Insolvenz

Die Zukunft von Kettler bleibt weiterhin ungewiss

Die Firma Kettler produziert Gartenmöbel und Sportgeräte.

Die Firma Kettler produziert Gartenmöbel und Sportgeräte.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Ense/Werl.  Die Löhne für rund 500 Beschäftigte beim Sportgerätehersteller an den Standorten Ense und Werl sind für Oktober noch einmal gesichert.



Die Zukunft des Freizeit und Sportgeräteherstellers Kettler und der gut 500 Arbeitsplätze an den deutschen Standorten Ense und Werl ist weiter ungewiss. Ein positives Signal gab es am Montag: der Unternehmensleitung um den neuen Geschäftsführer Bernd Walczok ist eine Verständigung mit der Bundesagentur für Arbeit gelungen. Löhne und Gehälter zunächst weiter gezahlt werden. „Die Agentur für Arbeit hat der rollierenden Insolvenzgeldzahlung zugestimmt“, heißt es auf Anfrage dieser Zeitung.

Üblicherweise zahlt die Bundesagentur für Arbeit maximal drei Monate Insolvenzgeld, um ein in schwere finanzielle Schieflage geratenes Unternehmen zu entlasten, bei dem Hoffnung auf Fortführung besteht.

Da die neuen Gesellschafter bei Kettler überraschend noch Ende Juli beim Amtsgericht Arnsberg Insolvenz angemeldet hatten, wären die Zahlungen aus dem Topf der Arbeitsagentur planmäßig für Juli, August und September geflossen – und sind es auch. Der Unternehmensführung um Geschäftsführer Bernd Walczok sowie den begleitenden Beratern der Düsseldorfer Kanzlei Lambrecht mit Unterstützung von PriceWaterhouseCoopers (PWC) und dem vom Gericht bestellten Sachwalter Georg F. Kreplin ist es aber offenbar bislang nicht gelungen, einen tragfähigen Sanierungsplan einzureichen.

Entscheidung bis 1. November

Dementsprechend ist die Entscheidung des Amtsgerichtes Arnsberg, ob ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung überhaupt eröffnet wird, nach wie vor nicht gefallen. „Die Eröffnung findet im Oktober statt, spätestens am 1. November“, heißt es dazu optimistisch von Kettler.

Je eher, desto besser muss die Devise lauten, da die Sicherung der Löhne und Gehälter darauf basiert, dass Kettler rückwirkend die Entgelte für Juli übernimmt, und zwar aus noch vorhandenem Firmenkapital. „Die Insolvenzgeldzahlungen verschieben sich entsprechend und enden mit Eröffnung des Verfahrens, das spätestens zum 1. November vorgesehen ist. In diesem Falle wäre der Juli vollständig aus der Masse zu bezahlen.“

Ungeduldiges Kapital

Unbestätigt bleibt bislang, ob sich Lafayette Mittelstand Capital beim Einstieg als Finanzinvestor Ende vergangenen Jahres möglicherweise verschätzt hat. Die ersten Monate liefen nicht rund. Es gab Produktionsschwierigkeiten im Frühjahr und in den vergangenen Wochen, die sich auf die in den vergangenen Jahren ohnehin arg zusammengeschmolzenen Umsätze ausgewirkt haben dürften.

Keine Aussage gibt es auf Anfrage dieser Zeitung auch dazu, ob Lafayette bereits auf der Suche nach Partnern für den Erhalt der Kettler-Gesellschaften ist. Spätestens im November wird sich gezeigt haben, ob das „geduldige Kapital“, mit dem Lafayette für sich als Mittelstandsinvestor wirbt, Kettler noch in die Zukunft trägt.

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