

Sie müssen allerdings etwas Besonderes sein. „Ein sehr aufwändig gestaltetes Buch“, nennt Vargas als Beispiel. Neue Technik, glaubt die Zukunftsforscherin, würde sich am ehesten durchsetzen, wenn sie nicht zu teuer, einfach zu installieren und zu nutzen ist. „Wenn sie das Leben der Menschen wirklich bereichert.“

Das Beste aus beiden Welten

Und der eingefleischte Sammler? Wird das eine nutzen, ohne das andere zu vergessen, wird die dingliche mit der digitalen Welt verbinden, glauben Trendforscher wie Horx. Wahrscheinlich haben sie da Recht. Natürlich ist es viel bequemer, seinem digitalen Assistenten zuzurufen, welche Playlist er spielen soll. Und es vermeidet ja auch Stress mit dem Partner, der oft wenig Begeisterung zeigt für Hifi-Türme und CD-Stapel im Wohnzimmer. Wobei man natürlich neu nachdenken muss, wenn das Platzangebot im Haus wieder wächst. Zum Beispiel, weil die Tochter auszieht.

>> DIE GRENZENLOSE FERNSEHFREIHEIT

Feste Sendezeit? Unvorstellbar. Nur eine Folge der neuen Lieblingsserien schauen? Wie langweilig. Junge Menschen wollen sich heutzutage nicht mehr vorschreiben lassen, wann sie was wie lange gucken. Und das müssen sie auch nicht. Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video verschaffen Zuschauern die Freiheit, bringen klassische Privatsender in wirtschaftliche Schwierigkeiten und stürzen ARD und ZDF in eine immer größere Legitimationskrise.

Millionen für neue Serien

Gekommen ist die Gefahr ganz leise. Oft belächelt, lange nicht ernst genommen. Nicht von RTL, Sat.1 & Co., erst recht nicht von den Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Milliarden Euro an Gebührengeldern im Rücken. „Netflix“, glaubt WDR Fernsehdirektor Jörg Schönenborn immer noch, „spielt in Deutschland bisher eine relativ geringe Rolle.“

Mit dieser Einschätzung steht er weitgehend allein da. Selbst Schönenborns Muttersender, die ARD, schreibt auf einer ihrer Nachrichtenseiten, Netflix sei eine Marke, „die für exklusive, originale Inhalte steht“. Und die auch 2018 mehr als sechs Milliarden Euro in Eigenproduktionen investiert. Und Netflix ist ja nicht alleine, ist in Deutschland mit seinen gut fünf Millionen Kunden nicht mal Marktführer. Das ist Amazon, das angeblich mehr als doppelt so viele Abonnenten hat.

Dort heißt es zwar, das Budget für Eigenproduktionen sei „nicht unbegrenzt“. Aber es reichte, um die ehemaligen Moderatoren der britischen Auto-Show „Top Gear“ für zunächst drei Staffeln eines Nachfolgeformats namens „The Grand Tour“ zu verpflichten – für angeblich 290 Millionen Euro. Und um für ungefähr den gleichen Betrag eine neue „Herr der Ringe“-Serie in Auftrag zu geben.

Auch der Bezahlsender Sky, der seine Filme und Serien lange Zeit überwiegend linear ausstrahlte, stellt immer mehr auf Streaming um. Mit Erfolg: Die jüngste Staffel der Erfolgs-Serie „House Of Cards“ etwa sahen nur elf Prozent der Fans ganz klassisch zur vorgegebenen Sendezeit, alle anderen auf Abruf.

Ein Bedarf am Streaming

„Es besteht ganz offensichtlich ein enormer Bedarf am Streaming“, bestätigt ein Sprecher, was Eltern von Teens und Twens bereits seit einiger Zeit wissen. Ihre Kinder schauen wahlweise am Computer, auf dem Handy oder dem internetfähigen Fernseher. Sie schauen an verregneten Wochenende auch schon mal eine komplette Staffel am Stück und immer öfter machen sie das – früher undenkbar – nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch. Was meist nicht nur cooler klingt, sondern auch die Kenntnisse in der fremden Sprache verbessert.

Eine Studie des Ericsson Consumer Lab kommt dann auch zu dem Schluss, dass bereits 2020 die Nutzung von Video auf Abruf mit dem klassischen Fernsehen gleichziehen wird.

Noch aber ist das Live-Fernsehen nicht tot. Aber es geht es ihm nicht gut. Selbst die ehemalige Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz, hat mal gesagt, sie habe sich wie „eine Sterbebegleiterin des klassischen Fernsehens“ gefühlt. Viele junge Leute sind da schon einen Schritt weiter. Sie haben es längst begraben. Was Reitz verstehen kann. „Die Jugend ist längst von amerikanischen Angeboten ,erzogen’ worden – das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sie verloren.“

Der Gesellschaftsauftrag

Das macht es ARD und ZDF nicht einfacher, jungen Leuten zu erklären, warum sie nach Bezug der ersten eigenen Wohnung jeden Monat 17,50 Euro für etwas zahlen müssen, was sie nicht nutzen. „Wir haben den Auftrag, Inhalte zu machen, die die Gesellschaft zusammenhalten“, sagt Schönenborn nur und klingt dabei ein wenig, als ob er aus einer Regierungserklärung vorliest.

Werbefinanzierte Privatsender müssen sich zwar nicht für Gebühren rechtfertigen, doch das macht es kaum besser für sie. Im Gegenteil. ARD und ZDF können sich zumindest mittelfristig nicht nur auf ihre Gebühren von mehr als acht Milliarden Euro jährlich verlassen, sondern auch auf ihre – im wahrsten Sinn des Wortes – alten Zuschauer. Eine Gruppe, die viele private Sender lange nicht gepflegt haben. Denn es schalteten ja genügend junge Leute ein. Genau diese jungen Leute aber wechseln nun in Scharen zur neuen Konkurrenz – und mit ihnen die Werbegelder.

Junge Zuschauer zurückzuholen, ist nicht einfach

Sie zurückzuholen ins klassische Fernsehen ist nicht einfach. Denn was dort läuft, interessiert sie nicht. Natürlich gibt es Ausnahmen, Serien wie „Charité“ (ARD) und „Der Club der Roten Bänder“ (Vox), manchmal den „Tatort“ oder Shows wie „Die Höhle der Löwen“ und „The Voice“. Aber das sind kleine Oasen in einer großen Wüste aus Durchschnitt, Altbewährtem, oft Gesehenem und dem, was „meine Oma gerne guckt“. Seit Jahren wartet die ganze Branche auf den nächsten großen Hit.

„Durch die Zerstückelung des Marktes ist es nicht einfach, Massenphänomene zu schaffen“, räumt Marc Schröder, Chefstratege der Kölner Mediengruppe RTL ein. Dabei müsse man gerade im Live-Fernsehen „Events kreieren“, um vor allem junge Leute vor den Bildschirm zu locken, sagt Schröder. Wie schwierig das ist, muss gerade Pro7 feststellen, wo die von Stefan Raab erdachte und mit vielen Vorschusslorbeeren gestartete Show „Das Ding des Jahres“ schon bei der zweiten Ausstrahlung tief ins Quotenloch stürzte. Auch, weil die erhoffte Zielgruppe sich im Netz vergnügte.

Ein eigenes Streaming-Angebot

Dort wollen sie die Sender nun wieder einfangen. Technisch ist das kein Problem. „Wir haben mit TV Now bereits seit 2007 ein eigenes Streaming-Angebot“, sagt Marc Schröder. Und Schönenborn verweist auf die Mediathek der ARD und diverse Kanäle bei Youtube.

Das alles wird auch angenommen. 60 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und immerhin 18 Prozent der über 70-Jährigen nutzen Mediatheken mehr oder weniger regelmäßig. Dabei müssen sie allerdings immer wieder feststellen, dass längst nicht alles, was im regulären Programm gelaufen ist, auch auf Abruf zur Verfügung steht, weil den Sendern oft die Rechte für das Internet fehlen.

Serien wie „Babylon Berlin“

RTL-Stratege Schröder will deshalb künftig noch mehr „exklusive, lokale Inhalte produzieren“, also deutsche Serien, die sein Sender auch im Netz anbieten kann. Ähnlich plant die ARD, die große Hoffnungen auf die zusammen mit Sky produzierte Serie „Babylon Berlin“ setzt, die nach einjähriger Dauerschleife im Bezahl-TV im Herbst auch frei zu empfangen sein soll.

Ob das reicht, ist unklar. Denn längst macht auch die Konkurrenz aus Übersee regionale Angebote. Netflix hat die hochgelobte deutsche Mystery-Serie „Dark“ produziert, Amazon setzt das mehrfach preisgekrönte, aber bei RTL gefloppte „Deutschland 83“ fort und hat auch „Pastewka“ ein neues Zuhause gegeben. Die Stücke am Quotenkuchen werden also in Zukunft immer kleiner werden. Die „großen Zeiten“ des Fensehens scheinen vorbei. „Mich hat Kulenkampff früher bemitleidet, wenn ich nur 15 Millionen Zuschauer hatte“, hat Thomas Gottschalk es neulich auf den Punkt gebracht. „Heute liegen sich die Verantwortlichen schon in den Armen, wenn fünf Millionen eingeschaltet haben.“

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