Schlösser

Ausflüge zu den Gemäuern der Adeligen und Ritter

Wie im Mittelalter: Die Burg Altena wurde vor gut 100 Jahren wieder aufgebaut. Sie beherbergt Deutschlands älteste Jugendherberge.

Wie im Mittelalter: Die Burg Altena wurde vor gut 100 Jahren wieder aufgebaut. Sie beherbergt Deutschlands älteste Jugendherberge.

Foto: Ralf Rottmann

Essen.   Zum Ende unserer Schlösser-Serie: Wir erinnern im Rückblick an schöne und ungewöhnliche Burgen, Schlösser und Ruinen in unserer Region.

Die Pracht und Macht der vergangenen Jahrhunderte reicht bis ins Hier und Jetzt. Viele Adelsgeschlechter existieren heute zwar nicht mehr, doch ihre alten Wohnsitze zeugen davon, wie es einst gewesen sein muss, über eine Grafschaft oder ein Fürstentum zu herrschen. Wir haben im Laufe des nun zu Ende gehenden Jahres 44 Schlösser, Burgen und Ruinen besucht, ihre Geschichte studiert und ihre Geschichten erzählt. Abwechslungsreich waren unsere Begegnungen mit den steinernen Zeugen des Mittelalters an Rhein, Ruhr und Lenne.

Ein paar von den alten, ehrwürdigen Herrensitzen gibt es noch, die seit Jahrhunderten in Familienhand liegen. So etwa das Schloss Lembeck in Dorsten, das den Besucher nicht nur im Schlaun’schen Festsaal in die Barockzeit eintauchen lässt. Den vollen Prunk einer historischen Fürstenresidenz erlebt der Besucher auf der Wasserburg Anholt am Niederrhein, wo etwa das fürstliche Paradebett und die ehrfurchtgebietende historische Bibliothek ganzjährig bei Führungen zugänglich sind, genau wie die private Kunstsammlung inklusive eines echten Rembrandts.

Wir waren auch in Schlössern, deren Inneres heute topmodern genutzt wird: Schloss Moyland mit seiner gewaltigen Beuys-Sammlung oder Schloss Oberhausen, das derzeit dem Cartoonisten Mordillo eine große Werkschau gönnt. Doch es sind nicht nur Museen, die sich in den alten Mauern einquartiert haben, so gehört Schloss Herten zum Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, wird allerdings auch für Gastronomie und Konzerte genutzt.

Für Konzerte und Hochzeiten

Eine musische Seite hat auch Schloss Borbeck, einst Sitz der Fürstäbtissinnen, später kernsaniert und als Amtsgebäude genutzt, beherbergt es heute ein Kulturzentrum inklusive Konzertsaal. Das Schloss Schellenberg in Essen ist mittlerweile ein Büropark. Und Wasserburg Lüttinghof in Gelsenkirchen kann man für eine Hochzeit mieten. Überhaupt gibt es in vielen Burgen schöne Trauzimmer, wie etwa im Haus Kemnade in Hattingen.

Eine besonders ungewöhnliche, doch den Menschen an Rhein und Ruhr dank der Marienkäfer-Achterbahn längst vertraute Nutzung erfuhr Schloss Beck in Bottrop, um dessen Mauern herum nach dem Krieg ein Freizeitpark für kleine Kinder gewachsen ist. Oder Burg Altena, die einst Kaiser Wilhelm II. zu Ehren wieder aufgebaut wurde und Deutschlands älteste Jugendherberge beheimatet.

Dort fanden wir auch einen Pfad mit zahlreichen Sagen rund ums alte Gemäuer. Denn Schlösser, Burgen und Ruinen beherbergen Sagen, wie die auf Burg Hardenstein, wo der unsichtbare Zwerg Goldemar einst sein unheilvolles Werk verrichtete.

Ohne Ehrenamtliche geht es nicht

Hardenstein wird, wie so viele andere Burgen, von einem Förderverein betreut und instandgehalten. Und das war etwas Bemerkenswertes an unserer Serie: Oft sind Erhalt und Nutzung der Burgen und Schlösser abhängig vom Enthusiasmus einiger weniger, die bereit waren, für „ihre“ Burg zu kämpfen – und das oft durch unermüdliches Arbeiten über Jahrzehnte hinweg. All den ehrenamtlichen Helfern möchten wir zum Schluss dieser Serie danken. Ohne ihr selbstloses Engagement wäre ein großer Teil unserer Geschichte im Strudel der Zeit untergegangen.

>> DAS BUCH ZUR SERIE

Die Serie „Schlösser, Burgen und Ruinen“ von Georg Howahl und Maren Schürmann erscheint bald als Buch. Der Klartext-Verlag veröffentlicht den Führer durch unsere Region im Frühjahr 2018 mit weiteren eindrucksvollen Bildern.

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